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Ein paar Wünsche an Sportcast

19. April 2010, 10:02 · 34 Kommentare

Seit Frühjahr 2006 existiert nun die Produktionsfirma Sportcast als 100%ige Tochter der Deutschen Fußball-Liga und produziert exklusiv das Bildsignal der 1. und 2. Fußball-Bundesliga.

Das heißt:

Egal, auf welchem Sender man Bundesliga schaut, ob live, ob als Zusammenfassung - die Bilder kommen von Sportcast. Ob Bildregie bei Sky, ob Kamerapositionen bei Liga Total!, verantwortlich ist das Kölner Tochterunternehmen der DFL.

Was im Positiven für eine gleichbleibende Qualität bei allen 18 Spielen des Wochenendes sorgt, sorgt aber genauso auch für ein gewisses Schmoren im eigenen Saft. Das von Sportcast gelieferte Bild hat sich in den vergangenen Jahren in keinster Weise weiterentwickelt und sieht immer noch genauso aus, ob in punkto Kamerapositionen, Schnitt, Regie oder generell der Bildersprache.

Und nicht jedem gefällt die Leistung von Sportcast in allen Punkten.

Fangen wir mit der Bildregie an. Natürlich, vieles ist oftmals Geschmackssache. Da kommt man schnell zum üblichen Streitpunkt Emotionalität versus Sachlichkeit, der in der Sportberichterstattung häufig zu Tage tritt. Der eine steht auf die vielen Glamour Shots, d.h. Großaufnahmen, von prominenten Fans, von weniger prominenten Fans, von weiblichen Fans, von männlichen Fans, von Kindern im Publikum, von noch mehr weiblichen Fans. Mancher will den Spielern auch nah sein, die Nasenhaare des Lieblingsstürmers auf dem Full-HD-Screen erleben.
Für beides ist Platz in einer Fußballübertragung. Die Frage ist aber, wie, wann und wie oft solche Mittel, um eine Sendung “farbiger” zu gestalten, eingesetzt werden.

Was selbstverständlich sein sollte, ist, dass es zuerst mal um das Spiel selbst geht. Diesem sollte auch die Bildregie letztendlich dienen. Und aus dieser Prämisse lassen sich unmittelbar Konsequenzen für die optische Gestaltung des Bildsignals ableiten.
The Game is King. Wichtig ist das Spiel. Wichtiger als der B-Promi auf der Tribüne, wichtiger als der Trainer auf der Bank. Ist der Ball im Spiel, hat das Bild auch das Spiel zu zeigen. Selbst wenn das Spiel noch so langweilig geworden ist, so dass der Bildregisseur sich genötigt fühlt, es künstlich durch seine Kunst aufzuhübschen.
Viel zu oft vergisst Sportcast dies leider und zeigt statt des Spielaufbaus aus der eigenen Hälfte lieber den Gewichtsaufbau der Kundschaft auf den Business Seats.
Vollkommen unverständlich wird es dann, wenn - wie am Samstag im Spiel von Hansa Rostock gegen den FSV Frankfurt geschehen - die Bildregie während des letztlich entscheidenden Frankfurter Konters in der Schlussphase kurz auf den mitlaufenden Schiedsrichter in Großaufnahme umschaltet (!) und damit dem Zuschauer am TV die Übersicht über die Spielentwicklung in dieser wichtigen Phase raubt. Grundsätzlich scheint eine gute Spielübersicht keine hohe Präferenz bei den Sportcast-Entscheidern zu sein. Aber dazu später mehr.

In die gleiche Kerbe schlägt der Einsatz von Wiederholungen und Zeitlupen. Wunderbar geeignet, um Spielsituationen zu analysieren, um enge Entscheidungen zu hinterfragen, wird die Widerholung bei Sportcast leider viel zu häufig dafür eingesetzt, um vermeintlich langweilige Spielphase zu überbrücken und sich an zuvorigen Torschüssen zu ergötzen. Dass man dabei womöglich einen guten Pass, der ein Tor einleitet, verpasst - wird zugunsten des Gesamtkunstwerks in Kauf genommen.

