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Warum die Kritik am Sky-Basispaketmodell scheinheilig ist

9. Februar 2010, 19:59 · 29 Kommentare

Angeregt durch eine Falschmeldung der Sat+Kabel, dass Sky angeblich nicht einmal ein Jahr nach Relaunch ein neues Angebotsmodell plane, entzündete sich an vielen Stellen die alte Diskussion um die Paketstruktur des großen deutschen Bezahl-TV-Anbieters erneut. Und natürlich auch diesmal im Mittelpunkt der Kritik: Das Basispaket Sky Welt, welches zwingend abonniert werden muss, um eines der Premiumpakete Film, Sport und Bundesliga erwerben zu dürfen.

Doch die Kritik an diesem Modell ist scheinheilig, verkürzend und vor allem kurzsichtig.

16,90 Euro kostet das Basispaket Sky Welt monatlich, hierfür erhält der Abonnent einen bunten Strauß an Spartensendern, die mal mehr, mal weniger attraktiv erscheinen, aber vor allem eines sind: Geschmackssache.

Oftmals hört man, besonders bei der klassischen Pay-Klientel, dass einen doch “nur Fußball” interessiere. Wenn man dann hierfür zuerst ein Abo etwa des Schlagerkanals “Goldstar TV” braucht, so erscheint dies auf den ersten Blick hochgradig unverständlich.

Doch es ist nicht der Sinn eines Programmbouquets, dass dem Kunden jeder einzelne der angebotenen Sender gefällt. Ganz im Gegenteil. Der Vorteil von Spartensendern ist gerade, dass man sein Programm auf eine eng abzugrenzende Zielgruppe abstimmen kann und hierbei weniger Kompromisse in Punkto Massenkompatibilität eingehen muss.

Das beste Beispiel hierfür ist wohl der US-Sportkanal ESPN America. Das Programm ist knallhart auf dieses Freakklientel gebürstet, dass man es sich leisten kann, das Programm im englischen Original über den Äther zu schicken. Der Vorteil: Man kann deutlich mehr Spiele ausstrahlen, da man hier enorme Einsparungen in Punkto Produktionskosten spart. Für das eher massenkompatible Programm von Sky Sport ist schon die englischsprachige Übernahme des Programms von NBA TV in den Nachtstunden ein gewisses Problem, kann man doch noch immer aus diversen Ecken harsche Kritik für das Fehlen des deutschen Kommentars hören.

Aber diese klare Ausrichtung auf Zielgruppen sorgt eben auch dafür, dass man einen nicht gerade kleinen Teil der potentiellen Zuschauerschaft schon qua Sendekonzept außen vor lässt. Für diese erscheint dieser Sender somit vollends überflüssig. Und hier kommt man zu dem Konzept des Programmbouquets, dass dem Konzept einer Tüte Gummibärchen gar nicht mal so unähnlich ist.

Ein Pay-Programmbouquet, wie es etwa Sky Welt ist, basiert auf einer breiten Auffächerung des Programmangebots. Natürlich könnte man das angebotene Programm auch komprimieren, auf vermeintliche Highlights reduziert auf deutlich weniger Sendern ausstrahlen. Dies würde zu einer geringeren Wiederholrate führen, aber auch und vor allem: zu einer geringeren Auswahl. Und dadurch finden dann schon wieder Zuschauer mit Interesse an weniger populären Inhalten nicht mehr ihr Programmangebot. Klar, die roten Gummibärchen sind am populärsten. Daher stellen sie auch den größten Anteil in einer Haribo-Tüte. Aber es gibt eben auch Kunden, die die Tüte wegen der weißen Gummibärchen kaufen. Sonst wären die da nicht drin. So schwer es für Rote-Gummibärchen-Esser auch zu kapieren sein mag. Eben Geschmackssache. Würde man nun die weißen Bärchen herausnehmen, weil diese die unpopulärsten sind, kauft kein Weiße-Gummibärchen-Esser - auch wenn es wenige sein mögen - mehr die Tüte, weil er sein Angebot darin nicht wieder findet. Ähnliche Konzepte findet man auch im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt. Hier kommt auch niemand auf die Idee, die Süddeutsche Zeitung müsse ein isoliertes Abonnement des Sportteils anbieten.

Das Konzept hinter Sky Welt - oder auch bei Kabel Digital Home oder vergleichbaren Paketen anderer Anbieter - ist nunmal, dass für jeden etwas dabei ist und man zu jeder Zeit nach Möglichkeit etwas zum schauen findet. Dieses breite Basisangebot soll die Nutzung des Gesamtangebots steigern, wodurch mittel- und langfristig die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung des Abonnenten auch bei höheren Preisen unwahrscheinlicher wird.

Würde man etwa dem Kunden ermöglichen, nur das Bundesliga-Paket zu abonnieren, würde sich die Nutzung im schlimmsten Fall auf 34x neunzig Minuten am Wochenende beschränken - nämlich, wenn der Lieblingsverein spielt. Da wird es schwierig, Preise jenseits der dreißig Euro, die für die Refinanzierung notwendig sind, durchzusetzen.

Nun könnte man einwenden, dass ein Zwangspaket auch nicht garantiert, dass die Nutzung außerhalb des erwünschten Premiumpakets ansteigt. Natürlich nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit ist zumindest nicht gleich null.

Zudem kann niemand ernsthaft behaupten, ihn interessiere wirklich nur Fußball und die Flimmerkiste bliebe ansonsten sechs von sieben Tagen in der Woche kalt. Krimiserien? Sitcoms? Dokus? Cartoons? Filme? Irgendwas wird schon dabei sein, was einem das Basispaket bietet.

