Don’t mix sports and politics?

Nadja Drygalla, deutsche Ruderin aus Rostock (Klischee!), findet sich während den Olympischen Spielen im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Aber nicht, weil sie positive sportliche Schlagzeilen macht, sondern weil Deutschlands Massenmedien doch mal ihren Wikipedia-Eintrag gelesen haben und die private Verbindung zu Michael Fischer offenbarten, einem (Ex-?)NPDler, den sie in eben jenem Rostocker Ruderclub kennen und lieben gelernt hat.

Und wie es so oft ist, wenn man – aufgrund mangelnder deutscher Erfolge – nichts zu schreiben hat, dominiert Nadja und der (Ex-?)Nazi den Boulevard. Darf so jemand? Ja was eigentlich? Was will die Öffentlichkeit eigentlich? Was wollen die Medien?

Die Moralkeule kreist, ohne dass ein wirkliches Ziel offenbar wird.

Finde ich es gut, dass sich Frau Drygalla mit so einem abgibt? Natürlich nicht. Seinen Freundeskreis kann man sich – anders als seine Familie – aussuchen. Erst recht seinen Partner, Lebensgefährten, Verlobten, Ehemann. Deshalb geht der Vorwurf “Sippenhaft” auch etwas fehl. Frau Drygalla wir nicht wegen ihrer “Sippe” zur Verntwortung gezogen, sondern wegen ihrer eigenen Entscheidung, sich mit so einem abzugeben.

“Wo die Liebe eben hinfällt”, höre ich da hinten aus der Ecke? Auch “unkontrollierbare” Gefühle sind Resultat von Werten, von Erwartungen, von Erziehung, von konditionierten Vorlieben. Wenn die Liebe auf einen Nazi fällt, ist vorher was schief gelaufen.

Aber das hier ist ein Sportblog, kein Beziehungsblog.

Soll Frau Drygalla Konsequenzen aus ihrer Entscheidung für den (Ex-?)Nazi erfahren? Ja und nein.

Nein, da man zum einen Sport und Privates trennen sollte. Förderungen, sportliche Beurteilung, all das muss – schon aufgrund der Werte unseres Grundgesetzes – die Politik außen vor lassen. Solange Frau Drygalla nicht selbst gegen die Werte des Grundgesetzes kämpft, verdient auch sie den Schutz eben jener Grundrechte. Verbände, der Staat – all diese hben sich unparteiisch und neutral zu verhalten.

Ja, das gilt aber alles nicht für die Öffentlichkeit. Es ist richtig, wichtig, ja sogar gut, dass die Öffentlichkeit über Frau Drygalla diskutiert. Damit sie die Konsequenzen ihres Fehlers bemerkt. Sie soll ihren Sport machen, wird aber – solange sie ihren Fehler nicht erkennt und korrigiert – für Sponsoren & Co. verbrannt sein. Und das ist gut so. Wenn Sportler ihre Prominenz für positive Zwecke nutzen, für eigene finanzielle Vorteile, müssen sie auch das Gegenteil aushalten.

Das Leben ist keine Einbahnstraße.

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