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Das doppelte kalifornische Abschiedsspiel?

6. März 2009, 21:41 · 1 Kommentar

Landon Donovan steht auf jeden Fall zum letzten mal in einem Bundesliga-Spiel im Bayern-Kader. Der amerikanische Leihspieler von Los Angeles Galaxy wird früher als geplant, schon am 10. März 2009, in seine Heimat zurückkehren und in die Vorbereitung des MLS-Klubs einsteigen. Für diesen Kalifornier ist das morgige Heimspiel der Bayern auf jeden Fall ein Abschiedsspiel.

Doch wird es auch ein Abschiedsspiel für den Wahlkalifornier Jürgen Klinsmann? Die Vorzeichen stehen schlecht.

Acht Spiele, drei Siege, ein Unentschieden, vier Niederlagen - so traurig liest sich die bisherige Bilanz des FC Bayern im noch jungen 2009. Dazu von zwei auf fünf in der Bundesliga, raus im Pokal - einzig das vom Ergebnis her berauschende 5-0 bei Sporting im Champions League Achtelfinal-Hinspiel und das 5-1 beim VfB Stuttgart im Pokal können mit den gesteckten Erwartungen mithalten. Auch der schwächelnden Konkurrenz muss man danken, dass man trotzdem zur Spitze in Schlagdistanz bleibt.

Nun steht Klinsmann aber gegen Hannover enorm unter Druck. Ähnlich wie in der Hinrunde vor dem Gastspiel beim Karlsruher SC sehen viele das Damoklesschwert schon gefährlich über des Trainers Kopf pendeln. Die Ansage ist klar: Gewinnen, um jeden Preis.
Und ausgerechnet nun läuft der Bayern-Kader auf dem Zahnfleisch. Wie erwartet und oft erwähnt ist die Personaldecke des Rekordmeister diese Saison erschreckend dünn.
Durch den Ausfall Tonis und der Demontierung Donovans stellt sich der Sturm von selbst auf. Offensive Einwechselalternativen? Absolute Fehlanzeige.
Der Kapitän Mark van Bommel holte sich gegen Werder die fünfte gelbe Karte ab und muss daher aussetzen. Sein Platz wird wohl der gegen Leverkusen überforderte Andreas Ottl einnehmen, da Tim Borowski auch kein OK der medizinischen Abteilung bekam.

Am meisten schmerzt aber der Ausfall des franchise players Franck Ribéry. Das Offensivspiel der Bayern steht und fällt nun seit anderthalb Jahren mit der Form des quirligen Franzosen. Und ausgerechnet gegen einen defensiv erwarteten Gegner muss er passen. Es bleibt abzuwarten, ob Ze Roberto und Bastian Schweinsteiger dieses Kreativdefizit wenigstens ansatzweise werden auffangen können. Zumindest Philipp Lahm kehrt morgen in die Mannschaft zurück, der in den letzten zwei Spielen schmerzlich vermisst wurde. Im Offensivspiel. Allein das zeigt erneut die Klasse des Münchner Linksverteidigers.

Der Gegner ist in München altbekannt. Hannover 96. Die 1-0 Niederlage in der Hinrunde durch einen Freistoß von Huszti (nun bei Zenit) schmerzt immer noch. Aber trotzdem kommt nun der auswärtsschwächste Bundesligist in die Allianz Arena. Und genau das macht das Spiel so gefährlich für Klinsmann.
Die Hannoveraner haben nichts zu verlieren, werden hinten drin stehen und auf Remis spielen. Und das dürfte für Bayern morgen zu wenig sein, wenn man nicht die direkte CL-Qualifikation in akuter Gefahr sehen will.

Es ist ein Make-or-Break-Spiel für den Wahlkalifornier Jürgen Klinsmann. Win or go home. Geht es in die Hose, dürfte es auch sein Abschiedsspiel sein, auch wenn der Vorstand noch nach Außen hinter dem Trainer steht (schließlich hat man ja den Kader mindestens mitverantwortlich ausgedünnt). Denn so wäre, mit dem irrelevanten CL-Rückspiel gegen Sporting unter der Woche eine gewisse Vorlaufzeit für einen neuen (Interims-)Coach, bevor es dann am Wochenende auswärts bei Bochum wieder wichtig würde.

Tags: Bundesliga · Fußball · Sport

Bisher 1 Kommentar ↓

  • 1 Herr F. // 7. Mrz 2009 um 22:34

    Schade…….hatte noch 15 Minuten schon Hoffnung jetzt haben wir ihn weiter am Hals…….

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