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Sky Sports als Vorbild?

31. Juli 2008, 18:26 · 37 Kommentare

Oftmals, wenn die Diskussion darüber geführt wird, was PREMIERE im Sportbereich falsch macht, kommt das Gespräch auf den britischen Pay-Anbieter Sky und seine Sportkanäle. Sollte Sky Sports - erst Recht, nachdem nun Murdochs News Corporation Anteile an PREMIERE gehören - als Vorbild für eine Umorientierung, ja sogar einen Relaunch des PREMIERE Sportprogramms herhalten?

Um das Ergebnis vorwegzunehmen - meiner Meinung nach im Großen und Ganzen ja. Auch wenn es einige Punkte im Programm von Sky Sports gibt, die in Deutschland so nicht funktionieren würden und manche, die von vielen, die mit PREMIERE hart ins Gericht gehen, übersehen werden.

Die Basics

Die Debatte kann man nicht führen, wenn man sich nicht die Rahmenbedingungen verdeutlicht. Sky Sports kostet derzeit (zum September gibt’s eine der übrigens regelmäßigen Preiserhöhungen) monatlich über Satellit zwischen 39 Euro und 50 Euro, wobei ersterer Preis nur entweder Sky Sports 1 oder Sky Sports 2 enthält. Abonniert man beide Kanäle, erhält man zusätzlich Sky Sports 3 und Sky Sports Xtra.
Bei den Preisen habe ich übrigens der Einfachheit halber auf die irischen Preise zurückgegriffen, da diese bekanntlich schon in Euro angegeben sind.
Alleine kann man die Sportkanäle nicht abonnieren, man braucht ein sogenanntes Mix, das aus diversen Basiskanälen wie Sky One besteht. Hier bietet sich für den Sportfan das sogenannte News & Events Mix an, das auch Sky Sports News und Eurosport 1 und 2 enthält.
Also im Vergleich zu PREMIERE fällt schon mal auf, dass man für etwa den selben Preis, für den man hier das gesamte Sportangebot von PREMIERE erhält, bei Sky gerade mal einen von vier Sportsendern bekommt. Einen. Und die Kanäle sind auch nicht thematisch getrennt, so dass bei weitem nicht etwa aller Fußball auf Sky Sports 1 läuft - ganz im Gegenteil. Besonders unter der Woche legt Sky gerne Livespiele auf Sky Sports 2, auf Sky Sports 1 läuft währenddessen Soccer Special, die Midweek Edition von Soccer Saturday, auf das ich später noch zu sprechen komme.
Schlussendlich heißt das:
Wer nicht Gefahr laufen will, dass gerade das Spiel, was einen interessiert, auf einem Kanal kommt, den man nicht hat, der muss das große Paket für derzeit 50 Euro abonnieren. Und so macht Sky das bei allen Sportarten, die man anbietet. Die wandern schön regelmäßig durch die Kanäle.