Besonders ärgerlich ist es, wenn der übermäßige Wiederholungseinsatz in der hektischen Schlussphase eines Spiels passiert, in der man regelmäßig damit Gefahr läuft, wichtige Szenen zu verpassen. Zudem nimmt man der Spielübertragung damit einen Teil der natürlichen Emotionalität der entscheidenden Phase und ersetzt sie durch die künstlich geschaffene des Zeitlupeneinsatzes.
Hier sollte es eigentlich heißen, weniger ist manchmal mehr. Für drei Zeitlupen eines ungefährlichen Schusses ist Platz nach Abpfiff. Nicht in der sowieso schon knapp bemessenen Nachspielzeit.

Auch nach Toren übertreibt man es gerne mit den Wiederholungen. Manches klare Tor muss man nicht aus allen verfügbaren Perspektiven in verlangsamter Form erneut und nochmal und zum dritten mal sehen. Da genügt eigentlich eine einzige verlangsamte Wiederholung sowie eine weitere Wiederholung in Normalgeschwindigkeit. Dann besteht auch die Chance, dass man mit dem Livesignal wieder rechtzeitig zum Wiederanstoß fertig ist. Vollkommen abstrus wird es, wenn man gar zu Zeitlupen von Fan- oder Torjubel greift. Hier siegt eine falsch verstandene Emotionalität über das Spiel.

Doch die Krux schlechthin ist die mangelnde Spielübersicht in vielen Situationen. Hier spielen viele Punkte zusammen, die ein Gesamtbild ergeben, welches wiederum zu Schwierigkeiten für den Taktiker unter den Zuschauern führen. Angefangen mit den Kamerapositionen, die in vielen Stadien der Liga viel zu tief gewählt sind. Wenn durch diese Fehlentscheidung bei der Konzeption ständig nur ein Achtel des Spielfelds zu sehen ist, hat man natürlich auch als armchair coach keinerlei Chance, Spiel, Aufbau und Taktik zu analysieren, weil sich das Spielerlebnis qua Bildregie nur auf Zweikämpfe und Torschancen reduziert. Auch hier ein Beispiel vom vergangenen Wochenende - den Passempfänger Arjen Robben sah der TV-Zuschauer am Samstag bei Bayerns 2-0 erst, als dieser den Ball von van Bommel schon fast am Fuß hatte.
Dass dies nicht sein muss, zeigen die Kameraperspektiven bei Weltmeisterschaften, die unter dem Diktat der FIFA sehr hoch angelegt und damit sehr auf eine Totale angelegt sind.
Grundsätzlich kann man aber, egal, wie die Kamera selbst steht, durch die Konfiguration trotzdem noch den Bildeindruck beeinflussen. Ob man eher auf eine echte Totale aus ist oder doch zur verkappten Nahaufnahme neigt. Bei Sportcast greift man lieber mal zur emotionalen, näher-dran Perspektive.

Negativ zeigt dies sich auch generell bei Ecken. Anstatt den Gesamteindruck des Geschehens einzufangen, wählt man Großaufnahmen von sich festhaltenden Stürmern und Verteidigern sowie den ausführenden Eckenschützen. Die Übersicht über eventuell freistehende Spieler geht dabei zwangsläufig vor die Hunde.

Was Kamerapositionen angeht, hat eine sehr sinnvolle Innovation, die sich in den Übertragungen der englischen Premier League eingebürgert hat, den Sprung über den Kanal leider noch nicht geschafft. Dort wird auf Höhe der Torlinie etwas erhöht eine Kamera aufgestellt, die nur von schräg oben den Torraum und hier besonders die Torlinie einfängt (ein Beispielbild gibt es etwa hier). Sozusagen eine Art Torkamera, die streitige Fragen, ob der Ball über der Linie war, weitaus leichter beantwortet, als die schräg zum Tor auf Höhe des Sechszehn-Meter-Raums aufgestellten Kameras von Sportcast. Dass Sportcast solche Kameras nicht auch in Bundesligastadien aufstellt, kann man sich eigentlich nur damit erklären, dass man Schiedsrichter bei Fehlentscheidungen nicht noch mehr bloßstellen will als nötig.