Damit aber das Angebot im Basispaket so breit ist, dass wirklich jeder Abonnent zumindest ab und an ein Programm findet, welches ihn interessiert und somit der tiefere Sinn hinter dem Konzept zuschlägt - die generelle Nutzung des Abos zu erhöhen - muss dieses Paket auch wirklich viele Programmfarben abdecken, mögen sie auch nur kleine Bevölkerungsgruppen interessieren. Und dazu gehört dann der Schlagerkanal genauso wie der US-Sportkanal. Das rote wie das weiße Gummibärchen.

Die Kritik am Konzept des Zwangsbasispakets ist daher kurzsichtig, da sie die Notwendigkeit einer hohen Nutzung des Angebots ignoriert. Zudem verdrängt man hierbei, dass in den Kosten des Basispakets auch die Fixkosten, die bei jedem Paket anfallen (wie etwa Personal, Technik und Marketing), enthalten sind.
Kritik an dem Zwangspaket ist daher eigentlich die altbekannte Forderung nach niedrigeren Preisen. Doch hierbei wird verkannt, dass etwa das Bundesliga-Paket auch ohne Sky Welt nicht viel billiger sein könnte. Preise, wie man sie von PREMIERE oder gar arena kannte, waren - wie die Geschichte zeigte - nicht der dauerhaften Refinanzierung der teuren Rechte zuträglich. Die Sender im Basispaket bekommen dem Vernehmen nach deutlich unter 20 Cent pro Abonnent und Monat. 20 Sender mal 20 Cent, macht 4 Euro. Über 12,90 Euro des Preises für Sky Welt gehen daher dieser Milchmädchenrechnung zufolge für Mehrwertsteuer, Fixkosten und Querfinanzierung der Premiumangebote drauf.

Pay-TV hat es schwer in Deutschland. Das Angebot von Sky hat seine Schwächen. Aber es ist nicht das bei vielen so verhasste Basispaket. Ganz im Gegenteil, es ist notwendig für den langfristigen Erfolg. Und es ist besser als sein Ruf.

Tags: Medien

Bisher 29 Kommentare ↓

  • 1 Thomas // 10. Feb 2010 um 9:00

    Deine Argumentation liest sich schlüssig und ist es wahrscheinlich auch.

    Aber: Der Kunde hat keinen Einblick in die Kalkulation und soll ihn auch nicht bekommen. ;) Für ihn bleibt die Preisliste und der Eindruck, dass man ihm die Gummibärchen aufzwingt obwohl er doch lieber Salzstangen zum Fußball möchte. Das ist nicht gut.

    Mal angenommen Deine Zahlen stimmen soweit und für Bundesliga bräuchte man ~25€.

    Basis 17€, Bundesliga 25€, Beides 30€.

    Einfach, transparent und ohne das blöde Gefühl etwas aufgezwängt zu bekommen. ;)
    Im Gegenteil: Für “nur 5 Euro” bekommen ich den “bunten Blumenstrauss”. :) Superschnäppchen. Kaufen.

    Imho sollte jeder Anbieter (egal welches Produkt) Angebote *für* den Kunden entwickeln und nicht gegen ihn. ;) Als Käufer brauche ich ein gutes Gefühl beim kaufen. Etwas kaufen zu “müssen” macht keinen Spass. Und was keinen Spass macht, kauft man nicht.

    Punkte wie “Refinanzierbarkeit” der Rechte spielen für den Kunden keine Rolle!

    Ein Spruch gefällt mir in diesem Zusammenhang besonders gut: “Den Gewinn macht man im Einkauf.”
    Liegt evtl. bei sky hier der Hase im Pfeffer?

    jm2c

  • 2 Myself // 10. Feb 2010 um 9:17

    Der Artikel ist streitbar, aber interessant. Bis zu folgender Aussage:

    “Zudem kann niemand ernsthaft behaupten, ihn interessiere wirklich nur Fußball und die Flimmerkiste bliebe ansonsten sechs von sieben Tagen in der Woche kalt. Krimiserien? Sitcoms? Dokus? Cartoons? Filme? Irgendwas wird schon dabei sein, was einem das Basispaket bietet.”

    Wie? Das kann niemand behaupten? Spätestens hier argumentiert der Autor aus seiner beschränkten TV-Brille. Mag ja sein, dass es für Sie “ernsthaft” nicht möglich ist, aber außer Sport (Buli, F1, etwas Wintersport) schaue ich kein Fernsehen. Keine Krimis, keine Sitcoms, keine Dokus, Cartoons und auch keine Filme. Interessiert mich nicht. Ich gehe einige Male im Jahr ins Kino, wenn ich “Filme” sehen will.

    Da ich in meinem Umfeld einige Personen kenne, die dies ähnlich halten ist dieser Punkt entweder schlecht recherchiert oder, wie ich vermute, einfach nur aus der eigenen, TV-affinen Brille heraus geschrieben.

  • 3 RealityCheck // 10. Feb 2010 um 9:56

    @Myself:

    Es gibt ja - zumindest über Sat - mit Eurosport 2 und ESPN America für den reinen Sport Afficionado auch im Basispaket zwei Sender, die dieses Bedürfnis bedienen.

    Zudem hab’ ich auch auf den Dokusendern die ein oder andere Sportdoku entdeckt.

    Es ist meiner Meinung einfach nicht trennscharf abzugrenzen, was jemanden interessiert. Vieles aus dem Basisangebot wird auch schlecht vermarktet, so dass es seine Zielgruppe nicht findet.

    @Thomas:

    Natürlich ist das ein psychologisches Problem, und dass nich jeder Konsument sich für das “Dahinter” des Produkts interessiert, ist auch klar.