Die Programminhalte

Dass Sky Sports die Premier League zeigt, dürfte bekannt sein. Weniger bekannt ist wohl der Umfang. Sky besitzt vier von sechs Rechtepaketen. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass Sky Sports etwa drei Spiele pro Wochenende live zeigt. Hinzu kommt Football First, eine interaktive Highlightberichterstattung am Samstagabend. Dort läuft zuerst das Spiel des Tages in voller Länge als Aufzeichnung, gefolgt von der Möglichkeit, jedes Spiel in einer ausführlicheren Zusammenfassung via red button, also interaktiver Anwendung, zu sehen.
Ebenso zeigt man an Fußball den Carling Cup (im Schnitt ein Spiel pro Runde), die Football League (die Ligen 2 bis 4, etwa ein bis zwei Spiele pro Wochenende), die Champions League (alle Spiele außer den zwei ITV-Spielen), die spanische Liga (zwei bis vier Spiele pro Wochende, wobei vier die Ausnahme ist), die nordirische Liga, den schottischen Pokal, den CIS Cup (alles relativ unregelmäßig) und diverse Länderspiele von Schottland, Irland, Wales, Nordirland und aus Südamerika. Den Vertrag mit der FA über Länderspiele Englands und den FA Cup hat ab dieser Saison Setanta inne.
Im Rugby Union, der zweitpopulärsten Mannschaftssportart auf der Insel, zeigt man die Premiership (die erste Liga), den Heineken Cup (sozusagen die Champions League), die Super XIV (die Südhalbkugel-Liga) und diverse Länderspiele.
Rugby League wird ebenfalls gezeigt, hier hat man die Super League (ein bis zwei Spiele pro Woche), die National League One (ein Spiel pro Woche) und Länderspiele der britischen Mannschaft im Programm.
Die Cricket-Berichterstattung hat man in den letzten Jahren enorm hochgefahren. Es gibt im britischen Fernsehen fast gar kein nationales Cricket mehr, was nicht auf Sky läuft. Setanta hat die IPL im Programm, aber das war es auch schon fast (versprengte Spiele auf der BBC ausgenommen). Und, auch für den Cricket-Unbedarften interessant ist, wie es dazu gekommen ist. Das ECB, das English Cricket Board, hat durch erfolgreiche Lobby-Arbeit die Streichung diverser Wettbewerbe (inkl. der traditionsreichen Ashes Serie) von der Liste erwirken können, die Sportereignisse für das Pay TV blockiert. Die offizielle Ansage seitens der Cricket-Funktionäre war, dass man nicht plane, Cricket komplett im Pay TV verschwinden zu lassen, sondern nur in den Verhandlungen mit den Sendern mehr Spielraum haben wolle, mehr Alternativen - vulgo: um den Free TV Sendern drohen zu können, ein Wettbieten zu veranstalten. Tja, am Ende war der siegreiche Bieter: Sky. Englische Politiker schrieen Zeter und Mordio, dass die Cricket Funktionäre sie übers Ohr gehauen hätten.
Irgendwie kommt mir die Argumentation doch bekannt vor.
Außerdem zeigt man auch die European Tour der PGA (die US PGA Rechte hat man an Setanta verloren), NFL, NASCAR, IRL, A1GP, die ATP Masters Tour und die US Open. Dazu kommen noch Darts, Wrestling, britisches Boxen und andere Randprogramme, die ich hier jetzt nicht ausführlich erläutern will. Dabei kann ich sowieso nur etwas vergessen.

Die Magazinsendungen

Der größte Unterschied von PREMIERE und Sky Sports liegt genau dort - bei den eigenproduzierten, regelmäßigen Magazinsendungen.
PREMIERE hat Alle Spiele, Alle Tore, die zwei Kompakt Sendungen für Premier League und Spanien und inzwischen den Speedtalk. Das war’s schon. Inside F1 und das Premier League Magazin sind eingekaufte Formate, ebenso die Motorsport-Magazine (ADAC Motorsportmagazin und Deutsche Rennserien Magazin). Nicht falsch verstehen, Sky Sports kauft auch solche ein (sogar mehr), das Premier League Magazin läuft z.B. auch auf Sky. Aber daneben gibt es u.a.:

Revista de la Liga (Magazin zu spanischen Liga aus einem Studio)
You’re on Sky Sports! (Call-In Sendung)
The Rugby Club (Rugby Union Magazin)
Boots ‘n’ All (Rugby League Magazin)
Soccer AM (Kult-Fußballshow am Samstagmorgen), im Sommer Cricket AM
Goals on Sunday (Fußballsendung mit Gast am Sonntagmorgen)
Sunday Supplement (in etwa Doppelpass in seriös ohne Publikum)
The Last Word (Analyse-Sendung des Premier League Spieltags)
The Big League Weekend 1 (Preview-Show zur Football League) und 2 (Review-Sendung)
Football First (Interaktive Review-Sendung zur Premier League)
Soccer Saturday (Radio-Konferenz mit Liveticker) bzw. Soccer Special (an anderen Tagen als Samstag)

Erneut: Bestimmt nicht vollständig. Aber was man direkt sieht - jede Sportart, die Live gezeigt wird, wird mit mindestens einem regelmäßigen, wöchentlichen Magazin versorgt. Und dabei handelt es sich nicht um zusammenhangslose Berichte, sondern um Sendungen aus einem Studio, mit Experten, mit Interviews, mit eigenen Beiträgen. Mit einem Wort (okay, drei): Hochwertige, journalistische Arbeit.
Generell kann man sowieso sagen, wo PREMIERE nur einen Kommentator in den Container schickt, setzt Sky Sports einen Moderator ins Studio, setzt mindestens (!) einen Experten daneben und bietet zwei Kommentatoren auf. Teurer ist das mit Sicherheit. Aber der Zuschauer merkt das auch.