Nur zur Klarstellung:

Dies ist Jammern auf hohem Niveau. Sportcast bietet ein gutes Bildsignal ab, das sich international nicht verstecken muss und etwa um Längen vor der unmotivierten Arbeit liegt, die uns regelmäßig aus Spanien erreicht. Dennoch sind es kleine Punkte, die seit nunmehr einigen Jahren auffallen und bei denen sich nichts tut, da man das Gefühl haben kann, dass Sportcast durch seine Position als DFL-Tochter sowieso unangreifbar ist.
Es wäre erfreulich, wenn sich Sportcast auch mal im Ausland - etwa England - Anregungen holt, wie man das hohe Niveau noch verbessern kann.

Tags: 2. Liga · Bundesliga · Fußball · Medien · Sport · TV

Bisher 34 Kommentare ↓

  • 1 sotr // 19. Apr 2010 um 10:30

    Genau getroffen! So sehe ich das auch. Punkt.

    Bitte SPORTCAST - ändert was daran!

  • 2 bambergforever // 19. Apr 2010 um 10:52

    Kleine Einwände. Sportcast produziert nicht selber, sonder lässt wieder von Externen produzieren, z. B. von der “Fernsehwerft” usw.

    Sportcast ist eigentlich nur für das Organisieren zuständig. Sprich Satfeeds fürs Europabild anmieten (z. B. Mediabraodcast), EBU für die Weltweiterleitung beauftragen und halt die Produktionsfirmen organisieren und zum richtigen Ort schicken.

    Vor der Saison kam aber mal ne Meldung, dass Sportcast 3 Ü-Wagen für die 2. Liga gekauft hat, kann also sein, das Sportcast nun teilweise schon selber produziert.

    Die Torkamera wie in England muss endlich mal nach Deutschland kommen, aber auch bei der CL, ist diese leider auch nicht im Einsatz und damit hat sportcast mal 0,0 zu tun.

  • 3 Björn04 // 19. Apr 2010 um 11:01

    Danke für diesen Artikel. Ich stimme absolut zu, muß aber auch dazu sagen daß ich noch deutlich schärfer kritisiert hätte. Naja, steht ja schon im Artikel, vieles ist Geschmackssache. Jedenfalls ist die einzige Emotion die mich bei sinnlosen Nahaufnahmen, deplatzierten Zeitlupeneinspielern oder wilden Kameraschnitten mitten in einem Spielzug befällt: Agressivität!
    Aber ich fürchte ich gehöre auch nicht zur anvisierten Zielgruppe, die Menschen die sich für das Spiel an sich interessieren scheinen leider in der deutlichen Minderheit zu sein.
    Das merkt man auch an den jeweiligen Kommentatoren, für die kann Sportcast zwar nichts, aber so fügt sich Eins zum Anderen…

  • 4 JJFlash // 19. Apr 2010 um 13:14

    Noch ein weiterer Punkt, der stört: Es scheint absolut unumgänglich zu sein, dass die Tafel mit der Nachspielzeit live im Bild gezeigt werden muss. Egal, was sich auf dem Feld grad tut.
    Wozu das? Abwechslungsreich ist die Szene nie und wenn sies wäre, wär sie immer noch nicht Teil des Spiels. Glauben würd ich eine eingeblendete Nachspielzeit jederzeit auch ohne TV-Beweis.
    Es ist mir hingegen schon oft untergekommen, dass durch die Einblendung einer der finalen Spielzüge nicht ganz gezeigt wird.

    Apropos “nicht gezeigt wird”: Ist es eigentlich Absicht, dass überproportional große Spielstands-banner immer dann eingeblendet werden, wenn dadurch gerade der ballführende Spieler am unteren Bildrand verdeckt wird? Könnte man ja auch mal mit Fingerspitzengefühl dann einblenden, wenn es ausgeschlossen werden kann, dass da was relevantes verdeckt wird. Vor Ecken und Freistössen zB.

  • 5 mr_wulf // 19. Apr 2010 um 13:33

    Zitat: “die Kameraperspektiven bei Weltmeisterschaften, die unter dem Diktat der FIFA sehr hoch angelegt und damit sehr auf eine Totale angelegt sind.”

    - stimmt absolut, jetzt wo ich es lese…
    - kommt auf die Wunschliste zu Weihnachten: Bitte mehr Totale!

