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	<description>Ein Blog für Sport, Medien und Sportmedien</description>
	<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 16:14:39 +0000</pubDate>
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		<title>Für wie blind hält Sky eigentlich den Zuschauer?</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 16:14:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>

		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Einmal ist möglicherweise ein Fehler. Aber zweimal ist kein Zufall mehr.
Sky bewirbt seit einigen Wochen intensiv eine Neuerung zum Start der Fußball-Saison - die Konferenz der Bundesliga auf Sky erstmals in nativem HD.
Doch so ganz stimmt die Werbebotschaft gar nicht. Und man muss sich mal wieder die Frage stellen, wie es Sky immer wieder schafft, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einmal ist möglicherweise ein Fehler. Aber zweimal ist kein Zufall mehr.</p>
<p><b>Sky</b> bewirbt seit einigen Wochen intensiv eine Neuerung zum Start der Fußball-Saison - die Konferenz der Bundesliga auf Sky erstmals in nativem HD.</p>
<p>Doch so ganz stimmt die Werbebotschaft gar nicht. Und man muss sich mal wieder die Frage stellen, wie es Sky immer wieder schafft, mit Kleinigkeiten, die eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Zuschauer erkennen lassen, jede Bemühung um ein gutes Image obsolet erscheinen lassen.</p>
<p>Denn die Konferenz wird - anders als beworben - gar nicht vollständig in nativem HD ausgestrahlt.<span id="more-207"></span></p>
<p>Schon am ersten Spieltag war dieses Phänomen zu beobachten, am zweiten dann erneut. Einige Minuten vor Abpfiff der Samstagsspiele, etwa um die 80. Minute herum, sind die Bilder diverser Spiele auf einmal nur noch in hochskaliertem SD zu sehen. Dem Laien, der auch die Free TV- und HD+-Sender als 100% HD wahrnimmt, mag das nicht unbedingt auffallen. Dem geschulten Auge entgeht es aber nicht.</p>
<p>Am zweiten Spieltag waren etwa auf einmal die Spiele von Eintracht Frankfurt gegen den HSV sowie Schalke gegen Hannover nicht mehr in nativem HD zu sehen.</p>
<p>In der Sommerpause rüstete Plazamedia, die für Sky die Produktionsabwicklung das Sportprogramms verantworten, ihre HD-Kapazitäten auf, um für Sky eine Bundesliga-Konferenz in nativem HD zu bieten.</p>
<p>Doch offenbar hat man hier mal wieder am Geld gespart und nur so viele HD-Schnittplätze wie unbedingt für den Livebetrieb notwendig errichtet. Aber dummerweise reichen diese wohl dann nicht aus, um während der Endphase der Konferenz auch noch die Zusammenfassungen für die direkt daran anschließende Sendung &#8220;Alle Spiele, alle Tore&#8221; zu produzieren - diese sind dann wieder vollständig in nativem HD zu sehen.</p>
<p>Man kann sich darüber streiten, ob man sich wegen weniger Minuten, in denen man sich mit einem SD-Bild zufrieden geben muss, aufregen soll. Zumal am Ende nicht alle, sondern nur einige Spiele nicht mehr natives HD bieten. Schließlich sieht man von über neunzig Minuten Konferenz nur vier, fünf Minuten hochskaliertes SD.</p>
<p>Doch was hängen bleibt:</p>
<p>Es ist und bleibt ein Etikettenschwindel. Die Sky-Konferenz ist <b>nicht</b> zu hundert Prozent in nativem HD.</p>
<p>Und es zeigt mal wieder, dass Sky im Sportbereich nicht nach der in einem schwierigen Markt unbedingt erforderlichen Perfektion, nach dem bestmöglichen Produkt strebt, sondern nach einem Produkt, was nach außen hin so gut wie möglich unter den finanziellen Begrenzungen wirkt, aber unter der Oberfläche doch immer noch nur die selbe Kirch/Plazamedia/Premiere-Suppe ist.</p>
<p>Sky steht international für ein Weltklasse-Produkt, besonders im Sportbereich. Ein Produkt von leidenschaftlichen Sportfans, für leidenschaftliche Sportfans. Eben dieses Streben nach Perfektion. Wie heißt der Werbeclaim von BSkyB in Großbritannien: Keine Kompromisse.</p>
<p>In Deutschland macht Sky nur Dienst nach Vorschrift und braucht sich dann nicht wundern, wenn man nicht als absolutes Premiumprodukt und damit als zu teuer wahrgenommen wird.</p>
<p>Das fängt dabei an, dass man auf eine Newssendung verzichtet, obwohl dieses dem Sky-Sportprogramm die bitter notwendige inhaltliche Klammer geben würde. Das geht weiter damit, dass man lieber die siebenundvierzigste Wiederholung der Bundesliga zeigt als Livesport, für den man außer den Produktionskosten nichts zahlen müsste, weil die Rechte sowieso de facto kostenlos auf dem Markt sind. </p>
<p>Dann, dass man zwar die Recht an der NBA in einer Nacht- &#038; Nebel-Aktion erwirbt, dann aber nur ein technisch minderwertiges 4:3-Bild bieten kann. Und natürlich die spanische Fußball-Liga, die man erneut ignoriert - bei allen Vorbehalten, weil die Spiele auch kostenlos im Internet zu sehen sind - obwohl bei Real Madrid nunmehr zwei deutsche Nationalspieler aktiv sind und die Spiele zu einer perfekten Zeit angestoßen werden, die die Bundesliga- und England-Übertragungen ergänzen würden.<br />
Sky in Italien bietet La Liga. Sky in Großbritannien bietet La Liga. Sky in Deutschland? Kein Bedarf.</p>
<p>Dazu kommen nicht zuletzt solche Aussetzer in der Produktion. In den letzten Wochen hat sich Plazamedia ziemlich regelmäßig technische Nachlässigkeiten geleistet. Asynchroner Ton. Trailer und Beiträge, die nicht rechtzeitig oder gar nicht eingespielt wurden.</p>
<p>Und eben auch dies. Diese Ignoranz gegenüber dem Zuschauer. Dass man denkt, der merkt das schon nicht, dass das Bild am Ende auf einmal nicht mehr natives HD ist.</p>
<p>Das ist eines Premiumprodukts unwürdig.</p>
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		<title>Warum ein eigener Bundesliga-Sender scheitern muss</title>
		<link>http://sportmedienblog.de/2010/08/17/warum-ein-eigener-bundesliga-sender-scheitern-muss/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 12:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist eine schöne Drohkulisse der Deutschen Fußball-Liga und ihrer Gesellschafter. Wenn Sky den toten Maikäfer gibt oder nicht mehr als bisher für die Bundesliga-Rechte zahlen möchte, gründet man doch einfach einen eigenen Liga-Sender.
Vermeintliche Experten wie Bayerns Karl-Heinz Rummenigge oder Wolfsburgs Thomas Röttgermann meinen, mit ihren Hinweisen dem Sky-Eigner News Corporation das Geschäft erklären zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine schöne Drohkulisse der Deutschen Fußball-Liga und ihrer Gesellschafter. Wenn Sky den toten Maikäfer gibt oder nicht mehr als bisher für die Bundesliga-Rechte zahlen möchte, gründet man doch einfach einen eigenen <b>Liga-Sender</b>.</p>
<p>Vermeintliche Experten wie Bayerns Karl-Heinz Rummenigge oder Wolfsburgs Thomas Röttgermann meinen, mit ihren Hinweisen dem Sky-Eigner News Corporation das Geschäft erklären zu müssen. Das Bundling mit &#8220;Filmen&#8221; sieht der Bayern-Vorstand als größtes Problem des deutschen Bezahlfernsehen an. Der Fußball selbst ist nicht das Problem, nein, wieso auch. Würde man die Bundesliga dem Kunden alleine anbieten, das würde weggehen wie geschnitten Brot! Ganz ohne Zwang! So wie damals arena. Naja. Ok. Nächstes Thema.<br />
Wolfsburgs Geschäftsführer Röttgermann, seines Zeichens als ehemaliger Sportfive-Mitarbeiter gar nicht so unbeleckt in dieser Causa, rechnet sogar vor. 400 Mio Euro würde die Unternehmung &#8220;Bundesliga TV&#8221; unter Eigenregie der DFL für drei Jahre kosten (Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/pay-tv-bundesliga-kokettiert-mit-eigenem-pay-tv;2636699">Handelsblatt</a>).</p>
<p>Dann rechnen wir doch mal nach.<span id="more-206"></span></p>
<p><b>400 Mio Euro Kosten</b> für Infrastruktur, Vermarktung, Technik, Produktion für drei Jahre. Dazu kommen die angestrebten Erlöse, die sollen ja bitte nicht weniger sein als das, was Sky derzeit bezahlt. <b>250 Mio Euro im Schnitt pro Saison</b>, macht 750 Mio für drei Jahre. Plus das, was die Telekom für Liga Total zahlt, also nochmal <b>60 Mio für drei Jahre</b>.</p>
<p>Macht summa summarum 1.210.000.000 Euro für drei Jahre, oder gut <b>403,3 Mio pro Saison</b>.</p>
<p>Freundlicherweise hat Sky gestern Zuschauerzahlen bekannt gegeben. Im Schnitt schauten in der letzten Saison am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr 871.000 Zuschauer zu, die zu einem Haushalt mit Abo gehörten. Hinzu kamen 60.000 haushaltsfremde Gäste sowie 235.000 Zuschauer in Sportsbars (Quelle: <a href="http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&#038;p2=43931&#038;p3=">Quotenmeter</a>).</p>
<p>Zusammen gerechnet: <b>1.166.000 Zuschauer.</b> Wohlgemerkt, Zuschauer - nicht Haushalte. Pro Haushalt lässt sich in der Regel nur ein Vollpreisabo verkaufen.</p>
<p>Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland besteht derzeit aus gut 2 Personen. Mir liegen Zahlen vor, dass Sky-Haushalte diese Zahl sogar übertreffen. Aber wollen wir mal nicht so sein. Rechnen wir also nur durch zwei und runden großzügig auf 600.000 Haushalte auf.</p>
<p>Hinzu kommen die 100.000 Haushalte, die ein Abo der Konkurrenz von Liga Total haben. Macht also 700.000 Haushalte, die aufgrund dieser Zahlen wohl uneingeschränkt als direkte Zielgruppe eines Ligasenders gelten müssen.</p>
<p>Sind wir nochmal großzügig. Rechnen wir nochmal 300.000 Haushalte hinzu. Zur Verdeutlichung, was diese Zahl darstellt: Mit 300.000 weiteren Haushalten hätte Sky den Break Even erreicht. Das ist also sehr großzügig. Und angesichts 5,3 Mio Zuschauern im Schnitt für die kostenlose Sportschau in der ARD (Quelle: <a href="http://www.tvmatrix.de/?newsid=11535">TV Matrix</a>) im vergangenen Jahr - wieder: Zuschauer, nicht Haushalte! - ist es nicht abwegig zu behaupten, dass das Marktpotential für Livefußball im Pay TV derzeit maximal bei einer Million liegt.</p>
<p>Gut, dann rechnen wir: </p>
<p>- Eine Million potentielle Abos für ein Abo eines reinen Bundesliga-Kanals</p>
<p>- 403,3 Mio Kosten pro Saison, um 250 Mio für die Bundesligisten zu erlösen</p>
<p>403,3 Mio : 1 Mio Abos = 33,61 Euro</p>
<p>Plus 19% Mehrwertsteuer, macht genau: <b>40 Euro pro Abo, Monat, Nase.</b></p>
<p>Bei Sky sind schon 32,90 Euro im Monat ein Problem. Und jetzt diskutieren wir hier ernsthaft über einen Business Case, der einen Endkundenpreis von 40 Euro pro Monat erfordert?</p>
<p>Liebe Bundesliga. Baut weiter Stadien, kauft weiter Spieler. Das macht Ihr hervorragend. </p>
<p>Aber überlasst das Fernsehmachen anderen.</p>
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		<title>Risiko Magath</title>
		<link>http://sportmedienblog.de/2010/08/15/risiko-magath/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 10:26:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Felix Magath ist der Traum der Medien. Redegewandt, leicht aufbrausend, kauzig, hemdsärmelig. Haut gerne eigene Spieler vor laufender Kamera in die Pfanne. Geriert sich als harter Hund, der &#8220;die verwöhnten Millionäre&#8221; über den Platz scheucht. Der Trainer von Schalke 04 macht besonders dem Boulevard die Arbeit leicht.