Die Werbung

Kein fairer Bericht über Sky Sports ohne eine Erwähnung der Werbung. Sky Sports zeigt Unterbrecherwerbung. Und das nicht zu knapp. Jede Halbzeitpause wird mit zwei Werbeblocks geschmückt, jede Vorberichterstattung hat mindestens eine Unterbrechung (Premier League mindestens zwei). Bei NASCAR gibt’s während Gelbphasen Werbung, beim Boxen geht man in den Runden raus. Fast jedes Programm hat ein Sponsoring, und wenn es nur Sky Bet ist. Nachts und morgens läuft stundenweise Teleshopping (!). Auf deutsch:

Man schaue sich Eurosport an. So viel Werbung gibt es etwa auch bei Sky Sports. Eher noch mehr. Meine persönliche Meinung dazu ist klar. Wenn ich wählen müsste, zwischen einem Schmalspurprogramm ohne Werbung und einem ausführlichem mit, so entscheide ich mich für letzteres. Ideal wäre natürlich ein Superprogramm ohne Werbung. Aber man kann nicht alles haben.

Sky Sports News, Crosspromotion, Audience Flow

Das größte cross promotion Vehikel bei Sky ist meiner Meinung nach der Sportnachrichtensender Sky Sports News. Auch in allen anderen eigenproduzierten Sendungen wird cross promotion betrieben, etwa Programmhinweise nach fast jeder (!) Werbepause. Aber Sky Sports News treibt es auf die Spitze. Livesendungen im Programm werden die ganze Woche über von den Sprechern im Studio hochgejazzt, nach einer halben Stunde weiß der Zuschauer, was in den nächsten Tagen auf Sky Sports laufen wird. Auf einem Laufband laufen sämtliche Livesendungen und Highlights der kommenden Tage durch.
Und sowas fehlt PREMIERE. Der PREMIERE-Zuschauer schaltet doch nur ein, wenn er was sehen will, was er sowieso wohl geschaut hätte. Die Möglichkeiten von PREMIERE, andere Programme zu bewerben, sind entweder gleich null oder werden fahrlässig verschenkt. Inzwischen gibt’s den “Bling”, bei dem das PREMIERE Logo sich in einen Programmhinweis verwandelt. Bei Sky Sports gibt es das schon lange - mit dem Unterschied, dass die Kommentatoren dann auch auf diesen hinweisen.
Und zuletzt muss ich auch wieder darauf kommen - Sky Sports bietet vier eigenständige Sender mit einem durchdachten Programmablauf, mit einem audience flow. Soccer AM, dann live Premier League, danach Soccer Saturday, danach live Football League, gefolgt von Football First. Am Sonntag Sunday Supplement, Goals on Sunday, zweimal live Premier League (übrigens intelligent gebranded als Ford Super Sunday), gefolgt von The Last Word und spanischer Liga. So schaut das Programm bei Sky Sports 1 an einem Wochenende während der Saison zumeist aus.
Bei PREMIERE? Das Sportportal verhunzt jedes langfristige Verweilen bei PREMIERE. Man schaltet zur Bundesliga ein und danach um. Wenn PREMIERE Glück hat, schaltet man um auf einen anderen Sportkanal von PREMIERE, auf dem England läuft (in Zukunft hat sich das ja erledigt). Aber die thematische Trennung der drei Sportoptionen, noch dazu über das bedienungsunfreundliche Sportportal, was zudem noch jede Nutzung des EPG verhindert, steht jedem audience flow im Weg.

Und dann wundert man sich, warum PREMIERE nur Fußball bzw. Bundesliga ist. PREMIERE macht zu wenig für den Erfolg. PREMIERE kauft die Bundesliga und denkt, jetzt ginge alles von alleine. Man kauft mal ein neues Programm (wie etwa NASCAR), und fragt sich dann, warum es nicht angenommen wird. Sky Sports setzt Experten für NASCAR ins Studio und produziert eigene Berichte, um die Zuschauer zu Fans zu machen. Wenn man bei PREMIERE nicht sowieso schon Fan ist, wird man es durch die PREMIERE-Übertragungen eher nicht.