  • 6 Malte // 19. Apr 2010 um 14:15

    Volle Zustimmung, vor allem zu den Punkten “mehr Totale” und “Kamera höher aufhängen”. Aber uns hört hier wohl keiner :)

  • 7 Chucky // 19. Apr 2010 um 15:40

    Ich fände ja eine Hochkant-Spielübersicht, wie man sie in Computerspielen kennt, eine nette Ergänzung, um die Taktik (mangelnde Totale) besser zu sehen.
    Eine durchsichtige, schlichte Einblendung im z.B. rechten oberen Eck, auf der sich 2×11 farbige Punkte auf einem Spielfeld bewegen, a la “Sensible Soccer”.
    Irgendwie wäre sowas vielleicht mal einen Versuch wert ;-)

  • 8 RealityCheck // 19. Apr 2010 um 15:51

    Eher nebensächlich, aber: Auch die Inserts haben inzwischen ein paar Jährchen auf dem Buckel und könnten im Sommer ruhig mal erneuert werden. Nachdem die letzte marginale “HD-Anpassung” mit kleineren Schriften nach einem Spieltag bei Sky schon wieder im Papierkorb gelandet ist.

  • 9 David // 19. Apr 2010 um 22:18

    Ja. Ja. Ja. Bei jedem Satz ein aufrichtiges: JA!

  • 10 Tells It Like It Is // 20. Apr 2010 um 9:09

    Vieles ist richtig, manches ist Geschmackssache…

    Die vorgeschlagene Kamera auf Höhe der Torauslinie bei Eckbällen mag ich beispielsweise überhaupt nicht, weil wir das Bild nun mal nur zweidimensional sehen und in der fraglichen Perspektive nicht unmittelbar beurteilen können, ob der Ball 5 cm oder 5 m am Tor vorbeigeht…

  • 11 Thomas // 20. Apr 2010 um 9:17

    Volle Zustimmung in allen Punkten!

    Die Kameraposition in der AA ist nahezu eine Frechheit. Ab auf den Oberrang damit, wie bei der WM. Aber dann könnte man ja die Werbebanden nicht mehr so gut erkennen. *gruml*

  • 12 Andy // 20. Apr 2010 um 9:36

    Mich stört eigentlich mehr die Qualität der Kommentatoren, die in den letzten Jahren doch rapide abgenommen hat. Die Motive sind an sich die gleichen wie bei der Kameraführung: Dummgelabere allenthalben um die Leere zu füllen, die entstehen würde, wenn man als Reporter mal die Klappe halten muss, weil es nichts zu sagen gibt, bzw. der Zuschauer alles Erzählenswerte direkt vor sich sieht.
    Die definitiven Festlegungen von Reportern, die sich in den strittigsten Fragen eindeutig auf Foul oder nicht Foul festlegen und in der 8. Wiederholung nicht zugeben, dass sie sich im Live-Bild geirrt haben.
    Die “ganz klaren” Abseitspositionen, in der die Haarspitzen von Valdez gerade so hinter dem Verteidiger hervorlinsen
    Die ganzen Nebengeschichten, was der Kaiser Franz mal über diesen oder jenen Spieler gesagt hat
    Handwerkliche Fehler, wie verhunzte Namen (Klassiker bei mir als Fürther ist “Nehring” - der Spieler heißt meines Wissens nach seit seiner Geburt “Nehrig” und dies steht auch in den Aufstellungsbögen, die die Presse bekommt, so drin). Auch Marcel Reif - der angeblich beste Kommentator - macht da keine Ausnahme mehr. Früher war auch der qualitativ deutlich besser

    Da sollte man mal anpacken - sonst bleibt wirklich nur das Umschalten auf die Stadionatmosphäre…

  • 13 Stefan W. // 20. Apr 2010 um 9:46

    Große Zustimmung, weitgehend.

    Leider sind die fachlich interessiertesten Zuschauer auch die, die am bedingungslosesten zuschauen.

    Bei den Spielstandsbannern stört zudem die ausladende Größe, und Platzierung nicht am äußersten Rand, sondern von einem Designer ästhetisch nach innen verschoben, als wäre das verdeckte Bildsignal nur Hintergrund für jenes.

  • 14 etg // 20. Apr 2010 um 10:11

    Da fällt mir wieder der Bundesliga-Auftakt vor einigen Jahren ein, bei dem die Technik so lahmgelegt war, dass man das Spiel eine Halbzeit lang nur aus einer Kameraperspektive betrachten konnte.
    Das war die beste Fußballübertragung bisher.
    Leider gingen in der 2. Halbzeit nach und nach die Spielereien wieder und die ganzen unnötigen Umblendungen, zeitlupen, Zuschauer etc. kamen ins Bild.