    Aber der “Zwang” hat ja seinen Grund - nämlich den Kunden erstens zu seinem Glück zu zwingen, zweitens für eine höhere Reichweite dieser Sender zu sorgen, die sich ja auch zu einem gewissen Teil aus Werbung finanzieren sollen. Und hierfür braucht man Reichweite.

    Das ist ein wenig ein Teufelskreis. Wenn man das Basisabo fakultativ anbietet, abonnieren es weniger Leute, was wieder zu weniger Einnahmen für diese Sender führt, was wiederum für ein schlechteres Programm sorgt - und im Endeffekt hat man wieder das Image der “Ramschsender”, die erst recht keiner abonniert, wenn er nicht muss.

  • 4 FAN ! // 10. Feb 2010 um 20:39

    Als Sport-Fan mit Sat-Empfang kann man wenigsten froh sein, dass man EuroSport2 und ESPN America quasi Gratis bekommt. Aber Verärgerung kommt bei den Kunden mit Kabel-Empfang auf, wenn sie dieses Paket, mit den oben genannten Kanäle, nicht bei Sky direkt abonnieren können. Entweder müssen sie komplett auf die Sender verzichten, weil diese nicht angeboten werden oder sie müssen zusätzlich einen Vertrag bei einem anderen Anbieter abschließen um Zugang zu diesen genannten Sender zu bekommen. Wenn es eine Gute Mischung währe. Es kann nicht sein, dass bei 36 Kanälen (Welt+Welt Extra) 8 Kinderkanäle dabei sind. Es fehlen mir z.B. Kanäle, wie etwa ESPN Classic, E Entertainment, BBC Entertainment oder Extreme Sports Channel. Man kann nur hoffen ,wenn Sky die zusätzlichen Kapazitäten auf Astra bekommt, dass dann ein Schwung neuer Kanäle kommt.

  • 5 Bernd // 11. Feb 2010 um 9:31

    Wirklich interessant, vor allem, weil ich genau so ein Basispaket-Meckerer bin. Ich hab immer noch das “premiere2013″ Ding für 19,90 und Sky hat mir jetzt zum 31. Mai gekündigt. Andererseits bin ich aber auch so einer von den TV-Verweigerern. Mein ältester Sohn ist 3 Jahre alt und glaubt immer noch, der Fernseher im Wohnzimmer ist dazu da, Fußball auszustrahlen. Der hat da drin noch nie was anderes gesehen. Ich schau Fußball im Fernsehen, sonst nichts. Garnichts. Und Filme / Serien auf DVD. Ich will auch keinen Wintersport und keinen US-Sport. Und deswegen zwingt mich Sky ab Sommer etwas zu abonnieren was ich nicht will und auch nicht nutzen werde. Ich bin jetzt garnicht so, dass ich nur den Sportteil von der SZ abonnieren würde, ich nehm die ganze Zeitung, aber ohne Wirtschaftsteil und ohne Mobiles Leben wenns geht bitte. Also ich versteh deine Argumentation, bin aber trotzdem sauer.

  • 6 Gnom // 11. Feb 2010 um 19:53

    Ich habe ebenfalls immer noch einen sehr alten Premiere-Tarif für etwas über 20 Euro mit dem ich jetzt Bundesliga und Sport sehen kann. Über die Pakete würde ich das doppelte zahlen und hätte ne Menge Sender, die ich nicht gucken würde und die, die mich interessieren würden (die angesprochenen ESPN und Eurosport 2), bekäme ich als Kabel-Kunde nicht.

    Ich bin inzwischen soweit, dass ich selbst bestimme, was ich ich wann sehen will. Das funktioniert sehr gut. Einzige Ausnahme sind natürlich Live-Übertragungen. Mehr will ich dann aber auch nicht.

  • 7 TK // 11. Feb 2010 um 21:23

    Fakt ist doch einfach:
    Die Fans haben imm mehr Ansprüche an die Vereine (Traum vom Tribbel bei den Bayern u.s.w.).
    Dafür wollen die Vereine mehr Geld einnehmen,da sie nicht die Fans vor dem Stadion verärgern wollen weil sie die Ticketpreise anheben müssen um sich auch teure Spieler zuleisten, dann versuchen sie doch lieber noch paar Milionen aus den TV Geldern heraus zukitzeln.
    Und der Anbieter bringt es eben weiter an seine Kunden aber eben statt 30€ oder 40€ für das Bundesligapaket zu verlangen(was refenzierbar ist) und sich dann wieder Kritik aus allen Richtugen an zuhören “schenkt” Sky leiber noch ein Paket dazu um auf den Preis zukommen.
    Also ist es eine Zugeständnis für beide Seiten.

    Bundesliga für 20€ funktioniert einfach nicht. Arena war doch ein mahnendes Beispiel.
    Und auch LigaTota für 15€ ist nicht ohne bestimmten Zwangspaketen(DSL Anschluss Telekom,u.s.w.) nicht zubekommen.
    Aber dort regen sich weniger die Leute auf wobei man dort auch zwangsgebündelt wird.

    Also entweder den Anspruch senken in Deutschland und durch geringer Fernseheinnahmen und damit auch billigere Preise oder bei den besten Topligen in Europa mitspielen.

  • 8 tafelrunde // 12. Feb 2010 um 22:22

    Was sind denn hier für Marketing-Strategen unterwegs?

    Fakt ist, Deutschland ist Schnäppchenjäger-Land wie kein anderes. Das mussten und müssen sämtliche Investoren, auch im Bezahlfernsehen, zur Kenntnis nehmen.