Tags: Medien · Sport · TV

Bisher 37 Kommentare ↓

  • 1 Lukas // 31. Jul 2008 um 19:35

    ohne worte.
    unterschreib ich mal so

  • 2 FAN ! // 31. Jul 2008 um 20:03

    Vielleicht noch zu erwähne das Cricket auf Channel Five kommt. Was ich wirklich schade finde das nicht mehr diese NP Power Test Series auf Channel 4 kommt. Super Erklärung RealityCheck genau so schaut es aus.

  • 3 FAN ! // 31. Jul 2008 um 20:07

    Und was vielleicht noch interessant ist das SKY Sport News in England sogar via Freeview (DVB-T) zu empfangen ist. Sky Sport News läuft auch fast in jedem Pub in .

  • 4 chelsea // 31. Jul 2008 um 21:26

    Hat Sky nicht Rechte für 92 Spiele aus der Premier League? Wie ist das genau festgelegt? Ich weiß eigentlich nur, dass eine bestimmte Anzahl von Spielen insgesamt bei Sky und Setanta gezeigt werden muss, da Auflage der EU. Für wieviele Spiele hat Sky denn die Rechte? Oder ist das flexibel?

  • 5 RealityCheck // 31. Jul 2008 um 21:36

    Ja, Sky hat 92 Spiele, Setanta 46. Es gab sechs Pakete mit je 23 Spielen. Davon hat Sky vier, Setanta zwei erworben.
    Macht bei 38 Spieltagen nicht ganz 2.5 Spiele bei Sky, kommt dann hin mit etwa drei Spielen pro Wochenende, wenn man die englischen Wochen berücksichtigt.

    Link

  • 6 forlan // 31. Jul 2008 um 22:02

    wow, erstmal chapeau für diese darlrgung. echt der hammer!

    aber ich finde die beiden (premiere und sky) lassen sich nicht ohne einbeziehung der tv-marktsituation vergleichen. klar, das klingt alles super was sky macht. aber bei runden 9 mio abonnenten haben die nun mal auch die kohle dazu. wohlgemerkt abonnenten, die bis zum doppelten zahlen, wie ein abonnent hier in deutschland.

    außerdem ist das vergleichbare angebot im bereich nicht-pay so bescheiden, dass ein pay-angebot gleich mal viel attraktiver daherkmmt.

    plus, der engländer an sich scheint wohl eher gewillt zu sein, für pay-tv geld locker zu machen als der deutsche.

    möglicherweise das henne-ei problem. erst gutes programm, dann hoffen, dass viele zahlen, oder erstmal sparprogramm, das weniger abonniere um dann irgendwann mal genug wenigzahler zu haben, um das programm attraktiver zu machen, was dann wieder mehr lockt, die auch mehr zahlen würden.

    klassisches dilemma irgendwie, für premiere.

  • 7 dogfood // 1. Aug 2008 um 0:45

    Natürlich haben Canal+ und SKY andere Voraussetzungen auf ihren Märkten gehabt. Sei es wegen der Konkurrenz, sei es wegen der terrestrischen Ausstrahlung.

    Man muss der deutschen Medienlandschaft auch ankreiden, dass sie es nie geschafft hat, die Digitalisierung wirklich zu thematisieren.

    Aber es hat umgekehrt an enorm vielen Stellen Entscheidungen gegeben, die einfach blöd, nicht durchdacht und letztendlich ein Eigentor waren. Immer wieder hat man “aktiv” an sein eigenes Grab geschaufelt.

    Leo Kirch hatte gute Ideen. Er hat Geld in die Hand genommen. Er hat Pay-TV und Free-TV verzahnt und damit Möglichkeiten für Cross-Promo geschaffen.

    Aber Leo Kirch hat zuvieles zu schnell und zum falschen Zeitpunkt (Fall der New Economy) gewollt: finanziell überhoben. Leo Kirch hat außerdem zu schnell auf Exklusivität als Argument gesetzt: US-Sport-Angebot im DSF wurde ausgedünnt um auf PREMIERE klotzen zu können. Falsche Abostrukturen mit dem unsäglichen Saisonticket. RAN auf 20h15 gesetzt. Das unsägliche Samstagabend-Bundesliga-Spiel.

