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Das Kreuz mit der Nachspielzeit

12. November 2008, 17:31 · 15 Kommentare

Jürgen Klopp erregte sich letzten Samstag nach dem Spiel beim HSV öffentlich und sehr eindringlich bei dem Schiedsrichtergespann um Dr. Jochen Drees. Der Grund: Die Nachspielzeit.

Dem Trainer von Borussia Dortmund gefiel es nicht, dass nur zwei Minuten auf die neunzig obendrauf gepackt wurden. Was gar nicht mal so unverständlich ist, bei iimmerhin sechs Auswechslungen und einem Tor in der zweiten Hälfte. Etwaiges Zeitspiel gar nicht berücksichtigt.

Doch der Streit um die Nachspielzeit ist ja nichts neues.

Schon seit Jahren fällt dem interessierten Fan eines deutlich auf - in Deutschland wird im Schnitt kürzer nachgespielt als in anderen europäischen Ligen. Ist in Spanien, England und Italien eine Nachspielzeit von mindestens drei Minuten schon fast die Regel, gilt dies auf heimischen Sportplätzen schon als viel. Mehr ist sowieso die absolute Ausnahme. Gibt es mal vier Minuten extra, müsste die ARD eigentlich einen Brennpunkt ins Programm nehmen. Mit Stellungnahmen von Theo Zwanziger und Volker Roth, live aus der Otto-Fleck-Schneise.
Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass dies in anderen Ländern ganz anders aussieht. Auch im Europacup kommt man mit dieser international weitergehenden Ausgestaltung in Berührung.
Nur das Einflussgebiet des DFB verweigert sich mehr oder weniger beharrlich dagegen, auch wenn die nachgespielte Zeit diese Saison auffällig zugenommen hat. Vom internationalen Standard ist die deutsche Unparteiischenzunft in diesem Punkt aber noch immer etwas entfernt.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach. In Regel 7 der Fußballregeln (PDF) steht zur Nachspielzeit folgendes:

Nachspielzeit

In jeder Spielhälfte wird die Zeit nachgespielt, die verloren geht für
- Auswechslungen,
- Verletzungen von Spielern,
- Transport verletzter Spieler vom Spielfeld,
- Zeitschinden oder
- jeden anderen Grund.
Die nachzuspielende Zeit liegt im Ermessen des Schiedsrichters.

Man beachte das Wort wird. Die Formulierung ist insofern eindeutig. Nicht kann. Nicht soll. Das Ermessen des Schiedsrichters erstreckt sich also nicht darauf, ob er verlorene Zeit nachspielen lässt, sondern nur, wieviel Zeit verloren gegangen ist.

Wonach richtet sich also, welche Zeit als verloren gilt? Hierzu gibt es Auslegungsanweisungen, zunächst der FIFA:

Nachspielzeit

Es ist völlig normal, dass es in einem Spiel zu zahlreichen Unterbrechungen kommt (z. B. Einwürfe, Abstöße). Nachgespielt werden darf diese Zeit nur, wenn es zu übermäßigen Verzögerungen kommt.
Der Vierte Offizielle zeigt am Ende der letzten Minute jedes Spielabschnitts an, wie viele Minuten gemäß Entscheidung des Schiedsrichters mindestens nachgespielt werden.
Diese Anzeige ist keine exakte Angabe der nachzuspielenden Zeit. Der Schiedsrichter kann die Nachspielzeit bei Bedarf verlängern, nicht aber kürzen. Der Schiedsrichter darf einen Fehler in der Zeitmessung während der ersten Halbzeit nicht durch Verlängerung oder Kürzung der zweiten Halbzeit kompensieren.

Hier findet sich übrigens schon ein weiterer Fehler, den so mancher deutscher Schiedsrichter begeht. Die angezeigte Nachspielzeit (die ja der Schiedsrichter dem vierten Mann zuvor signalisierte) muss vollständig nachgespielt werden. Häufig sieht man, dass bei zwei Minuten Aufschlag schon nach 1:50 abgepfiffen wird. Das ist aber ein Verstoß gegen die Anweisung der FIFA.

Bezüglich der Länge der Nachspielzeit ergibt sich hieraus nur wenig. Demnach dürfen normale Verzögerungen nicht nachgespielt werden. Im Offiziellensprech heißt dies dann, dass Verzögerungen, die zum Spiel gehören, nicht nachgespielt werden dürfen. Hierauf beruft sich offenbar der DFB, wenn er erzielte Tore nicht zur Berechnung der Nachspielzeit heranzieht. Denn Tore gehören ja zum Spiel dazu (zumindest sollten sie das).