    Die Strategie von Sky könnte aufgehen: Von einer immer kleineren Anzahl Wohlhabender, deren Wohlstand auch künftig wachsen wird, immer höhere Preise zu verlangen, weil‘s eh wurscht ist. Das könnte sich rechnen, oder auch nicht, weil‘s in den langen Jahren vorher auch schon nicht funktioniert hat.

    Selbst wenn man Wirtschaft studiert hat, sollte es einem nicht gänzlich unmöglich sein, mal auf die ganz einfachen Gegebenheiten einzugehen. Also, was macht ein Produkt günstiger, bei gleichem Umsatz und Ertrag? Genau! Eine erhöhte Absatzmenge. Warum? Weil die Herstellungskosten pro Einheit – hier Abonnement – sinken.

    Mit den hunderten von Millionen Euro, Dollar und sonst was, die bisher in diesem Markt versenkt wurden, hätte man eine Marktdurchdringungsstrategie fahren können, dass die Wände gewackelt hätten und Bezahlfernsehen auch auf dem deutschen Markt etabliert wäre.

    Wenn Bezahlfernsehen a la Sky in Deutschland eine Chance haben soll, dann nur über akzeptierte Preisgestaltung bei der Masse. 10,- bis 15,- Euro monatlich. Das drücken alle ab. Millionenfach. Siehe Handy.

    Nach spätestens 3 Jahren wäre in diesem Fußball verrückten Land die Abonnementenzahl bei vielleicht sogar 10 bis 15 Millionen. Eine mehr als Verfünffachung des bisherigen Standes. Natürlich kostet das erst mal. Aber dann….

    Soll sich jeder jetzt selber ausrechnen, was das für einen Preis nach sich ziehen könnte.

  • 9 RealityCheck // 13. Feb 2010 um 8:57

    Wenn Bezahlfernsehen a la Sky in Deutschland eine Chance haben soll, dann nur über akzeptierte Preisgestaltung bei der Masse. 10,- bis 15,- Euro monatlich. Das drücken alle ab. Millionenfach.

    Wohl das arena-Intermezzo und seinen Ausgang verschlafen? ;)

  • 10 tafelrunde // 13. Feb 2010 um 12:59

    @RealityCheck: Nein, eben darum geht es doch.
    Arena hat nach einem Jahr aufgegeben. Um eine entsprechende Marktdurchdringung zu erreichen, benötigt eine Billig-Preis-Strategie aber länger, wahrscheinlich 3 oder 4 Jahre.

    Klar fallen in dieser Zeit Verluste an. Doch dann ist entweder das Ziel mit der nötigen Anzahl Abonnementen erreicht und man verdient sich danach dumm und dämlich, oder man hat Geld versenkt.

    Jedenfalls wäre wohl nicht mehr Geld vernichtet worden als bisher eh schon.

    Wer denken kann, ist klar im Vorteil ;-)

  • 11 RealityCheck // 13. Feb 2010 um 13:20

    Das Argument “es braucht Zeit” könnte man aber genauso auf das jetzige Sky-Hochpreis-Modell anwenden.

    Denn Sky weist - trotz Zwangspaket - jedes Quartal ein Wachstum in Abonnentszahlen und ARPU auf, sprich: Irgendwann wird Sky den Break Even auch mit diesem Modell erreichen.

    Und warum arena der Stecker gezogen wurde, ist angesichts der Verluste, die sich in eben nur dieser einen Saison anhäuften, auch kein Wunder - zudem Unitymedias Ziel, die Marktdominanz von PREMIERE zu durchbrechen, schon erreicht war.

  • 12 eagleoli // 15. Feb 2010 um 2:22

    Das Argument “Zeit” kann man genauso dafür verwenden, wann dieses Unternehmen wieder soweit in den roten Zahlen ist, bis sie wieder kapitulieren. Wie es letztendlich sein wird, wird man nur mit der Zeit sehen.

    Und auch wenn Sky behauptet, Fussball-Abonnenten wären nicht unbedingt die Zugpferde, es ist aber eines, da Sky hierzulande nur über den Fussball wirklich bekannt ist. Kennt hier jemand einen, der sich Sky wegen des Film-/Serien-/Dokuangebots abonniert hat?? *lol* Zumal man dieses Angebot heutzutage sowieso schon für lau und in HD übers Internet bekommt. Und meist sowieso viel schneller.

    Man braucht sich nur ein wenig auf diversen Fussball- oder Vereinsforen umzuschauen, dass viele potenzielle (insbesondere Kabel-) Kunden Sky aufgrund dieses Basispaketes und/oder des Preises die kalte Schulter zeigen. Den Grund darf man sich hier aussuchen. Sky hätte hier für die Kabelkunden jedenfalls eine bessere Lösung finden müssen. Jene Kunden die mit arena seinerzeit überhaupt erst zum Pay-TV kamen. Nur hatten die nicht ne Company wie News Corp. im Rücken.

    Was kümmerts den Fussballfan: Der geht halt nun stattdessen in seine Kneipe oder zum Kumpel und schaut dort Fussball - oder begnügt sich mit den zahlreichen, aber auch unzuverlässigen Internetstreams. Es reicht aber für den Sport-/Fussball-Konsumenten. Die Zeit (!) seit das Sky-Preismodell läuft hat es gezeigt, dass es auch so funktioniert. Und Sky sieht von diesen einigen Tausend potenziellen Kunden keinen einzigen Cent.

    Das Basispaket ist vielleicht notwendig. Aber der richtige Weg ist es mit diesem Preismodell definitiv nicht.

    Andere Preismodelle oder Möglichkeiten der Kundengewinnung gäbe es reichlich. Aber darüber muss ich mir nicht unbedingt nicht den Kopf zerbrechen, da Sky für solche Angelegenheiten Leute bezahlt. Ich habe mir sogar mal den Spaß erlaubt ein paar Ideen der Geschäftsstelle mitzuteilen - für sowas hat man aber offensichtlich kein Ohr. Reaktion = Standardantwort mit der Anpreisung des Basispaketes. Na subber.