    Auftritt Kofler. Charismatiker der aufräumte und angesichts der finanziellen Situation der richtige Mann war. Er setzte wie Kirch auf PREMIERE als HighEnd-Fernsehen mit Exklusivität, konnte aber in den Programminhalten nur phasenweise diesen Ansprüchen gerecht werden. Viel zu spät startete man ein gutes Serienprogramm. Kofler ließ die letzten Reste Eigenproduktion begraben.

    Kofler war mit seinem Charakter gleichzeitig ein Problem. 2004 hat er mit seinen Verhandlungsstil die NFL vergrätzt, was sich 2005 rächen sollte, als die NFL mit NASN plötzlich eine Alternative hatte, die auch gut zahlte. Die gleiche Arroganz brach Kofler Monate später bei den Bundesliga-TV-Verhandlungen das Genick. Folge: Imageschaden für PREMIERE, Kündigungsquoten ein Jahr lang von über 20%, Stagnation bei den Abozahlen und schließlich im Sommer 2007 ein teurer Deal mit dem man ARENA die Bundesliga de-facto abkaufte und damit die Tür für Murdoch öffnete (der ARENA/UnityMedia die PREMIERE-Aktien abkaufte).

    Es hat bei PREMIERE seit Ende der 90er keine Führung gegeben, bei der man das Gefühl hat, dass sie in der Lage ist, den Laden binnen 5 Jahren auf ein anderes Niveau zu heben.

    Ende 1999 hatte PREMIERE 2,2 Mio Abonnenten. Bei Kirchs Abgang waren es zirka 2,4 Mio. Der ARPU (Umsatz pro Kunde pro Monat) lag bei 23,66.

    Unter Kofler gab es drei Jahre lang 300.000 bis 400.000 neue Abonnenten. Im ersten Jahr durch Sonderangebote (ARPU sank von zwischenzeitlich 25,39 binnen einem halben Jahr auf 21,64), im zweiten Jahr 2004 konnte man den ARPU durch eine Preiserhöhung auf über 26EUR treiben, versuchte dann aber die Verluste an Abonnenten wieder durch Angebote zu kompensieren, die den ARPU binnen eines Quartals um 1,20 EUR verringerten.

    Als Kofler die Bundesliga vergeigte, hatte er 3,522 Mio Abonnenten. Etwas mehr als zwei Jahre später sind es 3,621 Mio Abonnenten (ohne ARENA-Bundesliga). Stillstand.

    Teil des Problems ist auch das Personal dahinter. Carsten Schmidt – seit 9 Jahren bei PREMIERE in verantwortlicher Position für den Sport, Hans Seger – seit 8 Jahren für den Bereich Fiktion verantwortlich Beide inzwischen in den Vorstand hochgepurzelt. Wieviele neue Impulse mögen da wohl kommen?

    Der ARPU liegt aktuell ohne ARENA bei 21,50 EUR.

    Damit liegt der ARPU sogar zwei Euro tiefer als vor sechseinhalb Jahren.

  • 8 NoteMe // 1. Aug 2008 um 9:51

    Ich halte die Unterschiede in den Märkten auch für den Hauptgrund, warum ein “Modell Sky” für Premiere kaum funktionieren würde, weshalb Sky IMHO auch höchstens als utopisches Vorbild (wohlgemerkt für den Vorstand und die Aktionäre, nicht für die Kunden), aber nicht als Maßstab dienen kann.

    Ich bin mir auch ehrlich gesagt nicht sicher, ob und welche Versatzstücke man aus dem “Modell Sky” übernehmen könnte, die einerseits Premiere attraktiver machen, ohne andererseits die Wettbewerbsfähigkeit (Preise // Quartalsergebnisse) deutlich negativ zu beeinflussen.

  • 9 Markus // 1. Aug 2008 um 10:59

    Interessanter Post. Aber leider ist der Markt dafür wegen dem geringeren Free-TV-Anteil in UK wohl leider zu verschieden.