Zudem versteht es der Meistertrainer von 2008/09 exzellent, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Felix Magath ist der Traum der Medien. Redegewandt, leicht aufbrausend, kauzig, hemdsärmelig. Haut gerne eigene Spieler vor laufender Kamera in die Pfanne. Geriert sich als harter Hund, der &#8220;die verwöhnten Millionäre&#8221; über den Platz scheucht. Der Trainer von Schalke 04 macht besonders dem Boulevard die Arbeit leicht.</p>
<p>Zudem versteht es der Meistertrainer von 2008/09 exzellent, die Medien durch gezielte Aktionen vor seinen Karren zu spannen. Man denke nur zuletzt an sein bewusstes Anfeuern der Gomez-Spekulationen, die wenige Tage später von Sportdirektor Horst Heldt als vollkommen haltlos bezeichnet wurden.</p>
<p>Das Resultat:</p>
<p>Magath wird von weiten Teilen des Boulevards hofiert. Man hängt ihm bereitwillig an den Lippen, sein Wort hat Gewicht. Er wird als Messias gefeiert, der den &#8220;Chaosklub&#8221; Schalke wieder &#8220;auf Linie&#8221; gebracht und somit erstmals realistische Chancen auf Meisterschaft und dauerhafte Bayern-Konkurrenz entzündet habe.</p>
<p>Doch dabei ist die Schalke-Welt nicht eitel Sonnenschein, wie man es denken mochte. Boulevard-Liebe, Platz 2 und Raúl überdecken einigen Ungemach in der königsblauen Anhängerschaft. Und mit der Absetzung des Fanbeauftragten Rolf Rojek, der seit 1988 diesen Posten bekleidete, treten die ersten Probleme offen zu Tage, die auch &#8220;Messias Magath&#8221; nicht mehr unter den Teppich gekehrt bekommt.<span id="more-205"></span></p>
<p>Es gibt derzeit zwei offene Risse, deren Existenz inzwischen jedem auffallen. Zum einen Magaths Streben nach mehr Macht im Verein, das schlussendlich wohl zum Bruch mit Rojek geführt hat. Bei der letzten Jahreshauptversammlung wollte Magath erreichen, dass der Vorstand auch ohne Zustimmung des Aufsichtsrates über größere Summen verfügen dürfe. Derzeit beträgt die Summe, die Magath ohne Rücksprache ausgeben darf, nur 300 000 Euro. Zum Vergleich, der Vorstand des FC Bayern muss den Aufsichtsrat erst ab Ausgaben über 20 Mio um sein Plazet ersuchen.</p>
<p>Diese Satzungsänderung wurde denkbar knapp abgelehnt. 422 Mitglieder stimmten für die Änderung, 441 jedoch dagegen. Zwischen den Zeilen wird dem Fanbeauftragten Rojek vorgeworfen, dass er in dieser Frage ein Hauptinitiator des Widerstandes gegen die Satzungsänderung gewesen sei.</p>
<p>Der andere Konflikt ist der existenziellere. Schalke drückt ein Schuldenberg von rund 250 Mio Euro. Und - anders als es der <a href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/schalke/2010/05/05/schulden/euro-anleihe-abgeloest.html">Magath-freundliche Boulevard darstellt</a> - ist dieses Problem bei weitem nicht mal ansatzweise gelöst oder entschärft. Die Qualifikation zur Champions League war kein Befreiungsschlag, ebensowenig ist es eine Umschuldung. Es ist vielmehr ein Tropfen im Ozean. 60 Mio Euro kann man als deutscher Gewinner der Königsklasse in etwa verdienen - abzüglich Prämien, abhängig vom Abschneiden der anderen deutschen Vertreter. Doch wer glaubt ernsthaft an einen Schalker Triumph in Wembley? Die Schalker Entschuldung ist kein Sprint, sondern ein Marathon.</p>
<p>Magath hat geschafft, dass ihm in diesem Sommer Mehreinnahmen aus dem Lizenzspielerbereich für Neuverpflichtungen zur Verfügung gestellt werden. Von 30 Mio reden die Medien. Damit soll verhindert werden, dass nach dem Erfolg der Vorsaison der Weg wieder rückwärts geht und man auch in der CL Erfolge feiern kann. Dennoch ist hiermit auch eine große Gefahr verbunden. Die Sanierung des Vereins wird noch weiter hinausgezögert. Schalke legte vor kurzem eine Fananleihe auf, da auf dem &#8220;normalen&#8221; Geldmarkt für den Verein keine attraktiven Konditionen mehr zu bekommen waren.<br />
Egal, was Boulevardmedien und Magath behaupten: Die Finanzlage von Schalke 04 ist dramatisch.</p>
<p>Daneben erscheint der <a href="http://www.derwesten.de/sport/fussball/s04/Kritik-von-Schalker-Fans-vor-der-Jahreshauptversammlung-id2964146.html">Ärger über erhöhte Ticketpreise</a> wie ein Sturm im Wasserglas.</p>
<p>Magath ist derzeit der Alleinherrscher auf Schalke. Daneben erscheinen Tönnies und Heldt maximal als Abteilungsleiter von Felix&#8217; Gnaden. Das Problem ist, was passiert, wenn der sportliche Erfolg - warum auch immer - ausbleibt. Wenn die finanziellen Mehreinnahmen ausbleiben. Schalke hätte die Chance gehabt, die Gesundung des Vereins zu beschleunigen. Magath entschied sich dagegen, er setzt auf das Pferd, die sportliche Gesundung zu beschleunigen - mit dem Versprechen, dann später als etablierter Großklub die Sanierung einfacher zu gestalten.</p>
<p>Doch stellt sich so mancher die Frage, ob Magath - der bei Bayern nach zweieinhalb Jahren vor die Tür gesetzt wurde, bei Wolfsburg nach zwei Jahren freiwillig von der Fahne geht - noch den Abschluss der Schalker Sanierung miterleben wird. Es braucht keinen Hellseher, um diese Frage mit &#8220;Nein&#8221; zu beantworten.</p>
<p>Schalke ist größer als Magath. Der Verein wäre gut beraten, sich nicht widerspruchslos in dessen Hände zu begeben. Mit der Absetzung des Fanbeauftragten Rolf Rojek hat man nun aber ein Stück echtes Schalke entfernt.</p>
<p>Der Erfolg des FC Bayern basiert auch darauf, dass die Verantwortung auf viele Schultern verteilt wurde. Der VfL Wolfsburg konnte den Eigenbrödler Magath verkraften, mit der Finanzkraft von Volkswagen im Hintergrund. Doch nach dessen Abgang brauchte es mindestens ein Jahr, bis man wieder einigermaßen &#8220;auf Spur&#8221; war und die Magath-Strukturen wieder ausglich.</p>
<p>Ob Schalke die Kraft hätte, einen Magath-Abgang in ein, zwei Jahren zu verkraften? Es ist zu bezweifeln. Und der Schuldenberg erlaubt eigentlich kein verschenktes Jahr, ohne gleich existenzbedrohend zu werden.</p>
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		<item>
		<title>News Corp gibt sich nicht geschlagen</title>
		<link>http://sportmedienblog.de/2010/08/02/news-corp-gibt-sich-nicht-geschlagen/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 20:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Der deutsche Pay-TV-Primus Sky geht mal wieder zum Geldautomaten. Montagabend nach Börsenschluss kündigte man an, dass man mit der Muttergesellschaft News Corporation eine Finanzierungsmaßnahme vereinbart habe, die dem Münchener Unternehmen in diesem Herbst mindestens 340 Mio Euro frisches Kapital in die Tasche spülen werden.