    Insofern habe ich auch überhaupt kein Mitleid wenn dieses Unternehmen abermals pleite geht und im gleichem Zuge einige Arbeitsplätze gleich mit verloren gehen. Und darauf steuert Sky geradewegs drauf hin, meiner Meinung nach. Auch wenn deren Abo-Zahlen eine andere Sprache sprechen, aber ich vertraue auch nur den Statistiken die ich selbst aufgehübscht habe.

  • 13 eagleoli // 15. Feb 2010 um 2:30

    Zusatz zum 1. Satz:
    Soweit im roten Bereich, dass News Corp. keine Lust mehr hat dieses defizitäre Unternehmen weiter tragen zu wollen. Denn Sky ist ja de facto noch in tiefroten Zahlen.

  • 14 Pillepalle // 15. Feb 2010 um 15:02

    Als Sky sein Preismodell bekannt gab, nannte Sport-Vorstand Carsten Schmidt eine Zahl, die dieser Diskussion etwas Klarheit verleihen dürfte. Sie lautete: 5 Prozent.

    So viele Premiere-Abonnenten hatten vor einem Jahr ausschließlich das Bundesliga-Paket abonniert.

    Ergo hatten 95 Prozent die Bundesliga und mindestens ein weiteres Paket abonniert, was minimum rund 30 Euro gekostet haben dürfte (die genaue Premiere-Preisgestaltung habe ich nicht mehr im Kopf).

    Ich will damit sagen: Fünf Prozent und damit weniger als 120.000 Menschen abonnierten Premiere nur wegen Bundesliga-Fußball. Das ist nicht sonderlich viel. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass insgesamt drei Jahre lang das Bundesliga-Paket (erst bei Arena und dann bei Premiere) für recht schlanke 20 Euro zu abonnieren war. Drei Jahre sind lang genug, sollte man meinen.

    Demnach kann man davon ausgehen, dass sich auch die potenziellen Sky-Abonnenten in Grenzen halten, die vor dem Abo zurückschrecken, weil sie auch das Basispaket abonnieren müssen. Für die meisten spielt die Koppelung überhaupt keine Rolle.

    Mein Verdacht ist, dass bei vielen die Kritik am Basispaketmodell vorgeschoben ist, um das populistische Sky-Bashing weiter zu führen. Klingt ja auch schön einfach: Kleiner Preis = viele Abonnenten = gesundes Pay-TV-Unternehmen.
    Die Erfahrung fast aller Pay-TV-Betreiber belegt diese Mutmaßung jedoch nicht.

    Im Übrigen: Wer zwei-, dreimal im Monat in einer Kneipe Bundesliga schaut, wird dort wahrscheinlich in toto für Bier, Cola und Essen mehr als die 32,90 Euro ausgeben, die das Sky-Bundesliga-Abo inklusive der Basiskanäle kostet. Dieses Argument ist altbekannt, wird in hiesigen Foren aber gerne übersehen.

    PS. Falls nun wieder Verdächtigungen aufkommen, sage ich es lieber gleich: Ich bin kein Mitarbeiter von Sky, sondern Medienjournalist.

  • 15 RealityCheck // 15. Feb 2010 um 15:39

    Mal grundsätzlich:

    Wer jemandem vorwirft, er argumentiere aus “falschen”, verborgenen Gründen für eine Sache (wie etwa, weil er dafür bezahlt werde), macht es sich grundsätzlich sehr einfach und gibt damit indirekt zu, dass seine Sachargumente wenig ziehen. Also geht’s auf die persönliche Schiene.

    Sky hätte hier für die Kabelkunden jedenfalls eine bessere Lösung finden müssen. Jene Kunden die mit arena seinerzeit überhaupt erst zum Pay-TV kamen. Nur hatten die nicht ne Company wie News Corp. im Rücken.

    Dass Sky ein Problem mit der Kabelsituation hat, ist doch nichts neues. Man kann einfach derzeit kein einheitliches Angebot über alle Verbreitungswege anbieten, dafür sind viel zu viele zersplitterte Interessen zu beachten. Sky Welt Extra könnte man gar nicht in viele Kabelnetze bringen, weil die KNBs selbst ihre Pakete verkaufen wollen.

    Nur welche Konsequenz zieht man daraus?

    Ich erinnere mich - als langjähriger Sat-Kunde - daran, wie von Kabelkunden der Wechsel der NFL-Rechte zu damals NASN goutiert wurde. Dass Sat-Kunden außen vor waren: Egal. Denn man hatte ja seine NFL für kleines Geld.

    Und PREMIERE fuhr damals noch die Strategie, über Sat und Kabel das gleiche Angebot zu bieten, deshalb konnte man den Sender gar nicht aufnehmen. Erst später kam dann PREMIERE STAR. Viel zu spät.

    Sky fährt nun die andere Schiene. Das Primärangebot gibt’s über Sat, auf die Begrenzungen der KNBs nimmt man - zum Glück - keine Rücksicht. Sonst hätten wir im Sommer nicht 11 HD-Sender im Sky-Angebot.

    Darüber hinaus sehe ich auch nicht, warum arena der starke Partner im Hintergrund fehlen sollte. Unitymedia macht nun schon seit einiger Zeit mit Kabel-TV, Internet und Telefonie tatsächlich Gewinn. Dass man den Stecker nach schon einem Jahr zog, hing daher wohl eher daran, dass man kein tragbares Business Model mehr sah.