  • 15 xeniC // 20. Apr 2010 um 10:15

    Apropro Inserts: Warum hat eigentlich jeder Sender seine eigenen “angepassten” Inserts? Beim ZDF Topspiel wird im Rotenkasten das BL Logo eingeblendet, dafür Tore mit auf dem normalen. Mal wird Bayern München, mal FC Bayern geschrieben. Könnten die sowas nicht mal vereinheitlichen? Könnte Sportcast ja mal selber für sorgen ;).

    @Chucky: Und wie willst du deinen Radar haben bzw. wie soll der ständig aktualisiert werden? Willst du also bei jedem Spieler nen Chip im Fuß haben? Wären wir also bei einer technischen Hilfsmittel-Diskussion ;).

  • 16 mr_wulf // 20. Apr 2010 um 10:21

    Noch kurz und bündig eine Ergänzung zu meiner Wunschliste: Zeigt mir bitte vor dem Spiel und zu 2ten Halbzeit die Ersatzbank plus Grafik mit den Namen!

    Ich möchte gerne die “Alternativen” beider Teams kennen.

    Danke Nikolausi!

  • 17 kasch67 // 20. Apr 2010 um 11:17

    Ein sehr guter Artikel. Zustimmung von mir zu den aufgelisteten Beispielen. Ein Punkt, der mich schon seit geraumer Zeit stört ist, das in allen Zusammenfassungen (hauptsächlich in der ARD) der Ton, also die Akustik aus dem Stadion, nie zum eigentlichen Bild passt. Das wird immer zusammengeschnitten und man hört den gleichen Jubel und das gleiche Raunen der Fans im Stadion, egal ob Heimmannschaft oder Auswärtsmannschaft gerade gezeigt wird. Das wirkt für mich immer sehr unnatürlich. Vor allem, wenn man vorher die Liveübertragung gesehen hat. Das hat doch früher auch anders geklappt…oder irre ich mich da?

  • 18 Pascal // 20. Apr 2010 um 11:19

    Allgemein bleibt zu sagen, dass die sender nicht nur so tun sollte, als gäbe es nur einen verein, der aus österreich kommt und würstchen produziert.

    was brint es einem zuschauer bei sky, wenn in der halbzeit um 16:15 -16:30 gesagt wird, dass bayern am sonntag spielt, und alle total aufgeregt sind. dann werden noch nichtmal alle tore gezeigt von den spielen in der ersten halbzeit.

    hier sollten alle sender (auch ard und zdf) etwas objektiver sein.

    PS: ich persönlich wollte einmal ein spiel in der zusammenfassung sehen aus der ersten halbzeit mit 3 toren (!). im radio wurde gesagt: ein klasse spiel… aber es wurde keins (!) der 3 tore gezeit.
    stattdessen brachte man berichte über bayern mit einer pressekonverenz aus der vorangegangenen woche (!!!).

  • 19 duke // 20. Apr 2010 um 12:16

    Wie JJFlash schon schrieb:

    Diese Nachspielzeitanzeigetafeleinblendung ist eine richtige Unsitte. Das Spiel kann noch so spannend sein, gerade der tödliche Pass in den Raum gespielt werden oder ein Konter laufen, es wird auf Krampf auf den Assi mit der Tafel geschnitten. Wo ist da der Mehrwert zu einer +2-Einblendung an der Spielzeit oder der Erwähnung durch den Reporter?

    Ich glaube langsam, das der Regie mit Kopfabhacken oder härteren Strafen gedroht wird, wenn die Nachspielzeitanzeigetafel nicht auftaucht.

    Ansonsten hat der Autor die Unschönheiten der Fussballbilder schon korrekt beschrieben, auch wenn ich die oft unfähigen Reporter als das grössere Übel sehe.

  • 20 Wo die Fussballübertragung herkommt « Block N // 20. Apr 2010 um 15:42

    [...] viaEin paar Wünsche an Sportcast | Sportmedienblog. [...]

  • 21 sf // 20. Apr 2010 um 15:55

    Der Artikel spricht mir aus der Seele.