  • 10 RealityCheck // 1. Aug 2008 um 12:27

    Es eins zu eins zu übernehmen, geht mit Sicherheit nicht. Aber an wichtigen Punkten des Konzepts sollte/könnte man sich orientieren:

    - Einzelkanäle statt Sportportal
    - Eigenproduzierte Magazine, Studio und eigene Vorberichte bei “importiertem” Material
    - Ein Sportnachrichtenkanal?
    - Audience Flow und Cross Promotion maximieren
    - Evtl. auch mehr Werbung und Sponsoring

  • 11 forlan // 1. Aug 2008 um 14:17

    @reality check:

    deinen ertsen und die beiden letzten punkte sicherlich.

    aber zwei und drei kosten geld. und das nicht zu knapp, daher befürchte ich, dass das in dem rahmen, in dem sich premiere grade bewegt, eher nix wird. zumal ich glaube, dass es nicht wirklich neu-abonnenten bringt oder ausreichend absprungwillige hält. und das sind so wie mir es scheint im moment die einzigen beiden kriterien nach denen premiere irgend etwas macht.

    wobei ich das (deine punkte 2 und 3) für das produkt sehr gut fände - keine frage

  • 12 dogfood // 1. Aug 2008 um 14:58

    Selbstproduzierte Sendestrecken müssen nicht wahnsinnig teuer sein. Sie müssen nur clever sein.

    Zwei Beispiele:
    - warum gelingt es nicht mal ein gutes Talkshow-Format mit akzeptablen Gästen und Call-Ins zu produzieren. Wer sich Call-Ins aus Frankreich oder England anhört, oder von mir aus auch Domian oder 2254 im Deutschlandradio, da liegen Welten zum “Speedtalk”. Es reicht eben nicht irgendeine Figur aus der Kommentatorenkabine ins Studio zu zerren.

    Was beispielsweise Danny Baker bei der EM bei 606 für ein Feuerwerk abgezogen hat, war nicht mehr als Baker, Assistentin und Telefonanrufer.

    Der “Rennsonntag” oder von mir aus “Speed AM”. Mit Formel BMW, GP2 und F1 am Sonntag hat PREMIERE die Chance dem Rennsportfan von 9h bis 17h voll rundumzuversorgen. Zwischen den Rennen gibt es “nur” Sendestrecke von 30-60min zu füllen.

    Früher haben ich und ein Kumpel und an jedem Rennsonntag besucht und gemeinsam gefrühstückt. Jetzt versendet sich der Sonntag irgendwie ins Leere.

    Es ist eben *nicht überall* ein Problem des Geldes, sondern der Konzepte, Ideen und letztendlich der Qualität des Personals.

  • 13 RealityCheck // 1. Aug 2008 um 16:04

    dogfood, was hattest Du mal gesagt, dürfte eine Übertragung eines Fußballspiels bei PREMIERE kosten (ohne Studio)? Das war doch keine fünfstellige Summe (ohne Rechte).

    PREMIERE verkauft die Werbung bei der Premier League in der Halbzeit laut Mediadaten derzeit für 900 - 1350 Euro pro 30 Sekunden-Spot, je nach Platzierung.

    Ich weiß, es ist ‘ne Milchmädchenrechnung, aber jetzt macht man mal zwanzig Minuten Vorberichte, die man durch ‘nen Werbespot a zwei-drei Minuten unterbricht plus einmal Countdown-Split, dann kann der Vorbericht schon 4000 Euro kosten, um kostenneutral zu sein (Verkauf der Werbung vorausgesetzt).

    Deswegen, ich denke, dass man mit geringen Kosten und durch dezent mehr Werbung auch ein besseres, wertigeres Programm auf die Beine stellen könnte.

    Aber den Mut, die Muße zu Innovationen sehe ich bei PREMIERE nicht.

  • 14 RealityCheck // 1. Aug 2008 um 16:13

    Ach ja, was den Sportnachrichtensender angeht. Unter setanta.com wird Setanta Sports News gestreamt. Das Programm ist extrem billig gemacht (auch, weil es extern von ITN produziert wird), hat ein Blue Box Studio - aber erfüllt den Zweck, cross promotion für die Pay-Sender von Setanta.

  • 15 forlan // 1. Aug 2008 um 16:46

    Es ist eben *nicht überall* ein Problem des Geldes, sondern der Konzepte, Ideen und letztendlich der Qualität des Personals.

    naja, aber es ist doch so, dass premiere derzeit sogar einzelne spiele/events (s.wm quali, internationale ligen mit premier league, irl) einspart, da sind die kosten noch minimaler als im vorgeschlagenen fall. daher glaube ich traurigerweise nicht daran, dass man dann, wenn auch günstig produziert, neue formate ins leben rufen wird.

    auch wenn es primär an ideen und fantasie, denn an sonstigem mangelt.