  • 16 eagleoli // 15. Feb 2010 um 18:08

    Naja, man macht es sich so einfach, weil es auch so ist.
    Das eventuelle Selbsteingeständnis der fehlenden sachlichen Argumente ist die ebenfalls eventuelle fehlerhafte Interpretation darüber.

    Also, dann werfe ich doch mal eine Idee in die Runde.
    Sky hält auf nationaler Ebene die Internet-Ausstrahlungsrechte aller relevanten Vereinsfussball-Wettbewerbe. Es wäre aus meiner Sicht ein leichtes, für die jeweiligen Bundesligisten ein vereinsgeschneidertes Internetangebot auf die Beine zu stellen, sprich sagen wir mal, das FC-Bayern-Abo worin alle Spiele der Bayern darin enthalten sind. Oder besser sogar noch, man gibt den Vereinen das Recht auf ihrer eigenen Homepage die Spiele live übertragen zu dürfen. Ich kenne nicht wenige Fussballfans, die genau so etwas wollen. Natürlich gibt es solche Fans und solche Fans. Es gibt eben aber auch solche, die haben überhaupt kein Interesse die Spiele anderer Vereine im Pay-TV zu sehen. Denen reicht dann die Free-TV Verwertung. Und was heißt schon free, GEZ lässt grüßen sofern man so ehrlich ist.
    Sky jedenfalls erstellt ein individuelles Preismodell, was im Schnitt deutlich unter den normalen TV-Preisen sein sollte - hat aber im Gegenzug nur die Spiele “seines” Vereins live und nichts weiter. Vielleicht noch die Möglichkeit ältere Spiele on demand nochmal ansehen zu können. Da ein FC Bayern eben mehr Spiele in der Saison hat als ein SC Freiburg, käme zumindest der Freiburg-Fan wesentlich günstiger im Monat weg als mit 32,90. Der Bayern-Fan sollte es auch, wenn man mal runterbricht, wieviel Sendezeit der FC Bayern in 168 Stunden jede Woche einnimmt. Und bekanntlich nehmen die Bayern schon sehr viel Sendezeit ein, ob berechtigt oder nicht ist ein anderes Thema.

    Stattdessen schenkt man diesem Übertragungsweg meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung und der interessierte User soll als Nicht-Kunde 19,- EUR für ein Spiel zahlen. Sowas verleitet mich nur zu großem Kopfschütteln. Vielleicht denke ich hier zu kurz, beachte einige Sachen nicht. Aber wie ich ja weiter oben bereits schrieb: Selbst Privatanwender bekommen es schon hin, das Signal in teils schon guter Qualität ins Internet zu streamen, illegalerweise. Was das alles unzuverlässig werden lässt hängt einzig an den Streamingportalen, den Servern also, die hier dann wie Rapidshare argumentieren.

    Es ist aber eine Möglichkeit mit diesem Modell neue Kunden zu gewinnen. Denn nicht jeder ist aus diversen Gründen unbedingt Willens, vor einem PC-Bildschirm zu sitzen und sich dort ein Fussballspiel anzuschauen. Es lässt sich insofern ein neuer Kundenkreis erschließen, ohne viel von den bestehenden Fernseh-Zuschauern zu verlieren.

    Natürlich wird ein alternativer Kneipenbesuch letztenendes oft teurer wie 32,90 - insbesondere da es ja dann nicht nur bei einem Besuch im Monat bleiben würde. Man sieht dieses Geld aber deutlich besser angelegt. Und das kann man in selbigen hiesigen Foren ebenfalls nachlesen.

    Was ich mich auch immer wieder frage, wo wir dann auch wieder beim Thema sind, ist der Inhalt aus dem Basis-Paket tatsächlich genau so viel wert wie Livesport-Content? Ja, nicht alle mögen die roten Gummibärchen. Aber viele Bärlis die dort im Angebot stehen sehen so aus, als ob sie schon einmal gegessen und wieder in die Tüte rein getan wurden. Das ist natürlich wieder das eigene Geschmäckle. Es kann mir aber niemand erzählen, dass das Basis-Paket überhaupt auch nur annähernd so viel wert ist wie ein Sport-Paket mit exklusivem Inhalt. Daher finde ich die Kritik am Basispaket für absolut berechtigt.

    Wenn Sky tatsächlich daran interessiert sein sollte herauszufinden, mit welchen Sendern denn nun der größte Umsatz gemacht wird, da möge Sky den Kunden einfach nur die Möglichkeit geben, sich seinen Sender-Pool selbst auszuwählen. Ohne größere Paketstrukturen. Natürlich ist das nur eine Märchen-Überlegung eines einzelnen Fernsehkonsumenten, aber so hätte man relativ schnell Klarheit über diese Zahlenspiele und die Diskussion über das Basispaket erledigt sich von selbst.

    Ich vermisse in diesem Fernseh-Markt - ob jetzt Pay-TV oder GEZ - eines deutlich: Die Möglichkeit wirklich nur für das zu zahlen, was man auch wirklich sehen oder hören will. Es wird einem etwas vorgesetzt und bekommt gesagt: Take it or leave it. Wenn das die Art und Weise ist mit Fernsehzuschauern umzugehen, dann braucht man sich nicht wundern, wenn das am Ende nicht mehr funktioniert. Durch das Internet haben die Menschen nun selber die Möglichkeit Programmdirektor spielen zu können. Und das tun sie nun auch vermehrt, und das oft ohne dass ein Rechteinhaber je einen Cent davon sieht. Und Sky ist auch auf die Cents wesentlich mehr angewiesen, als ÖR+Private.

  • 17 RealityCheck // 15. Feb 2010 um 18:41

    Also, dann werfe ich doch mal eine Idee in die Runde.