Hintergrund für diesen Schritt ist, dass CEO Brian Sullivan unzufrieden mit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der deutsche Pay-TV-Primus <b>Sky</b> geht mal wieder zum Geldautomaten. Montagabend nach Börsenschluss kündigte man an, dass man mit der Muttergesellschaft News Corporation eine <a href="http://info.sky.de/inhalt/de/medienzentrum_news_uk_02082010.jsp">Finanzierungsmaßnahme</a> vereinbart habe, die dem Münchener Unternehmen in diesem Herbst mindestens 340 Mio Euro frisches Kapital in die Tasche spülen werden.</p>
<p>Hintergrund für diesen Schritt ist, dass CEO Brian Sullivan unzufrieden mit der Geschwindigkeit des Wachstum ist. </p>
<p>So der PR-Sprech. Wenn man es böse formulieren will, würde man behaupten, dass der urspüngliche Businessplan, nach dem man Anfang 2011 erstmals schwarze Zahlen schreiben wollte, gerade geplatzt ist und die Kreditlinien in akuter Gefahr wären, wenn man so weiter macht wie bisher.</p>
<p>Da ist sicherlich etwas Wahres dran.</p>
<p>Eine andere Interpretation liegt zwischen den Zeilen verborgen.<span id="more-203"></span></p>
<p>Schon anlässlich des auf der ordentlichen Hauptversammlung im April genehmigten Kapitals, das die Möglichkeit einer erneuten Kapitalerhöhung, zur Ausgabe von bis zu gut 405 Mio neuen Aktien vorsah, gab Sullivan auf Nachfragen von Analysten zu diesem Thema eine interessante Antwort.</p>
<p>Man sehe derzeit keine Notwendigkeit, diese Option zu nutzen, wenn man aber die Möglichkeit sehe, schneller zu wachsen, werde man darauf zurückgreifen.</p>
<p>Dies tut man nun und gibt knapp 270 Mio neue Aktien aus, den angestrebten Erlös sichert News Corp ab.</p>
<p>Wie man das Geld verwenden will, sagt man auch - greift aber hierzu auf altbekannte Phrasen zurück. Stärkung von HD, Stärkung von Sky+, Stärkung von neuen Services. Interessanter ist, wenn man diese Nachricht mit den Meldungen und Gerüchten der letzten Wochen zusammen betrachtet. Drei Sender, die bisher schon auf der Sky-Plattform vertreten sind, haben für diesen Herbst HD-Versionen ihrer Programme angekündigt: TNT Serie, TNT Film und ESPN America.</p>
<p>Eins und eins kann jeder zusammen zählen, zudem es bezüglich ESPN America HD schon vor der offiziellen Bekanntgabe des Deutschlandstarts Gerüchte gab.</p>
<p>Weiterhin kündigte AXN den Start eines HD-Ablegers an.</p>
<p>Doch diese Sender kosten, Transponder kosten (offizielle Zahlen gibt es nicht, aber SES Astra verlangt dem Vernehmen nach ca. 6 Mio Euro Jahresmiete).</p>
<p>Genug der Gerüchteküche. Schauen wir auf die Zahlen des zweiten Quartals, die es zusammen mit der aktuellen Ankündigung gab.</p>
<p>Die gute Nachricht, Nummer 1:</p>
<p>Nach dem desaströsen Nettoneukundenwachstum im ersten Quartal von bloß 1000 Kunden hat man eine Steigerung hinbekommen.</p>
<p>Die gute Nachricht, Nummer 2:</p>
<p>Somit hat Sky (bzw. zuvor PREMIERE) seit 2005 das erste mal wieder ein Nettowachstum in einem zweiten Quartal vorlegen können.</p>
<p>Bei allem Pessimismus ist das - trotz der hohen Erwartungen, die auch von Sky selbst geschürt wurden - in dem generell schwachen ersten Halbjahr ein kleiner Erfolg.</p>
<p>Die schlechte Nachricht:</p>
<p>Das Nettowachstum beträgt immer noch nur 6.000 Kunden. Bezahlt hat man dieses mit einem leicht sinkenden ARPU.</p>
<p>Dennoch gibt es eine Kennziffer, die verrät, warum News Corp erneut in Vorleistung geht und weiteres Geld für eine Investition bereitstellt, die so viele schon abgeschrieben haben. Das EBITDA. Das EBITDA, also earnings before interest, taxes, depreciation and amortization - Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen - ist eine der wichtigsten Kennzahlen, wenn es darum geht, die Leistung von Unternehmen zu beurteilen. Diese Zahl wird nicht beeinflusst durch Cashflow-neutrale, bilanzielle Sondereffekte - wie etwa die Abschreibung auf die Marke PREMIERE, die immer noch vielen Beobachtern und Kommentarschreibern dazu dient, die finanzielle Entwicklung von Sky noch schlimmer darzustellen als sie sowieso schon ist. Vorgänge, die bilanziell zwar &#8220;Geld&#8221; kosten, aber eben für den täglichen Betrieb vollkommen irrelevant sind, weil dadurch kein einziger Euro weniger in der Kasse liegt.</p>
<p>Schauen wir also auf das EBITDA.</p>
<p>Q1/09: -29,8 Mio<br />
Q2/09: -63,4 Mio<br />
Q3/09: -87,9 Mio<br />
Q4/09: -81,6 Mio<br />
Q1/10: -64,5 Mio<br />
Q2/10: -47,4 Mio</p>
<p>Seit dem Relaunch im dritten Quartal 2009 unter der Sky-Marke ist ein deutlicher Trend zu erkennen. Durch die Erweiterung des Angebots und die Investitionen in Marketing und Werbung war es klar, dass die Ausgaben - und damit das bilanzielle Ergebnis - vorerst in den Keller gehen würde. Das war auch so geplant.</p>
<p>Nicht so geplant war, mit welchem &#8220;Tempo&#8221; - bzw. eben nicht - die Kundenzahl sich verbesserte.</p>
<p>Natürlich könnte man jetzt ein &#8220;weiter so&#8221; ausstoßen. Das EBITDA entwickelt sich ja in die richtige Richtung. Erst 6 Mio weniger Verlust. Dann 17 Mio weniger. Nun wieder 17 Mio. Ginge es in diesem Tempo und Maß weiter, wäre der Break Even im zweiten Quartal 2011 erreicht.</p>
<p>Das Problem ist nur: Geht es so weiter?</p>
<p>Sky beantwortet diese Frage wohl selbst mit Nein, anders ist der heutige Schritt nicht erklärbar. Man sieht die Notwendigkeit einer erneuten Aufbauspritze, um den Schwung des Wachstums zu erhöhen. Durch noch mehr HD-Sender. Preissenkungen bei Sky+, das im Vergleich zu UK geradezu horrend teuer ist. Der Start des Push-VOD-Angebots Sky Anytime (das von der Verbreitung der Sky+-Boxen abhängig ist).</p>
<p>All diese Maßnahmen versprechen in einem schwierigen Markt Wachstumschancen.</p>
<p>Unklug ist der Zeitpunkt nicht. Die Wirtschaft zieht an, der im Umbruch befindliche Medienmarkt stabilisiert sich wieder, Werbebuchungen nehmen wieder zu. Und da ist es besser, wenn man schon auf dem Zug sitzt, wenn er losfährt.</p>
<p>News Corp wird gerne und häufig für sein Investment in Deutschland kritisiert. Doch objektiv betrachtet hat man nur einen einzigen Fehler gemacht: Man hat an Unitymedia für deren Anteil an PREMIERE viel zu viel bezahlt. Vielleicht weil man befürchtete, dass CANAL+ ihnen zuvorkommen könnte. In dieser Folge unterschätzte man das notwendige Investitionsvolumen. Diesen Fehler wetzt man nun mit einer erneuten Kapitalerhöhung aus.</p>
<p>Doch bei allen Hiobsbotschaften: Schaut man sich die Zahlen von Sky an, sieht man, was News Corp sieht. Eine Chance, dass es tatsächlich klappt. Dass es schwerer als geplant wird. Dass dennoch Ende 2011 der Turnaround geschafft sein könnte. Rechtzeitig, bevor die Kredite fällig werden.</p>
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		<title>Wasser in der Sahara - oder: Weltklasse á la Kicker</title>
		<link>http://sportmedienblog.de/2010/07/22/wasser-in-der-sahara-oder-weltklasse-a-la-kicker/</link>
		<comments>http://sportmedienblog.de/2010/07/22/wasser-in-der-sahara-oder-weltklasse-a-la-kicker/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 14:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Jede Sommer- und Winterpause ist es ein Ritual in Nürnberg. In den Räumen des Olympia Verlags setzt sich eine Gruppe honoriger Sportjournalisten zusammen und konzipiert die halbjährliche Leistungsschau des deutschen Fußballs. Die Kicker Ranglisten.