Jedoch liegt hier eigentlich ein Widerspruch zum Regeltext, der Auswechslungen als Nachspielgrund nennt. Auch diese gehören eigentlich inzwischen zum Spiel dazu. Aber dies ist mehr ein technisches Problem.

Der DFB gibt seinen Schiedsrichtern ebenso Anweisungen an die Hand:

2. Verloren gegangene Zeit (z.B. Unterbrechung wegen eines Gewitters) muss nachgespielt werden. Vergeudete Zeit (z.B. Spielverzögerungen) wird unter Beachtung der Vorteilbestimmung nachgespielt.

3. Will der Schiedsrichter Zeit nachspielen lassen, so hat er diese in der letzten Minute der jeweiligen Spielzeithälfte für alle Beteiligten deutlich sichtbar anzuzeigen (sofern kein Vierter Offizieller nominiert ist).

Auch hier ist auf das Wort muss hinzuweisen. Anders als die FIFA-Regeln unterscheidet der DFB zwei Varianten - die verloren gegangene Zeit und die vergeudete Zeit. Der DFB vermeidet explizite Definitionen, was sehr schade ist und nicht zur Rechtssicherheit beiträgt.

Verloren gegangene Zeit muss nachgespielt werden. Hier ist kein Ermessensspielraum des Schiedsrichters vorgesehen. Als Beispiel wird hier, etwas unglücklich, ein Gewitter genannt. Unterbrechungen wegen Gewitters habe ich in der jüngeren Zeit in einer der zwei Bundesligen nicht erleben dürfen. Im Amateursport ist dies sicherlich ein größeres Problem. Dass dieses im Profibereich seltene Beispiel gewählt wurde, spricht dafür, dass der DFB bei der Formulierung absichtlich im Unklaren bleiben und den Schiedsrichtern einen weiten Spielraum einräumen wollte.

Für die vergeudete Zeit greift man auf den generellen Begriff der Spielverzögerung zurück. Hier liegt nahe, dass damit das klassische Zeitspiel gemeint sein dürfte, denn das verwendete Adjektiv “vergeudet” erweckt den Eindruck der bewussten Zeitverschwendung.
Jedoch widerspräche diese Trennung der Formulierung der Regeln, die das Zeitschinden auch unter verlorene Zeit subsumiert. Der DFB macht es hier also unnötig kompliziert.

Diese vergeudete Zeit soll nach Maßgabe der Vorteilsregelung nachgespielt werden. Das heißt, spielt eine Mannschaft über 85 Minuten auf Zeit, gerät aber kurz vor Schluss in Rückstand, so soll deren Zeitspiel nicht schlussendlich noch durch die Chance auf den Ausgleich in der dadurch eigentlich langen Nachspielzeit belohnt werden.

Grundsätzlich erscheinen diese Regeln und Vorschriften in weiten Teilen logisch und gerecht, wenn auch in manchen Punkten zu unkonkret. Es ist absolut unverständlich, warum es FIFA (bzw. das IFAB) oder DFB nicht hinbekommen, eine eindeutige, für alle klar ersichtliche und geltende Regelung bezüglich der Nachspielzeit anzufertigen.

Was hindert die Verbandsoberen daran, gewisse Vorkommnisse zu klassifizieren und diese mit Nachspielzeit zu versehen? Oftmals wurde schon eine recht einfache Faustregel erwähnt, die meiner Meinung nach Sinn macht:

Dreißig Sekunden Nachspielzeit pro Auswechslung und Tor plus eventuelles Zeitspiel und Behandlungsunterbrechungen.

Dies würde zumindest bewirken, dass bei Auswechslungen ein schleichender Spieler nicht mehr vom Gegner vom Platz geschubst werden müsste - denn der Spieler könnte sich sicher sein, dass diese Zeit nachgespielt wird.
Auch taktische Auswechslungen noch in der Nachspielzeit verlören an Wert und Brisanz.

Es dürfte auch nicht zu schwer sein als Schiedsrichter hier den Überblick zu behalten - was meiner Meinung nach der einzige Grund sein könnte, warum es bisher keine feste Anweisung für die Schiedsrichter gibt; dass man die Schiedsrichter bei offensichtlichen Fehlern bei der Nachspielzeitbemessung nicht auf den Regeltext festnageln kann.