    Das Problem an dieser Idee, so attraktiv sie für den Vereinsfan sein mag, sind folgende Punkte.

    Erstens haben wir in Deutschland bekanntlich die Zentralvermarktung. Das heißt, die Bundesliga verlangt die Summe X für alle Spiele. Wenn man das nun wieder aufbricht auf Vereinsabos, wird es vor allem eines: Unkalkulierbar. Da mag man nun entgegnen:

    Ja, aber der Kunde soll sich langfristig binden?

    Nunja. Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr.

    Der Punkt ist: Eine Bundesliga-Saison kostet (maximal) 12 x €32,90. Egal, für welchen Verein das Herz so schlägt.

    Man kann nicht pro und contra Zentralvermarktung zugleich sein und sich dann die Punkte so raussuchen, dass sie einem passen.

    Zweitens, durch reine Bundesliga-Abos oder reine Clubabos wird der Programmanbieter erpressbarer, als er es sowieso jetzt schon ist. Wenn das Programmangebot nur aus Bundesliga besteht, kann die DFL nur auf das berühmte “friss oder stirb” hinweisen, und sie hat dabei dann sogar Recht. Deswegen muss Sky sein Angebot auf breitere Säulen aufstellen.

    Und schlussendlich drittens, überschätze mal nicht die Popularität der Bundesliga. Roundabout maximal ‘ne Million schauen ja Woche für Woche die Bundesliga bei Sky, sechs Millionen in der Sportschau. Erfolgreiche Serien und Filme haben bei Free TV Sendern bessere Quoten. Man glaubt es kaum, aber bei PREMIERE war seinerzeit tatsächlich das Filmpaket das populärste. Der Vorteil von Bundesliga ist der Live- und Event-Charakter, der das Interesse auf den Punkt fokussiert und somit als “Rammbock” für Pay TV wirkt.

    Ohne Bundesliga verdient man kein Geld. Mit aber auch nicht.

    Angesichts zwölf (!) Erstausstrahlungen allein heute auf Sendern von Sky Welt/Extra lt. info.sky.de kann ich Deine Meinung bezüglich “schon einmal gegessener” Gummibärchen übrigens nicht teilen. Und da habe ich Eurosport HD herausgelassen.

  • 18 Fussball Blog // 20. Feb 2010 um 0:07

    Jetzt mal ehrlich: PayTV könnte sich in Deutschland durchaus durchsetzen, wenn die Preismodelle effektiver gestaltet würden und sich ein bisschen mehr Zielgruppen Gedanken mgemacht würde.

    Die Abo-Zahlen könnten locker ansteigen, wenn sie die Preismodelle moderater und flexibler gestalten würden.

    Explizit heißt das, dass Bundesliga Stand Alone quasi zum Abo Boom führen könnte.

    Das wäre ein klare PayTV USP!

  • 19 Sebastian // 23. Feb 2010 um 12:24

    Meine Schmerzgrenze im Monat liegt bei 30,- Euro, wobei ich dabei immer noch überlege, ob ich mit diesen 30,- Euro nicht was besseres anstellen kann. Dafür würde ich aber gerne Bundesliga, Pokal, CL, EM und WM sehen. Das bietet Sky momentan nicht. Da muss ich 45 Euro oder so latzen. Das ist einfach nicht drin. Also gibt es von mir überhaupt kein Geld. Und so wird es auch vielen anderen gehen.

  • 20 Alberto // 23. Feb 2010 um 13:37

    Sieht man nicht anhand des Aktienkurses das die Zahl der Abos nicht von der Stelle kommt. Wenn hier geschrieben wird die Abozahlen würden steigen so würde ich gerne wissen woher dieses Wissen stammt. Sky ist weit entfernt von den erforderlichen Abozahlen und wird diese mit der Preisgestaltung in Deutschland niemals erreichen. Ich behaupte entgegen anderslautenden Feststellungen das die meisten Nutzer Fußballinteressierte sind!

  • 21 Jo // 24. Feb 2010 um 19:28

    Wenn sich die Bundesliga nur über das Basispaket finanzieren lässt, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn die Abozahlen nicht stimmen. Letztendlich ist es doch egal, ob das für Sky erst ab dem Preis x finanzierbar ist. Wenn es dem Kunden zu teuer ist, dann bezahlt er es nicht. Und wenn er es nicht bezahlen möchte, dann stimmen die Abozahlen nicht. So einfach ist diese Milchmädchenrechnung.

  • 22 RealityCheck // 25. Feb 2010 um 16:16

    Ein kleines “Zückerchen” für die Vertreter der “Senkt die Preise und die Kunden werden kommen”-Theorie:

    Die spanische Mediengruppe Prisa, Eigentümer des spanischen Pay TVs DIGITAL+, hat auch diese Woche Zahlen für 2009 vorgelegt.

    Link (PDF)

    Demnach hat man im Gesamtjahr 2009 sage und schreibe 189.195 Abonnenten verloren (von 2.035.000 Ende 2008 auf 1.845.805 Ende 2009).

    Und das obwohl man zur neuen Saison das Billigangebot CANAL+ Liga für €15 im Monat eingeführt hat.

  • 23 eagleoli // 25. Feb 2010 um 20:19

    Was gefiel mir heute so gut:
    Mark Williams: Er sehe eine “strahlende Zukunft” für das Pay-TV in Deutschland.
    Das würde ich auch so unterschreiben. Von Sky ist da nämlich keine Rede.

    “Nun müsse man nur noch das Abonnentenwachstum beschleunigen.”
    Aaach was. Ich seh schon, da sind richtige Profis am Werk. Dass denen das so schnell auffällt, wow.
    Bin gespannt in welchem Reporting die Angebots- und Preistruktur hinhalten muss, mit der man jetzt noch hoch zufrieden ist.