Ob Weltklasse, Internationale Klasse, im weiteren Kreis oder Blickfeld - bei Fans wie Profis sorgen die regelmäßigen Einstufungen jedes mal für intensive [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede Sommer- und Winterpause ist es ein Ritual in Nürnberg. In den Räumen des Olympia Verlags setzt sich eine Gruppe honoriger Sportjournalisten zusammen und konzipiert die halbjährliche Leistungsschau des deutschen Fußballs. Die Kicker Ranglisten.</p>
<p>Ob Weltklasse, Internationale Klasse, im weiteren Kreis oder Blickfeld - bei Fans wie Profis sorgen die regelmäßigen Einstufungen jedes mal für intensive Diskussionen.</p>
<p>Doch die Einstufung krankt sowohl an einem kapitalen Konstruktionsfehler wie auch an übermäßig kritischen Ansprüchen des Kickers.<span id="more-202"></span></p>
<p>Angefangen mit der Bezeichung und Aufteilung der einzelnen Kategorien, hier tut man sich mit den Begriffen &#8220;Weltklasse&#8221; und &#8220;Internationale Klasse&#8221; überhaupt keinen Gefallen.</p>
<p>Was wollen diese Begriffe eigentlich aussagen? Was bedeutet Weltklasse? Was ist &#8220;Internationale Klasse&#8221;? Überhaupt, was ist &#8220;im weiteren Kreis&#8221;? Welcher Kreis? Der Kreidekreis? Und das &#8220;Blickfeld&#8221;? Sollte bei einer professionellen, ernsthaften Beobachtung des deutschen Fußballs nicht jeder Spieler irgendwie &#8220;im Blickfeld&#8221; sein? Nur mal rein von der Bedeutung des Wortes her gesehen.</p>
<p>Der Kicker trägt zur Aufklärung auch nicht bei. Eine Bestimmung der Anforderungen hat man selten bis nie gelesen, wird man auch wohl nicht. Ist es eine absolute Einstufung? Eine relative? Man weiß es nicht.</p>
<p>Der Begriff &#8220;Weltklasse&#8221;, das vierblättrige Kleeblatt des Fußballs, drückt eine Art höchste Ehre aus. Aber der Kicker setzt dies natürlich nicht relativ an. Das heißt, der beste deutsche Torhüter ist nicht zwangsläufig Weltklasse. Dafür bedarf es offenbar mehr. Wieviel mehr? Man könnte versuchen, den Begriff Weltklasse folgendermaßen zu umschreiben:</p>
<p><i>Weltklasse ist, wer aufgrund seiner Leistungen in jeder Mannschaft dieser Welt einen Stammplatz hätte.</i></p>
<p>Aber wäre diese Voraussetzung nicht zu eng? Muss es wirklich Barca-Qualität sein, damit ein Spieler &#8220;Weltklasse&#8221; ist? Und im Gegenzug, ist wirklich jeder Spieler von Barca, Madrid oder Man Utd Weltklasse? Genügt es nicht auch, wenn man in seiner Mannschaft unumstrittener, herausragender Leistungsträger ist? Muss es Leistung in der Champions League sein? Will man einen Spieler - wie etwa Edin Dzeko - ernsthaft dafür bestrafen, dass er in einer Mannschaft spielt, die nunmal auf allerhöchstem Niveau nicht mithalten kann? Weil er der einzige Diamant ist?</p>
<p>Das kann es doch nicht sein.</p>
<p>Darüber hinaus drückt die Kicker-Rangliste eine gewisse Verachtung für die Bundesliga aus. Für Weltklasse und Internationale Klasse genügt es nicht, konstant gute Leistungen in der Bundesliga abzuliefern. Das reicht dem Kicker nicht. Siehe etwa Jaroslav Drobny, der in einer schwachen Mannschaft in der Rückrunde hervorragende Leistungen gezeigt hat und nicht ohne Grund nun beim HSV mit seinen internationalen Ansprüchen spielt. Trotzdem landet er - genauso wie Jörg Butt - nur &#8220;im weiteren Kreis&#8221;.</p>
<p>Allein diese Aussage, diese beiden Spieler seien nicht &#8220;Internationale Klasse&#8221; - unabhängig von den Maßstäben, die der Kicker vielleicht ansetzt - allein der Klang dieses Begriffs; nach dem Motto, diese beiden Spieler mögen Propheten im eigenen Lande sein, woanders sind sie nicht zu gebrauchen, zeigt, wie schlecht doch schon die Ranglisten-Kategorien gewählt sind.</p>
<p>Mit dieser Liste kann der Kicker nur eines tun: Fans und Spieler vor den Kopf stoßen.</p>
<p>Einerseits werden so abstrus hohe Maßstäbe angesetzt, das nicht mal der Torwart des Fast-Triplesiegers in der internationalen Klasse landet; anderseits bezeichnet man die Kategorien so, dass sich jeder nicht aufgeführte Spieler wie ein Einbeiniger fühlen muss:</p>
<p><i>Nicht mal im Blickfeld?</i></p>
<p>Diesen Schock mussten bis auf neun sämtliche Torhüter der deutschen Eliteklasse verkraften. Darunter illustre Namen wie Logan Bailly oder Faryd Mondragon, die in der vergangenen Rückrunde zweifellos zu den Leistungsträgern ihres Vereins gehörten.</p>
<p>Der Kicker veröffentlichte zu Beginn der Ranglisten eine Statistik. Viermal Weltklasse, zehnmal internationale Klasse verteilte man für diese Rückrunde. Was das aussagt? Von über 400 Spielern der Bundesliga waren nur vierzehn gut oder sehr gut. Der Rest? Dienst nach Vorschrift. Oder Füllstoff. Mitläufer. Wasserträger.</p>
<p>Nein, lieber Kicker. Diese Kategorien sind nicht mehr und nicht weniger als totaler Humbug, der den deutschen Fußball kleiner macht, als er ist. Die Bundesliga ist knapp davor, wieder die Nummer 3 in Europa zu werden. Die deutsche Nationalmannschaft ist als Vize-Europameister aktuell Dritter in Südafrika geworden. Und trotzdem: Nur vierzehn Spieler sind im oberen Drittel anzusiedeln?</p>
<p>Der Kicker verfolgt mit dieser Politik offenbar eine Strategie der Verknappung. Wenn der Kicker mal Weltklasse oder Internationale Klasse vergibt, soll dies etwas besonderes sein. Dafür verwendet man aber so allgemeine Begriffe, die der Durchschnittsfan, der sich nicht mit den Kicker-Regularien der Ranglisten beschäftigt, vollkommen anders versteht. Rein vom Begriff her, nochmals, müsste jeder Spieler, der im oberen Viertel der Liga beschäftigt ist, über internationale Klasse verfügen, da er ja international spielt. Jeder Nationalspieler müsste, rein vom Begriff, über internationale Klasse verfügen. An diesem Begriff hakt es am meisten, gar nicht so sehr an dem der Weltklasse - so diffus auch dieser gewählt ist.</p>
<p>Die Kategorien, die sowohl falsch benannt wie auch falsch abgegrenzt sind, sind aber nicht der einzige Makel der Ranglisten.</p>
<p>Der Kicker setzt Maßstäbe an, die kaum ein Bundesliga-Spieler erfüllen kann. Philipp Lahm kommt von einer seiner stärksten Halbserie zurück, spielte für Bayern hinter Robben eine überragende Saison, sowohl nach vorne wie hinten. Und lieferte genau dasselbe noch mal für Deutschland bei der WM ab.</p>
<p>Und der Kicker?</p>
<p>Internationale Klasse.</p>
<p>Was bitte soll Lahm noch tun, um in die Weltklasse á la Kicker vorzurücken? Lahm stellt derzeit zusammen mit Sergio Ramos den besten Rechtsverteidiger der Welt dar. Was fehlt da noch zur Weltklasse? Es fällt einem nach größtem Bemühen nichts ein.<br />
Neben Lahm werden nur noch zwei weitere Außenverteidiger überhaupt &#8220;im weiteren Kreis&#8221; aufgeführt - Stuttgarts Molinaro und Wolfsburgs Riether.<br />
Der Rest? Wie gesagt, die müssen sich wie Einbeinige fühlen. Unter anderem Jerome Boateng, der Man City immerhin 12 Mio Euro wert war. Und nun von den strengen Kicker-Auguren im &#8220;Blickfeld&#8221; verortet wird.</p>
<p>Manuel Neuer war bei der WM einer der drei besten Torhüter. Aber auch hier genügt es nicht zur Weltklasse. Diego Benaglio, top für Wolfsburg, top für die Schweiz. Blickfeld. Bitte? Muss man nicht verstehen.</p>
<p>Dafür verordnet man hinter Arjen Robben in der Weltklasse gleich acht Spieler auf der offensiven Außenbahn. Aber nicht in der internationalen Klasse. Au contraire. Da ist natürlich keiner. Sondern &#8220;im weiteren Kreis&#8221;. Nein, auch das muss man nicht nachvollziehen können. Immerhin tauchen 14 Spieler der Bundesliga auf dieser Position auf, somit fast die Hälfte der auf diesem Posten Aktiven, die die Kriterien des Kickers zur Bewertung erfüllten.</p>
<p>Schlussendlich erreicht der Kicker aber, was er will. Man sorgt in der Fußballlosen Zeit für Diskussionen. Aber eine ernsthafte Bewertung ist mit diesen Kategorien schlicht nicht möglich, schon gar nicht, wenn man solch absurd hohen Ansprüche stellt wie das Nürnberger Traditionsmagazin. Und es wäre nicht ganz so ärgerlich, wenn man die Bundesliga nach der Lektüre der Ranglisten nicht als Hort der Blinden dargestellt sehen würde, die international nichts zu melden hat.</p>
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		<title>The same procedure&#8230;</title>
		<link>http://sportmedienblog.de/2010/07/17/the-same-procedure/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 10:01:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>

		<category><![CDATA[Champions League]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Man fühlt sich zurückversetzt. In den Sommer 2006. In den Sommer 2008. Erneut verweigert die sportliche, wirtschaftliche Führung des FC Bayern dringend notwendige Transfers oder gibt sich mit günstigeren Notlösungen zufrieden. Lässt sich von einer guten, ja vielleicht in Teilen gar herausragenden Saison blenden und unterschätzt die Notwendigkeit von punktuellen Investitionen in die Mannschaft.
