Warum Weidenfellers Ausfall egal ist

Samstag ist Topspiel. Meister 2010 gegen Meister 2011. Und den Freitag dominiert eine Nachricht. Dortmunds Stammtorhüter Roman Weidenfeller fällt für das Spiel in der Allianz Arena aus.

Ihn ersetzen wird der Australier Mitchell Langerak, 22 Jahre, kein Bundesliga-Spiel.

Doch den Borussen-Fans und allen, die es mit den Schwarz-Gelben halten, sollte nun nicht das Herz in die Hose rutschen. Denn, wenn man ehrlich ist, auf der Torwartposition des Tabellenführers wird das Spiel nicht entschieden.

Der Grund? Bayerns und Dortmunds Spielweise.

Dortmund spielt nicht – wie z.B. Schalke in der letzten Saison – das Huub-Stevens-Modell der defensiven Kompaktheit und dem Hoffen auf den einen Treffer, der das Spiel entscheidet. Dortmund verteidigt nicht hinten, in der eigenen Hälfte, sondern vorne. Durch ständiges, effektives, frühzeitiges Pressing. Wenn der Ball auf den Torwart kommt, lief vorher schon was schief.

Und auch Bayerns Spielanlage sorgt dafür, dass Langerak nicht schuld am Spielausgang sein wird. In dieser Saison gab es erst ein Spiel, das Bayern einzig und allein aufgrund des gegnerischen Torwarts nicht erfolgreich gestaltete – das Gastspiel bei Schalke.

Bei aller Liebe: Aber ein Neuer ist Weidenfeller sowieso nicht.

Bayerns Offensive könnte man auf zwei Faktoren reduzieren.

Nummer 1: Tragen wir den Ball ins Tor. Und hierbei ist der Torwart sowieso das letzte und ärmste Glied in der Kette. Wenn der Torerfolg nach einer gut herausgespielten Ballstafette gelingt, wenn Robben auf Lahm oder Schweinsteiger auf Ribéry durchsteckt, dieser dann den Ball in die Mitte oder zurück legt – dann muss der letzte, dem der Abschluss obliegt (zumeist Mario Gomez oder Thomas Müller) nur noch einschieben. Der Torwart in diesem Fall: Machtlos. Außer es handelt sich um einen Weltklasse-Mann wie Manuel Neuer. Und, damit sind wir wieder am Anfang. Weidenfeller ist kein Neuer.

Nummer 2: Robbens Weltklasse ahoi. Kurz gesagt, Ball auf links, nach innen ziehen, Schlenzer, Tor. Erneut, ohne Weltklasse im Kasten hängt der Torerfolg nur von einem ab: Robbens Tagesform. Vielleicht noch, wie der Ball kurz vorm Abschluss auf dem Rasen hoppelt. Aber nicht: Vom Schlussmann im gegnerischen Kasten. Nein. Auch Weltklasse-Neuer – man denke an das Pokal-Halbfinale letzte Saison – kann da oftmals nichts machen. Dann erst Recht nicht: Weidenfeller.

Also steht eines schon heute fest:

Weidenfellers Ausfall ist egal.

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