    Entschuldigt meine hämischen Kommentare, ich find es einfach nur traurig, dass so ein Potential wie das Pay-TV so unüberlegt gegen die Wand gefahren wird. Aber was versteh ich schon.

  • 24 Micha // 27. Feb 2010 um 16:17

    Als Kabelkunde ist man doch eh bestraft.
    Ich muss Sky welt nehmen und bekomme kein Sky Welt extra. Ein fast identisches Paket bekomme ich beim Kabelnetzbetreiber für 8,90 €im Monat inkl. den Welt extra Programmen. Warum soll ich für die abgespeckte Version bei Sky dann 16,90 €zahlen. Brauch eich nicht, will ich nicht und deshalb habe ich gekündigt.

    Sky geht eh den Bach runter, ist nur eine Frage der Zeit

  • 25 NickNite // 2. Mrz 2010 um 12:55

    Mit den Vergleichen ist es so eine Sache, eine Zeitung besteht in der Tat aus mehreren Sektionen, aber dort habe ich die Wahl zwischen Einzelpreis oder Abonnement und zwischen ganz oder gar nicht, Sky dagegen bietet Sektionen an, verlangt allerdings eine Zwangsabnahme des unattraktivsten Pakets, und das ist wirklich scheinheilig im Gegensatz zur Kritik daran, weil man dort die die höchsten Gewinnmargen erzielt.
    Desweiteren ist ESPN Amerika als Beispiel für einen Kanal, der spezifische Interessen bedient, doch sehr unglücklich gewählt, ist er nicht einmal Teil des Weltpakets, und wenn ich mir den Rest des bunten Straußes anschaue, finde ich keine Zielgruppen Kanäle, sondern Mainstream, vornehmlich aus vergangenen Tagen.
    Aber letztlich sind die Argumente pro Basispaket müßig, wenn der Kunde die Zwangsbündelung nicht akzeptiert. Da Sky aber im Jahresvergleich eher 600.000 (indirekte Kunden werden immer unterschlagen) verloren und nicht 100.000 gewonnen hat, kann man schon jetzt vom Scheitern der Sky Strategie sprechen.
    Wie es überhaupt sehr naiv war, daß die neue Geschäftsführung glaubte, mit den Sky Rezepten Erfolg haben zu können, denn eines hat Premiere schon immer gemacht, versucht die BSkyB Rezepte zu imitieren, nur hat das nie geklappt.

  • 26 RealityCheck // 2. Mrz 2010 um 13:06

    Der Vergleich der Abozahlen im Jahresvergleich ist untauglich, da es das Basispaket erst seit Mitte 2009 gibt.

    Daher kann man hierfür nur die Zahlen von Quartal 3 und 4 heranziehen.

    Und in diesem Zeitpunkt gewann Sky 369.000 Neukunden netto, die sich nicht am Basispaket störten.

    Die Verluste bei den indirekten Kunden werden durch die Beendigung der Zusammenarbeit mit der Telekom im IPTV und mit arena deutlich verzerrt und sind damit in diesem Zusammenhang wertlos.

  • 27 NickNite // 2. Mrz 2010 um 15:06

    Die vielen im letzten halben Jahr verloren gegangenen indirekten Kunden mochten entweder die Zwangsbündelung mit Welt nicht und haben deshalb Sky die kalte Schulter gezeigt oder aber sie waren bereits bei Sky und haben dann die Bundesliga hinzu gebucht, als sie über Kabel/Arena nicht mehr verfügbar war. Stimmt die die erste Variante, dann hat der Markt ein vernichtendes Urteil über die Zwangsbündelung gesprochen, stimmt Variante 2 dann muß sich Sky wegen des gestiegenen Umsatzes/Kunde nicht rühmen.
    Die Hoffnung, es werde schon, weil man ja bald die Billigabonnenten los sei, und der Umsatz steigt, läßt eben völlig außer acht, daß die hundertausend Neuabonnenten in den letzten sechs Monaten überhaupt nur zustande kamen, weil man die indirekten Abonnenten aufgegeben hat, nur kamen sie nicht so zahlreich zurück wie man das erwarten durfte, und das liegt in einem nicht geringen Maße an der Zwangsbündelung.
    Mit Weltzwang die Kunden zu binden ist in der Theorie ja schön und gut, verfängt allerdings dann nicht, wenn er zum Hemmschuh wird, um überhaupt Abonnenten zu erreichen.

  • 28 Rob // 13. Apr 2010 um 9:11

    Ich verstehe Deine Argumente und sie sind auch schlüssig, dennoch finde ich das Zwangspaket nutzlos. Immerhin bin ich erwachsen und kann selbst entscheiden, wie viel ich für die 90 Minuten meines Lieblingsvereins pro Woche ausgeben möchte. Ich für meinen Teil ärgere mich über den Abozwang.

  • 29 tafelrunde // 16. Apr 2010 um 11:22

    Sky verfährt nach der Logik, der Deckungsbeitrag jedes einzelnen Abonnementen muss gesteigert werden, koste es, was es wolle.

    Wer kennt die Geschichte vom goldenen Bierkasten?

    Danach erhöht man den Preis für einen Kasten Bier. Man verliert dadurch Kunden, aber unterm Strich bleibt Anfangs mehr, wenn der Deckungsbeitrag steigt.

    Das macht man immer weiter so. Am Ende bleibt dann (vielleicht) ein Kunde übrig, der für einen Kasten Bier den Gegenwert eines Bierkastens aus reinem Gold hinlegt.

    Funktioniert aber eher leider selten. Das wird auch Sky merken.

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