2006 war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man fühlt sich zurückversetzt. In den Sommer 2006. In den Sommer 2008. Erneut verweigert die sportliche, wirtschaftliche Führung des FC Bayern dringend notwendige Transfers oder gibt sich mit günstigeren Notlösungen zufrieden. Lässt sich von einer guten, ja vielleicht in Teilen gar herausragenden Saison blenden und unterschätzt die Notwendigkeit von punktuellen Investitionen in die Mannschaft.</p>
<p>2006 war es der Abgang von Michael Ballack und Ze Roberto, der nicht mal ansatzweise kompensiert wurde. Man fabulierte von internen Lösungen Marke Santa Cruz und griff dann noch spät zum Panikkauf Mark van Bommel. 2008 wurde der Kader aus bis heute noch nicht nachvollziehbaren Gründen nach der guten Saison 2007/08 stark ausgedünnt. Neben anderen Problemen, etwa auf der Trainerposition - über Klinsmann ist schon genug geredet worden - sorgte gerade in diesen Jahren nach Europa- und Weltmeisterschaften, die für die deutschen Nationalspieler des FCB emotionale Höhepunkte, aber auch körperliche Ausnahmebelastungen darstellten, das Unterschätzen der Probleme und das Überschätzen des Kaders für einen mieserablen Saisonstart und im Endeffekt für eine Chaossaison, die nach dem Double im Vorjahr mit keinem einzigen Titel abgeschlossen werden konnte. 2006/07 verpasste man sogar die Qualifikation zur Champions League.</p>
<p>Gelernt hat die Bayern-Führung daraus: Nichts.<span id="more-201"></span></p>
<p>Die bestehenden Probleme auf der Außenverteidigerposition wurden erkannt, bisher aber, drei Wochen vor dem Saisonauftakt im Supercup gegen Schalke, nicht behoben. Mehr noch, der Kader wurde auch hier mal wieder in der Breite ausgedünnt. Christian Lell zur Hertha, Andreas Görlitz auch weg. Somit steht als erster Lahm-Ersatz nach derzeitigem Stand der gelernte Mittelfeldspieler Hamit Altintop zur Verfügung. Zugegeben, Philipp Lahm fiel letzte Saison so gut wie nicht aus. Ob dies nach über sechzig Pflichtspielen in der letzten Saison ohne richtige Erholungsphase und Vorbereitung in dieser wieder so sein wird, ist zu bezweifeln. Zumal sich Lahm mit seinem Kapitänsanspruch in der Nationalmannschaft eine weitere emotionale Belastung auferlegt hat, die ihn ablenken könnte.</p>
<p>Dass die Linksverteidigerposition die absolute Schwachstelle der Mannschaft darstellt, ist inzwischen auch bei Nerlinger &#038; Co. angekommen. Nicht umsonst fand sich der portugiesische Auswahlspieler Fabio Coentrao spätestens nach einer guten WM im Fokus des deutschen Rekordmeisters. Erst in der vergangenen Saison bei Benfica mehr aus der Not heraus vom linken offensiven Mittelfeld auf die defensive Position umgeschult, war er in Südafrika eine der positiven Überraschungen des Turniers. Erfreulich, dass er auch auf diesem Niveau mithalten kann.</p>
<p>Doch die Ablöseforderung von Benfica schreckt den Vorstand ab. 30 Mio Euro hat der junge Portugiese in seinem Arbeitspapier festgeschrieben. Eine Summe, die der FC Bayern nicht bereit ist zu zahlen. Einerseits verständlich, bei einem Spieler, der wie erwähnt noch kein halbes Jahr auf dieser Position spielt. Risiko wäre daher so oder so bei dieser Personalie dabei. Andererseits muss man aber auch den Markt für linksfüßige Verteidiger betrachten, der sehr dünn und dicht besiedelt ist. Auf dem selbst ein Edson Braafheid, für offensiv zu schlecht für Bayern befunden, wohl in den Top 20 in Europa zu verorten ist. Man muss es so klar sehen: So viele offensivstarke Linksverteidiger gibt es nicht, erst Recht nicht solche mit Potential nach oben.</p>
<p>Da sich der portugiesische Traditionsverein derzeit nur wenig bewegt, erörtert man andere Optionen. Der Holländer Gregory van der Wiel von Ajax Amsterdam könnte es sein. Sein Problem: Ebenso relativ unbeleckt, immerhin auf dieser Position ausgebildet, immerhin Stammspieler in der Elftal. Aber: Rechtsverteidiger.</p>
<p>Louis van Gaal predigte in der letzten Saison ständig sein &#8220;ganzheitliches Prinzip&#8221;. Dass auch Kleinigkeiten einen Spieler von seiner Topleistung abhalten können. Und dazu gehört auch, dass der Rechtsfuß Lahm sich auf Rechts stärker sieht. Und fühlt. Und entgegen der Meinung mancher Meinungsmacher auf dieser Seite auch statistisch besser ist. Weniger Tore schießt er dort, ja. Aber seine Pässe nach innen kommen genauer, erst recht seine Flanken.</p>
<p>Das größte Problem bei einer Verpflichtung van der Wiels wäre somit, dass man in der Bestrebung, ein Problem zu lösen, ein anderes schafft.</p>
<p>Kann man derzeit noch darauf verweisen, dass man zwar neben der Rückkehr diverse ausgeliehener Spieler keinen Neuzugang integrieren muss und damit auf die Automatismen der letzten Saison zurückgreifen kann, zerreißt man sich mit dieser Umstellung gerade die rechte Sahneseite mit Lahm und Robben, über die zuletzt die meisten gefährlichen Angriffe abliefen. Das muss man also einkalkulieren, wenn man wegen der ein oder anderen Million zur Notlösung van der Wiel greift.</p>
<p>Neben den Problemen auf der Außenverteidigerposition überschätzt man mal wieder die Breite des Kaders. Nach jetzigem Stand gehen die Bayern mit drei gelernten Stürmern in die Saison. Natürlich, im derzeit praktizierten 4-5-1 braucht es nur einen Stürmer. Wenn aber mit Mario Gomez und Miroslav Klose zwei der drei Stürmer eine durchwachsene Bundesliga-Saison hinter sich haben, muss man sich ernsthaft fragen, ob diese Konstellation denn ausreicht für die Belastung in drei Wettbewerben. Von dem immer gern genannten Argument, dass man nach Erfolgen neue Reize schaffen müsse, ganz zu schweigen. Damit soll hier kein Transfer der Größenordnung Edin Dzeko verlangt werden. Vielmehr müsste man sich wahlweise nach einem jungen, hungrigen Stürmer umsehen, oder aber einem am Ende der Karriere. Der sich eben auch mit wenigen Spielen zufrieden gibt. Für den ein Jahr auf der Bank kein verlorenes Jahr ist.</p>
<p>Die Torwartfrage stellt sich da schon fast als geringstes Problem dar. Man hat sich wohl mittelfristig auf Manuel Neuer eingeschossen, weshalb man andere ausländische Lösungen, die sich in diesem Sommer angeboten hatten (wie etwa der Portugiese Eduardo), ignorierte. Leise Zweifel, ob Hans-Jörg Butt trotz guter Leistungen in der Vorsaison für den Sieg in der Champions League genügt, dürfen dennoch erlaubt sein.</p>
<p>Der Kader des FC Bayern stellt sich derzeit nicht so dar, dass man davon ausgehen kann, dass die Bundesliga-Saison ein Selbstläufer wird. Ganz im Gegenteil, die Probleme stapeln sich. Eine praktisch nicht existente Vorbereitung. Ein dünner Kader. Keine 1A-Lösung auf Links in Sicht. Ein schweres Auftaktprogramm. Und nicht zuletzt hungrige Konkurrenz, die - wie etwa Schalke und Wolfsburg - weitaus intensiver investiert.</p>
<p>Man hofft insgeheim, dass in dem Verhalten von Rummenigge und Nerlinger derzeit viel Gepokere dabei ist, um die Ablöseforderung zu drücken. Dennoch hat man leider 2006 und 2008 anderes erlebt, was für das Gegenteil spricht. Und dass die Aussage, man werde zur Not mit Contento als Nr. 1 auf Links - bei allem Talent, das kann nicht der Anspruch des FC Bayern sein; auch die Entdeckungen Thomas Müller und Holger Badstuber mussten sich gegen etablierte Konkurrenz durchsetzen und kamen nicht wie die Jungfrau zum Kind zu ihrem Stammplatz - in die Saison gehen, in drei, vier Wochen bittere Realität sein könnte.</p>
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		<title>Fragen nach dem Ende von arenaSAT</title>
		<link>http://sportmedienblog.de/2010/06/16/fragen-nach-dem-ende-von-arenasat/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 12:53:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat heute bekanntgegeben, dass man den Betrieb seiner Satellitenplattform arenaSAT zum 1. November 2010 einstellen wird.
Damit endet ein gut vierjähriges Abenteuer, das nötig wurde, als Kabel Deutschland im Winter 2005 kurz vor der Vergabe der Bundesliga-Rechte einen Rückzieher machte und sich aus dem geplanten Bieterkonsortium arena zurückzog.
Wie inzwischen aufgrund des damaligen Unitymedia [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat heute <a href="http://www.arena.tv/kundeninfo/">bekanntgegeben</a>, dass man den Betrieb seiner Satellitenplattform <b>arenaSAT</b> zum 1. November 2010 einstellen wird.</p>
<p>Damit endet ein gut vierjähriges Abenteuer, das nötig wurde, als Kabel Deutschland im Winter 2005 kurz vor der Vergabe der Bundesliga-Rechte einen Rückzieher machte und sich aus dem geplanten Bieterkonsortium arena zurückzog.</p>
<p>Wie inzwischen aufgrund des damaligen Unitymedia CEOs Parm Sandhu bekannt, war arenaSAT alles andere als geplant. Ziel der Unternehmung arena war es, das damalige PREMIERE zu einer Zusammenarbeit, zu einem Wholesale-Deal zu zwingen. Den Kabelnetzern fehlten Premiuminhalte, auf denen der damals stabile Pay-TV-Platzhirsch langfristig saß. Und zur Abgabe von Kundenbeziehungen im Kabel oder Kooperationen war Senderchef Georg Kofler nicht bereit. Damit stand man vor dem Problem, dass man Triple Play Angebote nur mit weniger attraktiven Basissendern schnüren konnte.<span id="more-200"></span></p>
<p>Also wollte man mit Hilfe der Bundesliga-Rechte diese Situation ändern. Zu diesem Zwecke traten die beiden größten Kabelnetzbetreiber, Unitymedia und Kabel Deutschland, zum Bieterverfahren an. Gemeinsam hätten sie die Verbreitungsquote für Pay TV erreicht und wären nicht auf einen anderen Partner angewiesen gewesen. Wäre dieses Bieterkonsortium somit erfolgreich gewesen, hätte womöglich der Sat-Zuschauer am 1. Spieltag 2006 einen schwarzen Bildschirm gehabt. Doch auch das war nicht geplant.</p>