    Wie schon oben erläutert, runden die meisten Kommentatoren das miese “Spiel” um die Show ab.
    Man kommt sich bei so manchem Gelaber vor wie bei einer Finalentscheidung einer DSDS Staffel, wenn der Moderator mal wieder künstlich unkünstlich die Zeit vergewaltigt um nicht mehr vorhandene Spannungstropfen herauszuquetschen… garniert mit den angesprochenen Schnitten und quälendenen Wiederholungen ergibt das ganze ein überfrachtetes Menü das mit Fussball schauen doch nichts mehr zu tun hat.
    Ich habe schon vor längerer Zeit meine Konsequenzen daraus gezogen und entweder schau ich etwas live vor Ort an, oder ich lass es bleiben. Noch mehr, als nur über schlechte Leistungen der heißgeliebten Mannschaft, möchte ich mich nicht aufregen.

  • 22 Robert // 20. Apr 2010 um 15:56

    @kasch67: Ist es nicht bekannt, dass Sky Soundschnipsel von Fangesängen beimischt? Soll auch schon mal vorgekommen sein, dass bei einem St.-Pauli-Spiel auf Sky mit einem mal HSV-(typische-)Gesänge zu hören waren. Kann ich mir auch bei der Sportschau o.ä. vorstellen.

    Ansonsten würde ich den Beitrag und die Kommentare bisher absolut unterschreiben.

    Besonders das mit dem Kommentatoren! Schon früher, als noch Eurosport ab und an Fussballspiele (glaube UEFA-Cup und Champions League) übertragen hatte, habe ich gern den Ton umgeschaltet auf “ohne Kommentar”. Das inhaltslose Dummgelaber und die hohle Statstik-Rezitierei geht mir auch tierisch auf die Nerven. Und das ich bei jedem Kommentator den Eindruck habe, er ist Bayern-Fan! Und heute knips ich das einfach aus und hoffe, dass die Radio- oder 90elf-Übertragung einigermaßen synchron ist.

  • 23 eingeNETzt 20/04/2010 | Spielfeldrand - Das Magazin // 20. Apr 2010 um 16:01

    [...] Ein paar Wünsche an Sportcast [...]

  • 24 Nico // 21. Apr 2010 um 11:48

    Hallo.

    Auch von mir volle Zustimmung. Ich sehe ein, dass nicht immer das ganze Feld zu zeigen ist - allerdings sollte schon mehr drin sein. ;)

    Zu den Kommentatoren: ich habe nach jedem Spiel der WM und EM, dass vom ZDF gezeigt und von Bela Rethy kommentiert wurde, eine Beschwerdemail geschrieben. Als Antwort bekam ich immer irgendwas mit “Geschmackssache” - ich glaube allerdings nicht, dass es sich bei der Beurteilung des Spielkommentars von B.R. noch um Geschmack handelt.

  • 25 Endlich ordentliche Fußballübertragungen /// Rauhe Sitten // 22. Apr 2010 um 1:05

    [...] eine Weile. Keine Zuschauer, keine Großaufnahmen, wenig Zeitlupen etc. sportmedienblog hat das schön formuliert: Was selbstverständlich sein sollte, ist, dass es zuerst mal um das Spiel selbst geht. Diesem [...]

  • 26 Endlich ordentliche Fußballübertragungen /// Rauhe Sitten // 22. Apr 2010 um 1:05

    [...] eine Weile. Keine Zuschauer, keine Großaufnahmen, wenig Zeitlupen etc. sportmedienblog hat das schön formuliert: Was selbstverständlich sein sollte, ist, dass es zuerst mal um das Spiel selbst geht. Diesem [...]

  • 27 juwie // 23. Apr 2010 um 20:40

    Wie wahr! ;-)

  • 28 Frankfurter Löwe // 23. Apr 2010 um 22:25

    Unterschreibe vieles, wobei ich nicht alles so eng sehe. Richtig nerven mich Zeitlupen, während über die Torspur die Zuschauer sich fürchterlich über das Live-Geschehen aufregen.

    Wofür Podcast (hoffentlich) nichts kann): Diese dauernden Einblendungen über kommende Sendungen, Werbe-Aktionen und Gewinnspiele, wobei die Reporter offenbar entlassen werden, wenn sie uns das nicht auch noch vorlesen. Schlicht entsetzlich.
    Ansonsten habe ich geringe Ansprüche und bin froh, die Spiele überhaupt zu sehen. Da ich BBC und Ähnliches nicht empfangen kann, fehlen mir auch Vergleichsmöglichkeiten.