Einen Kollateralschaden gäbe es aber auch, wenn man die Nachspielzeit in Deutschland an den internationalen Standard anpasst: Das Fernsehen, besonders PREMIERE.
Wird in manchen Spielen schon nach 45 Minuten länger nachgespielt, in anderen aber nicht, schrumpft die Halbzeitpause. Da passt dann nicht mehr so viel Werbung hinein…

Insgesamt sollte dem DFB aber daran gelegen sein, die Schiedsrichter etwas aus der Schusslinie zu nehmen. Solange es keine eindeutigen, nachprüfbaren Regelungen bezüglich der Nachspielzeit gibt, wird es immer Diskussionen, Unverständnis und Beschimpfungen in deren Richtung geben.
Wäre es jedem Schalker Fan klar gewesen, warum Dr. Markus Merk anno 2001 drei Minuten nachspielen ließ (in der dritten Minute erfolgte der ominöse Freistoßpfiff) und dies - wenn man obige Faustregel anlegt - sogar alles andere als unberechtigt war, dies auch auf die kodifizierten Regeln gestützt wäre, hätte man sich seitens der Knappen wohl etwas weniger auf den Schiedsrichter eingeschossen - und er hätte vielleicht sogar mal wieder ein Schalke-Spiel gepfiffen.

Tags: 2. Liga · Bundesliga · Fußball · Sport

Bisher 15 Kommentare ↓

  • 1 ckwon // 13. Nov 2008 um 10:07

    Auch ein schönes Beispiel wäre das vorangegangene Wochenende gewesen.

    D a wurde der Schiedsrichter fast durch stechenden Blick vom Trainer der Mannschaft FC Geißbock, Christoph D., aufgespießt, da dieser sich erdreistete, 5 Minuten nachspielzeit anzuzeigen…und das wohl auch völlig zurecht.

    Und trotzdem: Eigentlich fehlt auch hier die einheitliche Linie, die Nachspielzeit wirkt auf mich manchmal eher ausgewürfelt.

  • 2 Martin // 13. Nov 2008 um 10:59

    Gab es nicht einmal die Regelung, dass (ähnlich wie von Dir vorgeschlagen) pro Tor, Auswechslung und rote Karte jeweils eine Minute nachgespielt wird? Irgendwie habe ich da so etwas im Hinterkopf, hab aber beim kurzen googlen nichts gefunden. Ich meine, das war so zu der Zeit, als angefangen wurde, die Nachspielzeit anzeigen zu lassen.

  • 3 LetzterMannHält » Links der Woche vom 8.11.-14.11. - // 13. Nov 2008 um 18:37

    [...] sportmedienblog: Das Kreuz mit der Nachspielzeit Jürgen Klopp erregte sich letzten Samstag nach dem Spiel beim HSV öffentlich und sehr eindringlich bei dem Schiedsrichtergespann um Dr. Jochen Drees. Der Grund: Die Nachspielzeit. [...]

  • 4 Herr Wieland // 13. Nov 2008 um 23:25

    Meines Erachtens beachtest Du zwei übergeordnete Grundsätzlichkeiten zu wenig. Erstens: Ein Spiel dauert 90 Minuten, bzw. „Sofern [blahblah] besteht ein Spiel aus zwei Hälften von je 45 Minuten Dauer.“ (siehe oben). Und zweitens geht es in allen Fußballregeln darum, das Spiel fair zu halten bzw. Unfairness auszugleichen.

    Ein Spiel dauert eben nicht von vorneherein 90 Minuten plus das was durch Freistöße und Auswechslungen verloren ging. Du hast ein „wird“ als „muss“ interpretiert und liegst damit m.E. falsch. Gerade dieser „wird“-Satz wird durch den folgenden Satz, der auf die Entscheidungshoheit (das „Ermessen“) des Schiedsrichters hinweist, ganz stark eingeschränkt, ja eigentlich revidiert.

    Und das wichtigste an der ganzen Nachspielerei ist doch das, was in den Regeln „Vorteilsbestimmung“ genannt wird, was Du sehr gut erklärst und was Du danach mit Deiner „Faustregel“ mit einem Hieb aushebelst.
    Womit wir auch bei dem berühmten Beispiel wären: Ja, nach Deiner Faustregel wären Herrn Merks 3 Minuten Nachspielzeit korrekt gewesen. Und genau das zeigt die Absurdität: Dem FC Bayern genügte ein 0:0, und die Mannschaft hat 90 Minuten lang nach Strich und Faden Zeit „vergeudet“. Eilig hatten sie es erst, als der HSV kurz vor Schluss in Führung ging. Und dennoch bekamen die Bayern die von ihnen selbst vergeudete Zeit als Nachspielzeit geschenkt. Dies ist wider jedem Fairnessgedanke und auch wider jeder aktuellen Regel.
    Mag ja sein, dass man das mit Deiner Faustregel erklären könnte. Weniger bekloppt wäre es dennoch nicht.