<p>Geplant war vielmehr, PREMIERE mit Hilfe der Rechte an der Bundesliga zu einer Kooperation zu zwingen. Hierzu wollten die Kabelnetzer sämtliche Premiuminhalte im Wholesale-Verfahren vertreiben, würden dagegen die Satrechte an PREMIERE abgeben (dass auch dieses Vorhaben wie auch die spätere Kooperation später sehr wahrscheinlich von den Kartellbehörden kassiert worden wäre, steht auf einem anderen Zettel).</p>
<p>Nun gut, kurz vor dem Ende des Bieterverfahrens sprang Kabel Deutschland ab, arena war auf einen Partner angewiesen, um die vorgeschriebene Verbreitungsquote zu erreichen. Oder eben: Eine Satplattform. Und genau diesen Weg wählte man. Man gründete das spätere arenaSAT.</p>
<p><i>Fast Forward</i> in den Sommer 2009. Der inzwischen in Sky umbenante Pay TV Sender aus München hat nunmehr die Bundesliga-Rechte direkt und exklusiv, arenaSAT steht somit ohne Livefußball aus der deutschen Eliteklasse da. Die Entwicklung der Kundenzahl gestaltete sich wie erwartet: Nach unten. Zuletzt verzeichnete man nur noch gut 50.000 Kunden. Zu wenig zum überleben.</p>
<p>Somit kommt das Ende nicht überraschend, zumal viele Sender aus dem Angebot inzwischen auch bei Sky zu abonnieren und dort in oftmals sowohl preislich wie auch inhaltlich attraktiveren Paketen enthalten sind.</p>
<p>Einige Fragen stellen sich jedoch trotzdem.</p>
<p>arenaSAT bietet derzeit sechs Sender, die noch nicht bei Sky zu empfangen sind. Zum Großteil sind dies nicht gerade die <i>Übersender</i>, sondern solch Standardware wie Travel Channel oder MTV Hits. Auch sind die dort vorhandenen Programmfarben bei Sky schon anderweitig abgedeckt, wie etwa bei Playboy TV oder auto motor und sport. Diese Sender dürften es schwer haben, über Sat eine neue Heimat zu finden. Ob sie bei Sky Welt Extra Unterschlupf finden, dürfte fraglich sein.</p>
<p>Weiters ist fraglich, was mit dem von arenaSAT angemieteten Transponder (12441 V) geschieht, auf dem auch einige Sender (etwa Eurosport 2) aufgeschaltet sind, die im Sky Welt Extra Paket vermarktet werden - und die Sky dort ebenfalls abgreift.</p>
<p>Mit dem Ende von arenaSAT endet auch eine lange Phase der unnötigen Doppelausstrahlungen auf Astra 19.2° Ost. Diverse Sender, die bei beiden Anbietern zu empfangen waren, verbreiten ihr Programm auf zwei Transpondern (Sender wie Fox, History oder National Geographic). Somit gibt es im Herbst mal wieder etwas Platz für Neuaufschaltungen. Ob auch wieder Angebote für den deutschen Markt hier aufgeschaltet werden, muss bezweifelt werden. Da sind Frankreich und Spanien in der Vergangenheit weitaus expansiver aufgetreten - in Deutschland werden eher Sender abgeschaltet.</p>
<p>Mit dem Ende von arenaSAT ist Sky wieder im Direct To Home Markt Monopolist, was Basic Pay TV angeht. Anders als unter Kofler muss man aber diesmal nicht befürchten, dass man nun wieder ohne den Stachel im Hintern in Gemütlichkeit verfällt. Dafür weht unter Sullivan &#038; Co. doch ein anderer Wind.</p>
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		<title>Sky, warum nicht immer so?</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 10:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>

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		<description><![CDATA[Es folgt ein offener Brief an Sky, den ich so auch soeben per Fax an die Sky-Sportredaktion geschickt habe.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen ein Lob aussprechen. Da sich bei Ihnen mit Sicherheit hauptsächlich Kunden melden, die sich mit Kritik Gehör verschaffen wollen, halte ich es nur für angebracht, auch mal Ihnen Zuspruch zukommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Es folgt ein offener Brief an Sky, den ich so auch soeben per Fax an die Sky-Sportredaktion geschickt habe.</em></p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>ich möchte Ihnen ein Lob aussprechen. Da sich bei Ihnen mit Sicherheit hauptsächlich Kunden melden, die sich mit Kritik Gehör verschaffen wollen, halte ich es nur für angebracht, auch mal Ihnen Zuspruch zukommen zu lassen, wenn Sie wirklich gute Arbeit abgeliefert haben.</p>
<p>Ihre gestrigen Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft waren hervorragend. Journalistisch, technisch, vom Gesamtpaket. Es gab kaum etwas auszusetzen.<span id="more-199"></span></p>
<p>Journalistisch fand in Ihrer fast zehnstündigen Livesendung alles einen Platz, was hin gehörte. Jan Henkel war nahe dran am deutschen Camp, Jens Westen nahe dran an den Fans in Johannesburg am Soccer City Stadion, Sebastian Hellmann, Marcel Reif und Franz Beckenbauer im Stadion selbst. Auch aus dem Münchner Studio lieferten Patrick Wasserziehr und Dieter Nickles zusammen mit den Experten Stefan Effenberg und Valerien Ismael gute Arbeit ab.</p>
<p>Überhaupt, das Studio in München wurde optimal genutzt. Statt nur einen verlorenen Tisch im großen Studio aufbieten zu können, nutzte man den vollen Raum des „Doppelstudios“. Die gemütliche Atmosphäre des sonst für die Sendungen „Sky Magazin“ und „Sky Lounge“ genutzten Studios war passend für die frühe Einstimmung in „Sky Kick Off“. Nutzen Sie dieses Studio doch öfter auch für zusätzliche Sportsendungen!</p>
<p>Zudem gab es etwas, was man lange im Programm von Sky Sport vermisste: Sportnachrichten. Die Sky WM News wurden von einem weiteren Tisch im großen Studio von der Österreicherin Elisabeth Gamauf präsentiert. Mehr davon! Sportnachrichten, die das ganze Spektrum des Sports abdecken, geben dem Zuschauer bei Sky Sport ein Zuhause, einen Anker, halten ihn auf dem Laufenden, lassen ihn auch einschalten, wenn gerade kein Livesport kommt. Und vor allem kann man – wie gestern geschehen – diese Nachrichten dazu nutzen, auf andere Sportübertragungen, wie etwa Formel 1 oder die NBA, hinzuweisen, die sonst vielleicht manchem entgangen wären.</p>
<p>Wie heißt es so schön? Tue Gutes und rede darüber. Ich möchte nicht verlangen, dass Sie diese Liga oder jene Sportart doch bitte zusätzlich übertragen sollten, wie so mancher Sportfan es oft fordert. Aber ich würde es gerne sehen, dass Sie den Sportarten, die sie übertragen, dann auch entsprechend Raum bieten und sie auch durch flankierende journalistische Angebote abseits der puren Liveübertragungen unterstützen. Wie eben durch Sportnachrichten, um auch den Fußballfan mal zum Eishockey oder zum Golf zu ziehen, und umgekehrt. Durch Magazine, durch Features (wie die exzellenten Dokus im Vorfeld der WM, über Michael Ballack und die Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft).</p>
<p>Das Sportprogramm von Sky bietet sicherlich viele der wichtigsten Wettbewerbe im deutschen Sportfernsehen auf, zeigt diese in umfangreicher Liveberichterstattung. Ich vergleiche das jedoch gerne mit einem Hochleistungsmotor. Der beste Motor bringt nur wenig, wenn ihm das Getriebe fehlt. Das Getriebe sind solche flankierenden Angebote. Machen Sie das Sportprogramm unabhängiger von dem bloßen Livesport. Machen Sie es runder. Nehmen Sie den Fan mit, holen Sie ihn ab, erhöhen Sie die Nutzung des Programms abseits der Liveübertragungen.</p>
<p>Die WM-Übertragung gestern könnte die Blaupause für eine solche Ausrichtung sein. Sie können es doch! Mehr davon! Warum nicht immer so? Gestern machte Livesport nur drei der etwa zehn Stunden der Sendung aus. Trotzdem wurde es nie langweilig, weil man auch abseits des Sports, abseits des Platzes schaute.</p>
<p>Nicht vergessen möchte ich ein Lob für die technische Seite der Übertragung. Ein Topbild auf Sky Sport HD, und vor allem: Eine vollständige, native HD-Produktion. Sky Kick Off, Halbzeitberichte, Zusammenfassungen – alles in nativem 1080i. Auch hier, warum nicht immer so? Bei der Bundesliga, Champions League und Europa League bekommt man nur das Spiel selbst in nativem HD, ganz selten mal Vor- und Halbzeitberichte, nie „Alle Spiele, alle Tore“. Es ist doch eigentlich traurig, dass man als Sky-Abonnent die Zusammenfassungen aller Spiele in HD nur auf ARD HD geboten bekommt. Wenn man die Vorzüge von HD in den Vordergrund stellt, hilft es nicht, wenn man vieles nur in hochgerechnetem SD versendet.</p>
<p>Ich kann mich nur wiederholen:</p>
<p>Vielen Dank für diese hervorragenden Übertragungen von der Weltmeisterschaft. Und nehmen Sie sich doch bitte ein Beispiel daran für die Zeit danach. Sie können es doch. „Dienst nach Vorschrift“ allein sorgt nicht dafür, dass Sky „besonderes Fernsehen“ darstellt, für das man gerne zahlt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Out with the Old, in with the New</title>
		<link>http://sportmedienblog.de/2010/06/06/out-with-the-old-in-with-the-new/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 14:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Nationalmannschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Sport]]></category>

		<category><![CDATA[WM]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://sportmedienblog.de/?p=198</guid>
		<description><![CDATA[Michael Ballack. Didier Drogba. Michael Essien. Rio Ferdinand. John Obi Mikel. David Beckham. Vielleicht Arjen Robben, Wilson Palacios, Andrea Pirlo. Die Liste der verletzungsbedingten Abwesenheiten bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft wird länger und länger und illustrer und illustrer.