    Ach ja, einen Wunsch hätte ich auf jeden Fall: Versucht es doch mal wieder mit zwei Kommentatoren. Nicht nur, dass vier Augen mehr sehen als zwei, erst recht, wenn einer Experte ist. Die Abwechslung macht einfach Spaß, wenn es nicht gerade zur Stammtischplauderei a la Lattek/Michel verkommt, falls sich daran noch jemand gruselnd erinnert.

  • 29 Helmi // 24. Apr 2010 um 14:55

    Schließe mich weitestgehend dem Artikel an. Auch dem Kommentatorengemecker. Wer bei mir auf Twitter mitliest weiß ja, dass ich nicht so der Freund der meisten Kommentatoren bin (erwähnenswerte Ausnahme: Wolf Fuß).

    Was die Inserts angeht bin ich ja etwas Liga-Total-verwöhnt. Dort hat man die ganzen Screengrafiken wohl direkt auf HD ausgelegt, was bei Sky bis heute fehlt.

    Was leider noch komplett fehlt ist eine an HD angepasste Bildgestaltung, dabei könnte man damit mal richtig spielen. Ich könnte mir z.B. Bild-im-Bild für die eher sekundären Dinge (Nachspielzeittafel, ausflippender Trainer, sich warmlaufender Spieler) sehr gut vorstellen - bei 1920×1080 kann man das auch in einer Größe gestalten, die nicht das halbe Bild einnimmt und das eigentlich wichtige Bild vom Spiel nicht weiter stört.

    Im übrigen stimme ich dem Frankfurter Löwen zu - führt dem Co-Kommentator wieder ein. Phasenweise gab es im letzten Jahr ein paar wenige Versuche dieser Art und ich fand’s sehr erfrischend. Das nimmt dem eigentlichen Kommentator auch den Zwang irgend einen Unsinn erzählen zu müssen um die Lücken zu füllen.

  • 30 Austhromas // 5. Mai 2010 um 14:45

    Völlig Off-Topic, aber Frage an den Experten:

    Wo liegt Deiner Meinung nach der Unterschied zwischen dem neuen Sky+HD-Receiver und dem Humax iCord HD, der derzeit noch bei Sky für 199.- angeboten wird?

    Ist es besser, den Sky+ abzuwarten oder ist es völlig egal?

  • 31 RealityCheck // 5. Mai 2010 um 14:55

    Wenn es die Zeit zulässt, gibt’s zu dem Thema noch heute ‘nen eigenen Eintrag.

    Aber die Kurzfassung:

    Der Unterschied ist der EPG bzw. generell die Software, die Zusatzfunktionen.

    Aufnehmen können beide, “Series Link” kann nur Sky+. Den Push-VOD-Dienst Sky Anytime kann nur Sky+.

    Der iCord hat dagegen einen CI-Modul-Slot, ist darüber hinaus wohl etwas “freier” in der Bedienung.

    Unterm Strich: Sky+ ist Idiotensicherer, in manchen Punkten stringenter designed, dafür ist der iCord mit weniger Gängelungen gesegnet.

    Aufnahmen heraus bekommt man bei keinem Gerät.

    Ich habe derzeit den PDR iCord, werde aber wohl auf Sky+ wechseln, da ich das UK-Gerät kenne.

  • 32 kamerafreund // 26. Mai 2010 um 15:42

    also gut, das mit der totaleren einstellung bei der übersichtskamera, übrigens die 1, sehe ich genauso.

    je enger diese gefahren wird, desto weniger sieht man als zuschauer vom spielaufbau und es geht einher mit einem wilden hin- und her-geschwenke, besonders wenn die bälle schnell und weit gepasst werden.

    leider gibt es einige regisseure, die es enger gefahren lieben .. und nehmen sich übrigens dabei leider ein beispiel an der ach-so-viel-gepriesenen premier league:

    da wird -ganz katastrophal- die führungskamera deutlich öfter als in deutschland aber sowas von dermaßen eng und nah geschwenkt, dass einem schwindelig wird.
    also von daher ist die britische liga nun absolut sowas von gar nicht vorbildlich.