  • 5 Benni // 14. Nov 2008 um 11:41

    Ich habe mir den Text und auch die Regeltexte nun intensiv durchgelesen und hätte niemals gedacht, dass an so etwas wie der Nachspielzeit so viel “Mysteriöses” :-) dran sein kann.

    Einig kann man sich aber auf jeden Fall sein, dass es eigentlich keine Regel gibt .. *g*

  • 6 links for 2008-11-14 | Du Gehst Niemals Allein // 14. Nov 2008 um 13:03

    [...] sportmedienblog: Das Kreuz mit der Nachspielzeit (tags: europa nachspielzeit bundesliga vergleich) [...]

  • 7 bambergforever // 14. Nov 2008 um 21:52

    Die DFB-Schiedsrichter sollten erstmals lernen, Elfmeter zu pfeifen, nicht wahr her Rafati bzw. Drees. Reinzufällig wurden genau diese beiden Schiedschricher, die am Ende der letzten Saison den größten Krampf gepfiffen haben und bei mir schon länger nach Merk auf der Abschlussliste stehen, endlich auch von anderen Vereinen angegriffen, vielleicht wird der DFB mal schlau, und schickt diese beiden Refs endlich wieder dorthin wo sie hingehören, raus aus der 1. und 2. Liga.

    Aber erstmals bitte lernen, was ein Elfmeter ist und dann lernen, wie man die Nachspielzeit berechnet. Elfmeter sind wichtiger. Oder Herr Rafati, der 4 Elfer (3 klare) am vorletzten Spieltag letzter Saison nicht pfiff.

  • 8 Thomas // 14. Nov 2008 um 22:38

    Stellen wir die Frage doch mal umgekehrt: warum wird denn in den anderen Ligen so lange nachgespielt?

    Spanien kann ich mir ja noch halbwegs mit der Vergeudung erklären, Italien mit der Verzögerung. Aber England? Wird da mehr gewechselt oder was? ;-)
    Soll der Fan im Stadion sowie der in der Bar ein Bierchen mehr trinken weil das mehr einbringt als eine nicht gebuchte Werbepause, die mit Eigenwerbung gefüllt wird?
    Und überhaupt: ich sehe in den Regeln nichts davon, daß eine verlängerte erste Hälfte die Halbzeitpause kürzt (Sonderfall: Konferenz)

    Zusatzfrage: wurde nicht bei der EM einfach immer +1 und +3 nachgespielt? Egal wie das Spiel ablief?

    btw:

    Dass dieses im Profibereich seltene Beispiel gewählt wurde, spricht dafür, dass der DFB bei der Formulierung absichtlich im Unklaren bleiben will

    a) das sind die Fußballregeln, nicht die Profifußballregeln. Amateurspiele gibts dann doch mehr. Wenn dann hat die DFL dafür zu sorgen, daß es neben identischer Rasenhöhe und -muster auch vernünftige Unterbrechungsregeln gibt, die auf die Profibedingungen zugeschnitten sind.
    b) Kein Gewitter? Nürnberg? Gut, war Wolkenbruch & am Ende abgebrochen.
    c) Feuerwerk ist ja auch eine dieser Fälle mt der “verlorenen Zeit”. Klar stoppt das Fernsehen die Zeit - aber pausieren oder am Schluß dazuzählen nimmt sich jetzt auch nicht sonderlich viel. Wir haben ja keine Nettospielzeit.
    d) die einzig wahre Erklärung: du hast ja nie gespielt ;-)

  • 9 RealityCheck // 15. Nov 2008 um 10:59

    Ich sehe das manchmal auch vielleicht zu oft aus der Sicht des mehr oder weniger neutralen Zuschauers. Wenn ich mir Spiele in der Premier League anschaue, kommt es nicht selten vor, dass gerade die Nachspielzeit mit zu dem Spannendsten des Spiels gehört.

    Ja, da kann man entgegnen, wenn die Mannschaft es nicht schafft, in neunzig Minuten ein Tor zu erzielen, warum sollte sie es dann in drei Minuten Nachspielzeit schaffen. Ich weiß nicht, ob es dazu Statistiken gibt, aber rein subjektiv habe ich den Eindruck, dass sich viele Mannschaften in dem Moment, in dem die Nachspielzeit angezeigt wird, nochmal besonders anstrengen und den Turbo zünden.

    Das ist vielleicht nichts für den Herberger Sepp, für den das Spiel eben nur neunzig Minuten dauert, aber auf jeden Fall für den Zuschauer.