Dazu kommen bekannte Namen wie Torsten Frings, Kevin Kuranyi, Esteban Cambiasso, Karim Benzema, Ruud van Nistelrooij, Ronaldinho, Benny McCarthy [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Ballack. Didier Drogba. Michael Essien. Rio Ferdinand. John Obi Mikel. David Beckham. Vielleicht Arjen Robben, Wilson Palacios, Andrea Pirlo. Die Liste der verletzungsbedingten Abwesenheiten bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft wird länger und länger und illustrer und illustrer.</p>
<p>Dazu kommen bekannte Namen wie Torsten Frings, Kevin Kuranyi, Esteban Cambiasso, Karim Benzema, Ruud van Nistelrooij, Ronaldinho, Benny McCarthy oder Theo Walcott, die zwar fit sind, von ihren Nationaltrainern aber kein Flugticket nach Südafrika bekamen.</p>
<p>Auf den ersten Blick, besonders für den <i>Durchschnittsfan</i>, der die großen Namen sehen will, ein Desaster. Eine Weltmeisterschaft soll doch das Treffen der Besten der Besten sein, das <i>Showpiece</i> des Weltfußballs.</p>
<p><i>Au contraire.</i></p>
<p>In dieser Konstellation liegt gerade ein enormer Reiz, der dieses Turnier zu einem der interessantesten der letzten Jahrzehnte machen könnte.<span id="more-198"></span></p>
<p>Natürlich haben die <i>Superstars</i> der Welt ihren Reiz. Arjen Robben kennt inzwischen in Deutschland jede Hausfrau, Michael Ballack ist der weltweit bekannteste deutsche aktive Spieler. Mit solchen Namen lockt man auch die Damen und Herren vor den Fernsehschirm, die sonst nicht jeden Samstag Bundesliga schauen. Diese Identifikationsfiguren bieten auch für diese Projektionsflächen und Haltepunkte, an denen man sich schnell orientieren kann.</p>
<p>Doch nun ist man gezwungen, sich neue <i>Stars</i>, neue <i>Lieblinge</i> zu suchen. Und das kann für den Sport nur gut sein.</p>
<p>Diese WM wird die große Gelegenheit, für die Männer im Schatten aus genau selbigem zu treten. Kandidaten gibt es genug.</p>
<p>In der deutschen Mannschaft natürlich die beiden Leistungsträger des deutschen Doublesiegers FC Bayern, <strong>Philipp Lahm</strong> und <strong>Bastian Schweinsteiger</strong>. Ersterer ist nun schon qua Kapitänsamt die zwangsläufige Alternative für den sonst auf Ballack gerichteten Fokus, und schon im Testspiel gegen Bosnien zeigte er mit seinem Tor, dass er bereit ist, diese Rolle auch anzunehmen. Schweinsteiger dagegen braucht nun - nachdem er sich endlich bei den Bayern-Fans, die ihm lange Jahre Selbstgenügsamkeit vorwarfen, vollends etabliert hat - auch in der gesamtdeutschen und weltweiten Öffentlichkeit diesen <i>coming of age</i> Moment. Nicht mehr allein <i>flashy tricks &#8216;n&#8217; goals</i>, sondern harte Arbeit. Dafür ist seine neue Position im defensiven Mittelfeld, die er beim FCB schon hervorragend ausfüllt, wie geschaffen.</p>
<p>Doch auch sein Nebenmann, <strong>Sami Khedira</strong>, sollte diese WM nutzen können, um sich den Respekt abzuholen, den er verdient. Im Stuttgarter Biotop in den letzten Jahren im Schatten von Stars wie Alexander Hleb, Thomas Hitzlsperger oder Mario Gomez in Ruhe gereift, hat er nun einen deutlichen Schritt Richtung Leistungsträger gemacht. Die Vorzeichen stehen gut. Der VfB wird nächstes Jahr <i>sein</i> Team, auf ihm liegt die Verantwortung eines Teams, das nach einer unglaublich guten Rückrunde in Zukunft mehr als nur Europa League will. Da kommt eine WM auf der Ballack-Position gerade recht. Potential ist bei Khedira da, den ehemaligen Kapitän, der zuletzt an Dynamik eingebüßt hatte, auch langfristig zu ersetzen.</p>
<p>Nicht vergessen sollte man auch zwei junge Spieler, die bis zuletzt ihr Ticket nicht zu hundert Prozent sicher hatten: <strong>Marko Marin</strong> und <strong>Thomas Müller</strong>. Über letzteren ist eigentlich schon genug gesagt. Die Entwicklung des Münchners ist schlichtweg phänomenal und es überrascht inzwischen keinen mehr, dass der Spieler mit der Nummer 13 im ersten WM-Spiel gegen Australien von Anfang an auf dem Platz stehen dürfte.<br />
Diese Rolle hat Marko Marin noch nicht. Doch ist der Werder-Spieler ganz klar Spieler Nr. 12, der als erste offensive Option auf den Platz darf - und das zu Recht. Natürlich, seine Fallsucht hat er auch in der Nationalmannschaft nicht abgelegt, aber was er sonst in seinem Alter schon zeigt, deutet in eine Richtung, die ihn auch auf Jahre zur festen Größe in der Nationalmannschaft und der Champions League machen dürfte. Zuletzt bei der EM kurz vor Toreschluss aus dem Kader gestrichen, steht Marko Marin nun anno 2010 in einer Position, die der eines anderen Spielers vor vier Jahren nicht unähnlich ist: Franck Ribéry.<br />
Von der Spielweise ähnelt er dem französischen Superstar in vielerlei hinsicht, einzig seine Konstanz kann er in diesem Alter noch gar nicht bieten. Vor der WM 2006 war Ribéry in Frankreich kaum ein Thema. Dann wurde es sein Turnier, sein internationaler Durchbruch. Marin wird, sofern Podolski fit bleibt, nicht auf dessen Spielanteile kommen, doch ist Marin mit Sicherheit kein Odonkor, der tatsächlich nur als Einwechselspieler zu gebrauchen war.</p>
<p>Auch andere Nationen bieten Spieler der <i>Kategorie 1B</i>, die die entstandenen Lücken für WM-Stars füllen können.</p>
<p>Da wäre zum einen Dänemarks <b>Nicklas Bendtner</b>. Der Arsenal-Stürmer kommt mit seiner besten Vereinssaison im Rücken zur Weltmeisterschaft und steht bei sämtlichen Topclubs auf dem Zettel. Doch die Gunners sind froh, nach Henry wieder ein Sturmjuwel in den eigenen Reihen zu haben, der die nationale Lücke zu Manchester United und Chelsea zu schließen imstande ist. Technik und Ballkontrolle ist für einen Spieler, den Arsene Wenger in sein Reich lässt, sowieso usus. Doch Bendtner hat dieses gewisse Etwas der Topstürmer, das Spielverständnis, das sofortige Erkennen von Torsituationen.<br />
Hinzu kommt natürlich seine Physis, die ihn für sämtliche denkbare Spielsysteme qualifiziert.</p>
<p>Auch Serbien hat mit <b>Marko Pantelic</b> und <b>Nemanja Vidic</b> zwei unbestrittene Könner im Kader, die zu den Leistungsträgern dieser WM gehören können. Pantelic, bei Hertha von Lucien Favre vom Hof gejagt, zeigte in der sportlich weniger anspruchsvollen holländischen Eredivisie seine Klasse, die er nun auf höherem Niveau bestätigen will und danach mit einem Wechsel in finanziell und sportlich bessere Gefilde zu honorieren gedenkt. Der Innenverteidiger Vidic verbuchte eine durchwachsene Saison beim englischen Vizemeister und dürfte gewillt sein, seine Leistungskurve herumzureißen, die nach der Saison 2007/08 nach unten zeigte.</p>
<p>Ghana muss sich in punkto <i>Starpower</i> nunmehr auf zwei Hoffenheimer, wie <b>Isaac Vorsah</b> und <b>Prince Tagoe</b>, oder einen Ersatzspieler von Inter, <b>Sulley Muntari</b>, verlassen. Zudem natürlich <i>Public Enemy No. 1</i> <b>Kevin Prince Boateng</b>, der die Bühne WM nutzen muss, um sich für einen neuen Arbeitgeber außerhalb Deutschlands zu empfehlen, nachdem Portsmouth finanziell angeschlagen in Liga 2 absteigen musste.<br />
Zudem bietet sich bei den Black Stars Rennes-Stürmer <b>Asamoah Gyan</b>, der jedoch schon bei vorherigen Turnieren den letzten Schritt zur Topklasse verpasste.</p>
<p>Beim Gastgeber Südafrika sind alle Augen auf den Ex-Dortmunder <b>Steven Pienaar</b> gerichtet. Bei den Borussen für zu leicht befunden, nunmehr Leistungsträger in der Premier League bei Everton, weckt er diesen Sommer sogar Begehrlichkeiten bei Champions League Vertretern. Ob er sich auf diesem Niveau nunmehr wohlfühlt, könnte er schon diesen Sommer nachweisen. Der Druck eines ganzen Landes, wenn gar nicht Kontinents, lastet auf seinen Schultern.</p>
<p>Ein kleines Juwel, auf den man achten sollte, steht im Kader von Mexiko. <b>Javier Hernandez</b>, Stürmer von Chivas, spielt in Zukunft für Manchester United und zeigte schon in den Testspielen, dass er sich vor der namhafteren Konkurrenz Blanco, Vela und dos Santos nicht verstecken muss.</p>
<p>Bei Uruguay drängt sich ein Name auf: <b>Diego Forlan</b>. Topstürmer von Atletico Madrid, hing ihm immer die verlorene Zeit bei Manchester United hinterher. Doch diese Saison stellte er einen wichtigen Part im Gewinn der Europa League.</p>
<p>Bei Frankreich richten sich die Augen auf einen Mann - <b>Franck Ribéry</b>. Letztes Jahr im Schatten von Zidane, Henry und Viera, ist es dieses Jahr seine Mannschaft. Doch in seinem Schatten wartet ein weiterer Mittelfeldspieler, dessen Auftritte mit Spannung herbeigesehnt werden. <b>Yoann Gourcouff</b> tat sich keinen Gefallen, indem er viel zu früh dem Lockruf der Topclubs erlag und bremste seine Entwicklung durch einen Aufenthalt bei Milan. Durch seinen Wechsel zum späteren französischen Meister Girondins Bordeaux machte er dagegen alles richtig. Neben dem Marokkaner Maroune Chamakh, der nicht bei der WM dabei ist, steht er wie kein zweiter für diese Mannschaft, die Serienmeister Olympique Lyon entthronte. Die Frage stellt sich, ob Gourcouff nun im zweiten Anlauf bereit sein könnte für einen ausländischen Topclub, nachdem Girondins die Saisonziele verpasste und auseinander zu brechen droht. Die WM könnte ein Fingerzeig sein.</p>
<p>Argentinien ist natürlich <b>Lionel Messi</b>. Ja, der ist tatsächlich bisher noch nicht verletzt. Doch seine Kronprinzen stehen ebenso im Aufgebot der <i>albiceleste</i> - <b>Sergio Kun Agüero</b> sowie Benficas <b>Angel di Maria</b>. Beide im Club eher in B-Teams angestellt, sehnen sich nun umso mehr nach der großen Bühne. Wenn man - trotz Maradona - von Argentinien als Titelfavorit spricht, liegt dies nicht zuletzt an dieser offensiven Dreifaltigkeit.<br />
Nicht vergessen sollte man aber auch Liverpools <b>Javier Mascherano</b>, der den Idealtypus des <i>Wadenbeißers</i> darstellt und als <i>feuchter Traum</i> aller Roy Keane Fans seinen offensiven Schönspielern den Rücken freihält.</p>
<p>In der Abwesenheit von David Beckham trägt ausgerechnet <b>Aaron Lennon</b> Englands Nummer 7. Und auch auf ihm liegen die Augen der Welt. Verkörpert er bei Tottenham die Extraklasse im Kader, blieb ihm der internationale Durchbruch bisher verwehrt. Im Eins gegen Eins gibt es bei den Spurs keinen besseren, in der ganzen Premier League finden sich nur wenige Spieler, die mit ihm diesbezüglich mithalten können. Spielt ihm seine Fitness keine Streiche und umgeht England so manches Elfmeterschießen, könnte Lennon einer der größten Stars dieser WM und der Albtraum so manches Linksverteidigers werden.</p>
<p>Sollte bei den Niederlanden Arjen Robben ausfallen, stünde der nächste Spieler aus der Bundesliga Gewehr bei Fuß. <b>Eljero Elia</b> wird nicht zu Unrecht von Bayern-Kapitän Mark van Bommel als <i>Granate</i> bezeichnet, bietet technisch alles, was es auf dem internationalen Topniveau braucht, um ein ganz Großer zu werden - wie sich nicht zuletzt im Testspiel gegen Ungarn zeigte, als er nach seiner Einwechslung mit dem ersten Ballkontakt die komplette linke Seite ausdribbelte und schließlich Innenverteidiger sowie Torwart bei seinem Tor wie Schuljungen aussehen ließ.</p>
<p>Auch die Japaner haben interessante Spieler mit nach Südafrika gebracht. Einer davon ist <b>Keisuke Honda</b>, der in der Champions League schon mit sehenswerten Aktionen und Toren, bevorzugt durch Weitschüsse, auf sich aufmerksam machen konnte. Bei den globalen Titelkämpfen kann er nun zeigen, dass er kein <i>one trick pony</i> ist, der mit seinem Engagement in der russischen Rubel-Liga schon seinen Karrierehöhepunkt erreicht hat.</p>
<p>Bei Paraguay richten sich die deutschen Augen natürlich auf den Dortmunder <b>Lucas Barrios</b>, der immer mehr zeigt und die Weltöffentlichkeit verblüfft. Wie konnte sich so ein Weltklassestürmer im Wartestand so lange in Chile verstecken? Dass angesichts seiner Leistung seine zuvor nicht unumstrittene Einbürgerung immer weniger das Thema ist, spricht Bände.</p>
<p>Geht es nach Sponsor Nike, ist die Hauptrolle im portugiesischen Team klar vergeben. An Cristiano Ronaldo. Doch auch dieser bietet einen Adjutanten auf, der diese WM nutzen könnte, um sich noch mehr in die Weltspitze des Fußballs zu katapultieren. Die Rede ist von Manchester Uniteds <b>Nani</b>.<br />
So sehr Arjen Robben die Bayern in jenem sagenumwogenen Rückspiel in Old Trafford mit seinem Wundertor in die nächste Runde geschossen hat, so sehr hätte Nani den deutschen Rekordmeister beinahe im ersten Durchgang im Alleingang in den internationalen Urlaub verfrachtet. Nani hat das Etikett des Hallodri abgelegt und füllte die Lücke Ronaldos bei den Red Devils zumindest zum Großteil auf. Diese zwei Topspieler in einer Mannschaft sorgen für wohlige Vorfreude bei den Fans und Angst bei Gegnern und Defensivreihen.</p>
<p>Wie man sieht, auch trotz der vielen prominenten Ausfälle bietet diese WM einiges an Potential, viele Topspieler, auf die man sich in beinahe jedem Spiel freuen kann. Und durch das Fehlen so manchen Topstars sind gerade diese nun aufgefordert, ihre neue Rolle anzunehmen und den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu machen.</p>
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		<title>Deutscher Ärztetag blamiert sich mit Forderung nach MMA-Verbot</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 12:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RealityCheck</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[MMA]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Deutsche Ärztetag ist die jährliche Hauptversammlung der Bundesärztekammer, die ihrerseits die Dachorganisation der Standesvertretungen der deutschen Ärzte darstellt. Bei ihrem 113. Zusammenkommen beschloss nun dieser Anfang Mai in Dresden eine Forderung von &#8220;&#8216;Ultimate-Fighting&#8217;-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung&#8221;.