    hier bei uns sind totalere und ganz besonders höhere führungskamera-einstellungen oft schon deswegen nicht möglich, weil die meisten stadien das nunmal einfach nicht hergeben und sich für jedes spiel einen steiger zu mieten ist budget-mäßig tatsächlich NICHT drin. auch wenn das hier nun keiner glauben mag.

    aber auch bei der dfl muss gerechnet werden. und so fällt auch eine torlinien-kamera wie im angegebenen fotobeispiel schon budget-technisch unter den tisch, denn dies würde ja zwei weitere kameras inkl. allem drum und dran bedeuten (kabel bis zum ü-wagen, stative, extra signalweg vom ü-wagen) und natürlich den hier leider sowas von vergessenen kameraleuten, die euch alle aufopferungsvoll die bilder machen und alles immer im bild haben an ihren positionen.

    zudem finde ich persönlich diese erwähnte hohe torlinienkamera-perspektive extrem hässlich; sowie für das spiel oder aufzulösende abseitspostionen absolut ungeeignet.

    und als der-ball-ist-drüber-oder-auch-nicht ist sie , wie hier schon treffend erwähnt wurde, auch nicht zu 100% sicher. also wäre das ganze rausgeschmissenes geld.

    zu den zeitlupen kann ich nur sagen: wenn sie an den richtigen stellen gezeigt werden, also so, dass man keine (vermeintlich) wichtigen live-spielszenen verpasst während der zeitlupe, sind sie für fast alle situation

    erstens sehr (!) wichtig (z.b. fehlentscheidungen),
    zeigen zweitens besser als alles andere spielaufbau, pass, ballannahme und torschüsse oder großartige einzelleistungen oder krasse versager-aktionen und
    sehen drittens dazu auch noch fast immer einfach großartig aus.

    viele wollen hier offensichtlich “back to the roots” àla sportschau ARD 1964…. also nein danke. so wie es jetzt von sportcast, den sportkameraleuten, regisseuren und slomo-operateuren produziert wird, ist high-end. sicher kann man immer alles besser machen, aber dann doch bitte mit bedacht. schaut mal in die andere länder…. eine katastrophe ist das.

  • 33 Nur_Fuppes // 20. Jun 2010 um 10:47

    Wichtiger als ein HD-Bild (das ist allerdings auch was Feines) wäre es mir, wenn man auf einem Kanal eine weiter aufgezogene, reine Führungskamera anbieten würde - damit aber macht man Kameraleute arbeitslos, beraubt Regisseure ihrer Kunst und da anscheinend die Qualität einer Übertragung fälschlicherweise noch immer durch die Anzahl der Kameras gemessen zu werden scheint, interessiert der Sportfreund so lange nicht, so lange er nicht durch einen Abowechsel klar machen kann, was er wirklich will: Reinen Fußball ohne Schniekes und Schnakes.

    Ich will, während der Ball läuft, nur die Führunskamera und ganz sicher keine Großaufnahmen eines Flügelstürmers, der Tribüne oder des Schiris - die Situation entzieht sich nämlich dann komplett der Beurteilung. In den Pausen ist genügend Platz für diesen Boulevard inklusive der sinnvollen Wiederholungen.

    Sinnvoll wäre es auch, sobald der Ball im Spiel ist, die Wiederholung mit einem gerecht aufgeteilten Splitscreen einzublenden.

    Ist aber egal - ohne finanziellen Druck wird nichts passieren und der kann nicht aufkommen, so lange man nicht verschiedene LIVE-Bilder von verschiedenen Anbietern bekommen kann.

  • 34 ger // 2. Okt 2011 um 10:58

    Wichtig is auf’m Platz. Zeigt einfach Fußball. Ich brauche keine 5 Wiederholungen. Beispiel: Schuss auf’s Tor….Torwart wirft ab…..Schnitt auf den Stürmer wie er Richtung Mittellinie trabt….wen interessiert das? Oder beim dribbeln Großaufnahmen. Und dann noch die ewig langen Umschnitte…..Zuuuuuuschauuuuer……Trrrrrrrainnnnerbank……und irgendwann mal….da war doch noch was. Und vor Spielende immer den Schnitt auf den Kasper der die Tafel mit der Nachspielzeit hochhält. Wenn’s wenigstens ein Nummerngirl wie beim Boxen wäre.

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