    Wenn die vorherigen neunzig Minuten ein relativ müdes Remis waren, dann gebt ihnen doch nochmal drei, vier Minuten Non Stop Action.
    Dann gehen die Zuschauer eventuell zufriedener nachhause, nach dem Motto, dass der letzte Eindruck hängen bleibt.

  • 10 Thomas // 15. Nov 2008 um 22:26

    Sorry, der Kommentar fiel vermutlich durch deine lächerliche “extra schwammig formuliert” Argumentation etwas deutlich aus, aber ich steh dazu ;-)

    Ja, man könnte auch die Regel einführen, daß ab der 80. Minute keine Gelben Karten mehr gezeigt werden und ab der 85. die Tore doppelt zählen. Sorgt auch für Spannung. :-)

    Ob das von dir bemerkte einfach nur daran liegen mag, daß es für die zurückliegende Mannschaft eh kaum noch schlimmer kommen mag; die andere möglicherweise nichts mehr nach vorne machen will und hinten die Sache daher mit Schwung abfangen muß; die angreifende Mannschaft “Holy Mary” spielt; generell die Kondition an die Grenzen stößt und daher unerwartetes passiert?
    Dein Puls hochgeht weil du weißt, daß es eh bald zu Ende ist?

    Hat IMHO aber nix mit der Nachspielzeit zu tun, die sollte keinerlei Spannung aufbauen sondern einfach dafür Sorgen, daß die “netto Bruttozeit” eingehalten wird. Daher halte ich auch von dem gejammer nix, ob nun eine Minute zuviel oder zuwenig.

    Oder wenn man das mal aufdröselt:
    a) eine Mannschaft schafft es nicht ein Tor zu schießen hat mehr Zeit es doch zu schaffen.
    b) eine Mannschafft die es schafft, das Tor zu verhindern muß länger aushalten
    c) das auf Unentschieden spielende Team irgendwann dann doch eins, hat nun mehr Zeit dagegen anzurennen
    d) der Favorit kassiert gegen den Underdog einen Treffer, kann nun länger versuchen, das auszubessern
    e) das öde gekicke geht länger

    Das alles, spricht aber nicht für einen längere Extraspielzeit. Es ist doch eh so, daß die Mannschaft, welche es am Schluß eilig hat zuvor entweder unfähig spielte oder durch Rumtrödeln selbst an der Uhr gedreht hat.

    Fazit dieses rumgetextes: Entweder Nettospielzeit einführen oder eher mal die größeren Probleme anpacken: Torkamera, einheitliche gelbe Karten und bei Unsportlichkeit auch die Tatsachenentscheidung überstimmen. Meinetwegen auch eine Art Fernsehbeweis, wobei die fordernde Mannschaft bei Ablehnung ein Gegentor erhält - dann hält sich der Bedarf vermutlich in Grenzen.

  • 11 RealityCheck // 16. Nov 2008 um 11:24

    Nur mal grundsätzlich, ich bin alles andere als Empfindlich, kann sogar auch unsachliche Kritik ertragen. ;) Sachliche dann erst recht.

    Und was Deine Punkte a) bis d) angeht, würde ich Dir widersprechen. Die sprechen alle für eine längere Nachspielzeit. Und wenn es nur dafür sorgt, dass der Zuschauer ein paar Minuten mehr für sein Geld bekommt.

  • 12 Thomas // 16. Nov 2008 um 15:05

    Ja, und damit sind wir bei Fußball als Unterhaltungssendung. Und morgen beschweren wir uns, daß die Übertragung nur aus Unterhaltung besteht und keinerlei journalistischen Anspruch..

  • 13 Herr Wieland // 17. Nov 2008 um 0:04

    Fazit dieses rumgetextes: Entweder Nettospielzeit einführen oder eher mal die größeren Probleme anpacken

    Oder das erfolgreichste Spiel von allen einfach so lassen wie es ist.

  • 14 Frank // 1. Mai 2010 um 18:25

    Tore nachspielen lassen? Wieso denn das? Dieswe gehören zum Spiel und sind keine “verlorene Zeit”. Übertriebenen Jubel kann der Schiri nachspielen lassen, aber doch nicht pauschal weil es ein Tor gab.

  • 15 Fußball- Livetalk -2- - Seite 291 - DIGITAL FERNSEHEN - Forum // 19. Mai 2011 um 23:38

    [...] 1:58, also nix mit Minute und hier mal ein Link zur DFB-Regel mit der Nachspielzeit Paragraph 7 Das Kreuz mit der Nachspielzeit __________________ Es gibt nur eine Borussia und die kommt nur vom Niederrhein Prinz Charles, [...]

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