So hieß es etwa in der Beschlussfassung:
In zahlreichen Ländern wurden in den vergangenen Jahren zunehmend häufiger Kampfveranstaltungen durchgeführt, deren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <strong>Deutsche Ärztetag</strong> ist die jährliche Hauptversammlung der Bundesärztekammer, die ihrerseits die Dachorganisation der Standesvertretungen der deutschen Ärzte darstellt. Bei ihrem 113. Zusammenkommen beschloss nun dieser Anfang Mai in Dresden eine Forderung von &#8220;&#8216;Ultimate-Fighting&#8217;-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung&#8221;.</p>
<p>So hieß es etwa in der Beschlussfassung:</p>
<blockquote><p>In zahlreichen Ländern wurden in den vergangenen Jahren zunehmend häufiger Kampfveranstaltungen durchgeführt, deren Ziel – anders als in allen Kampfsportarten – offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben ist. Der Kampf wird in der Regel solange weitergeführt, bis ein Kämpfer regungslos liegenbleibt. In der Regel werden schwere Verletzungen des Kopfes, innerer Organe und des Bewegungsapparates herbeigeführt; Todesfälle in der Folge derartiger Kämpfe sind vielfach aufgetreten.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.kampfkunst-board.info/forum/f24/deutscher-rztetag-2010-mma-114070/">Vollständiger Beschluss</a></p>
<p>Wer auf den Link klickt, wird merken, dass dieser nicht zu einer offiziellen Seite der Ärztekammer führt, sondern in ein Kampfsport-Forum. Der Grund dafür ist einfach wie auch für den Ärztetag und die gesamte Bundesärztekammer peinlich.<span id="more-197"></span></p>
<p>Wie aus dem Beschlussprotokoll des Ärztetages (<a href="http://deutscheraerztetag.de/downloads/113Beschlussprotokoll20100603b.pdf">PDF</a>, Seite 129) hervorgeht, hat die Bundesärztekammer eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterzeichnet, zu der sie durch die britische Dependance des UFC-Eigners Zuffa aufgefordert wurde. Als Folge dessen musste sie den gefassten Beschluss zurücknehmen und fast die gesamte diesem zugrunde liegende Argumentation als <strong>unwahr</strong> widerrufen.</p>
<blockquote><p>Aufgrund einer gegenüber der Firma ZUFFA LLC abgegebenen Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung gibt die Bundesärztekammer folgende Stellungnahme ab:</p>
<p>Auf den Internetseiten der Bundesärztekammer (www.bundesaerztekammer.de) unter der Rubrik „113. Deutscher Ärztetag“, im Beschlussprotokoll zum 113. Deutschen Ärztetag sowie im Rahmen einer Pressemitteilung vom 14. Mai 2010 fordert die Bundesärztekammer gestützt auf eine Entschließung des Deutschen Ärztetags im Rahmen des Antrags Drucksache V - 128 das „Verbot der „Ultimate Fighting“-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung“. In diesen Dokumenten sind die nachfolgenden Behauptungen enthalten, die hiermit als unwahr widerrufen werden. Zudem wird die Entschließung des 113. Deutschen Ärztetages zur Drucksache V - 128 „Verbot der „Ultimate Fighting“-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung“ insoweit aufgehoben.</p>
<p>Die unwahren Tatsachenbehauptungen sind im Einzelnen:</p>
<p>● das Ziel von „Ultimate Fighting“ Veranstaltungen – anders als in allen Kampfsportarten – offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben ist;<br />
● ein Kampf in der Regel solange weitergeführt wird, bis ein Kämpfer regungslos liegen bleibt;<br />
● es sich bei UFC-Veranstaltungen um Kampfveranstaltungen handelt, bei denen es ausschließlich darum geht, dem Gegner Verletzungen an Körper, Gesundheit und Leben zuzufügen, bis er regungslos am Boden liegt;<br />
● die Abgrenzung zu anderen Sportarten anhand der Frage, ob eine Betätigung auf die Körperverletzung abzielt, klar zu treffen ist;<br />
● bei derartigen Veranstaltungen in der Regel schwere Verletzungen des Kopfes, innerer Organe und des Bewegungsapparates herbeigeführt werden;<br />
● Todesfälle in der Folge derartiger Kämpfe vielfach aufgetreten sind;<br />
● sich die Kämpfer in der Regel schwere Verletzungen des Kopfes, der inneren Organe und des Bewegungsapparates zufügen – oft auch bis zum Tod;<br />
● es in Deutschland bislang nur vereinzelte Versuche, solche Veranstaltungen abzuhalten gegeben hat, die bis auf eine von den Ordnungsbehörden verhindert werden konnte;<br />
● die Bayerische Landesmedienzentrale am 19.3.2010 dem Sender DSF die Genehmigung entzogen hat, weiter solche Veranstaltungen auszustrahlen;<br />
● der Deutsche Ärztetag in derartigen Aufführungen die zielgerichtete und absichtliche Herbeiführung eines sog. Polytraumas sieht, die auch nicht durch eine zuvor erklärte Einwilligung des Verletzten in seine eventuelle Verletzung erlaubt sein kann; sowie<br />
● gerade die in der Rechtssprechung zum ärztlichen Heileingriff entwickelten Anforderungen an die notwendige Aufklärung es ausschließen, dass den Kämpfern zuvor die möglichen Verletzungsfolgen (z. B. Blindheit, Querschnittslähmung) hinreichend deutlich gemacht worden sein können.</p></blockquote>
<p>Für eine bundesweite Organisation mit einem gewissen Einfluss, die wohl durch die Bank mit hochintelligenten, studierten, promovierten, habilitierten Medizinern bestückt ist, ein Armutszeugnis, eine Ohrfeige. Aber das ist ja leider im bundesdeutschen Umgang mit neuen, von Teilen der Gesellschaft zu Unrecht als gefährlich oder unbequem empfundenen Gesellschaftsphänomenen usus. Man kümmert sich nicht wirklich, befasst sich nicht, will sich gar nicht einlassen auf die Argumente der Gegenseite. Man hat seine vorformulierte Meinung und die wird dann mit - zum Teil absolut abenteuerlichen und falschen - Argumenten ohne jegliche Grundlage vertreten und verbreitet.<br />
Dass die Wahrheit dabei auf der Strecke bleibt, ist mindestens egal, wenn nicht sogar beabsichtigt.<br />
So war und ist es bei Rockmusik, bei Elvis Presley, bei Wrestling, bei Paintball, bei Computer- und Videospielen, und so ist es nun auch bei MMA.</p>
<p>Doch die Geschichte wird den Vertretern des MMA-Sports Recht geben. Bei all den oben genannten, zuvor zum Teil heftig umstrittenen Gesellschaftsphänomenen hat sich inzwischen eine Beruhigung, eine Normalisierung eingestellt. Selbst Betreiber von Paintballanlagen obsiegen inzwischen mit einer überraschenden Regelmäßigkeit vor deutschen Gerichten, was die Zulässigkeit ihrer zuvor als &#8220;Stätten für simulierte Tötungen&#8221; verleumdeten Spielfelder angeht. Die Wahrheit wird sich durchsetzen.</p>
<p>Nur in Ausnahmefällen, die zum Teil auch durch Abhängigkeitsverhältnisse erklärbar sind, sprechen sich Juristen heutzutage gegen eine rechtliche Unbedenklichkeit des MMA-Sports aus. Es ist gut, dass über die juristische Schiene geschmackliche, vielleicht auch moralische Standpunkte hinsichtlich dieser neuen, immer erfolgreicher und populärer werdenden Sportart nicht der Allgemeinheit oktroyiert werden können. Man muss MMA nicht mögen, man muss sich nur fair mit ihm auseinandersetzen. Die Bundesärztekammer tat dies nicht. Und bekam die Quittung und blamierte sich bis auf die Knochen, weil man sich uninformiert vor den Karren der persönlichen Abneigung einiger Mitglieder spannen ließ.</p>
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