Die Serie Dexter stellt neben Californication eines der Highlights der neueren US-Serien dar, die nun nach Deutschland kommen. Während sich Californication dem einen Tabuthema der USA widmet (Sex), ist Dexter für das andere zuständig - Gewalt.
Dexter Morgan, der namensgebende Hauptcharakter, gespielt vom aus Six Feet Under bekannten Michael C. Hall, arbeitet als Forensiker bei der Polizei von Miami, Spezialgebiet Blutspritzeranalyse. Doch er hat ein Geheimnis, und das ist der Twist der Serie - Dexter ist selbst ein Serienkiller.
Jedoch kein böser Serienkiller, sondern einer von den Guten. Er tötet nämlich nur schuldige Bösewichte. Diese moralische Gratwanderung, die sich wie ein roter Faden durch die Serie zieht, ist schon auf den ersten Blick nicht ganz unproblematisch. Entleiht sie sich doch Elemente aus diversen Selbstjustiz-Dramen, auch die starke Fixierung der Serie auf den Hauptcharakter sorgt nicht für eine klare Distanzierung von Dexters “Kodex”, seinem Selbstverständnis. Die saubere Optik der Serie, vergleichbar mit CSI: Miami, trägt weiterhin dazu bei.
Für Bedenkenträger ist allein schon dies Stoff genug zur Entrüstung.
Dexter tötet also Bösewichte, die er während seines normalen Jobs nicht überführen konnte, von deren Schuld er aber überzeugt ist. Von seinem Geheimnis wissen bzw. wussten nur zwei Personen - sein inzwischen verstorbener Adoptivvater Harry Morgan, ebenfalls Polizist, und der als Ice Truck Killer bekannte Serienmörder. Die Gründe, warum Dexter zum Morden neigt, warum gerade der Ice Truck Killer von seinem Geheimnis weiß und die Jagd auf den Serienmörder stellen die zentralen Plots der ersten Staffel dar.
In all diesem spielt auch Dexters Schwester Debra (Jennifer Carpenter) eine Rolle, die vor allem viel Pech mit den Männern hat und sich immer wieder in den Falschen verliebt. Debra arbeitet übrigens auch bei der Polizei und kommt sogar einmal fast ihrem Bruder und seinen außerberuflichen Aktivitäten auf die Schliche.
Auch Debras Kollege, Sgt. James Doakes, vermutet, dass Dexter irgendetwas verheimlicht.
Ansonsten sollte man nicht zu viel von den Plots verraten. Außer, dass mit dem Einsatz von Kunstblut, besonders in späteren Episoden, nicht gegeizt wird, dies aber nicht, um billige Effekte zu erreichen. Dexter stellt wohl einen der wenigen Fälle dar, in denen ein Raum, in dem das Blut knöchelhoch steht, vom Plot her absolut Sinn macht.
Es ist nicht allzuschwer zu erraten, dass Dexter in den USA bei einem der zwei großen Premium-Pay-Sendern läuft, in diesem Fall ist es - wie schon bei Californication - Viacoms Showtime. Zwar wurde die Serie auch während des Autorenstreiks, sozusagen als Streikbrecher, beim Schwesternetwork CBS ausgestrahlt, dies jedoch in einer stark zensierten Version.
In Deutschland lief die erste Staffel schon auf PREMIERE SERIE, im Free TV startet sie zusammen mit Californication (um 22.15 Uhr) am nächsten Montag, den 29. September 2008, um 22.55 Uhr auf RTL2.
Die zweite Staffel startet am Montag, den 20. Oktober 2008, um 21.05 Uhr auf PREMIERE 4.
Wenn man diese TV-Saison nur eine neue Serie anfangen will, sollte man das sich lieber nochmal gut überlegen - und Dexter und Californication schauen.

Bisher 3 Kommentare ↓
1 NoteMe // 23. Sep 2008 um 18:34
Jetzt hast Du mir als Dexter-Seher Geschmack auf Californication gemacht. Mist.
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Anders als Du würde ich aber eher sagen, dass Gewalt für uns Deutsche das Tabuthema ist, vglb. mit dem Sex in amerikanischen Medien.
Und genau wie drüben schon durchscheinende Brustwarzen Aufsehen erregen, hätte Dexter bei einem nur wenig früheren Start eine prima Wahlkampfsau für die CSU ergeben. Gab’s da etwa Abstimmungsprobleme in München?
2 Lord Kinbote // 23. Sep 2008 um 23:26
So sauber fand ich es gar nicht, denn es wird zumindest ordentlich geschwitzt.
Handwerklich ist die Serie schon ganz weit vorne. Immer wieder gibt es neue Teile für das Puzzle und man kann als Zuschauer vor den handelnen Personen ahnen was passieren wird, also schaut man zu, weil man ja wissen will, ob man Recht hat. Dann aber bleiben auch Fragen offen, wie sich ein Charakter entscheiden wird und man schaltet ein, weil man wissen will wie es weiter geht.
3 frankfurter löwe // 25. Sep 2008 um 21:36
Bei Dexter war ich anfangs echt fasziniert. Erstens wegen der zum Teil drastischen Bilder, obwohl ich überbordende Gewalt eigentlich nicht mag. Vor allem aber wegen dem Tabubruch. Doch irgendwann fand ich es etwas ermüdend, weil sich die Suche nach dem einen großen Serientäter doch hinzog.
Trotzdem: absolut sehenswert für den, der so etwas mag, und auf Californication freue ich mich auch schon.
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