  • 16 dogfood // 1. Aug 2008 um 19:13

    Die eingesparte Kosten für nicht getätigte Fußballübertragungen (exklusive Rechtekosten) liegen zwischen 10.000 und 15.000 EUR. Dabei ist die Länge der Übertragung nicht der wesentliche Faktor.

    Der F1-Werbespot in der Sonntagsvorberichterstattung wird derzeit für 6.000,- EUR pro 30 Sekunden verkauft, Porsche SuperCup im letzten Jahr für 2.400 EUR. Der Speedtalk 420 EUR.

    Das PREMIERE aktuell für solche niedrigen fünfstelligen Beträge Einsparungen betreibt, die das Sportprogramm am Rande des Existenzminimum bringen, ist eine völlig hohle Sache, wenn man dann sieht, was für Werbekampagnen PREMIERE fährt.

    Es ist hirnverbrannt derzeit vorrangig solche Dinge zu bewerben (Bundesliga, CL) von denen eh Land und Leute wissen, dass diese bei PREMIERE liegen (DFB-Pokal ist die Ausnahme). Die Kampagne enthält keinerlei Neuausrichtung für das Image, mit denen andere Zielgruppen angesprochen werden. Da nutzt das ganze Geschwafel nichts. Ruckelbilder aus der subjektiven Perspektive, mitten im Fußball-Geschehen hat PREMIERE seit 8 Jahren benutzt. Es ist “preaching to the choir”. Auch das Verramschen geht exakt den gleichen Pfad den Kofler in seiner Amtszeit einige Male gegangen ist.

    Wer aktuell F1 sieht, bekommt drei verschiedene PREMIERE-Spots zum gleichen Fußball-Thema serviert. Das ist Werbung mit der Schrotflinte, aber nicht mit Sinn & Verstand. Das ist verschwendung von Ressourcen.

    Wie ich heute in aas geschrieben habe: sogar das kleine SportsXchange das aus dem Studioklo zu senden scheint, kriegt von Beginn an eine halbstündige Vorberichterstattung zu seinen Campeonato-Übertragungen hin.

  • 17 RealityCheck // 1. Aug 2008 um 19:25

    Auf Sky Sports 2 läuft gerade das Vorbereitungsturnier aus Rotterdam, mit Celtic - Tottenham und Feyenoord - Dortmund.

    Mit ‘ner halbstündigen Vorberichterstattung aus dem Studio, mit zwei Gästen (Jimmy Floyd Hasselbaink und Alan McInally). Aber dafür gibt’s jetzt in der Halbzeit auch erstmal drei bis vier Minuten Werbung plus die Hinweise auf das übrige Sportprogramm durch den Moderator.

    Sky betreibt mehr Aufwand für Vorbereitungsspiele als PREMIERE während der Saison.

  • 18 forlan // 1. Aug 2008 um 19:42

    Die Kampagne enthält keinerlei Neuausrichtung für das Image, mit denen andere Zielgruppen angesprochen werden.

    ist das dann vielleicht sogar der vermeintlich letzte versuch? zu sagen wir hauen jetzt noch mal40mio. raus (meine gelesen zu haben das ist der gesamtetat der kampagne) und wenn das nicht funzt, dann ende, aus und zu den laden?

    denn wie dogfood scheibt sehr viel sinn (ansprache anderer zielgruppen, komunikation von nicht so bekannten programminhalten, etc.) ist nicht zu erkennen.

    wo liegt der sinn, wenn es denn einen gibt?? da wird gespart dass sich die balken biegen und dann eine kampagne für mörderkohle, die, nun sagen wir mal, vielleicht keinen eingang in betriebswirtschaftliche lehrbücher finden dürfte.

  • 19 RealityCheck // 1. Aug 2008 um 19:52

    Ich habe gerade ein paar interessante Zahlen gefunden - Einschaltquoten von Sky Sports (Link).

    In der Woche vom 14. Juli bis 20. Juli waren Übertragungen der Cricket-Serie England gegen Südafrika mit ca. 300.000 Zuschauern das meistgesehene Programm.
    Gut, es ist Sommer und es gibt keinen Fußball, aber das zeigt, dass für Sky offenbar keine großen Zahlen notwendig sind, um etwas als Erfolg zu verbuchen - denn laut Daily Mail verlängerte man gerade den Vertrag mit dem ECB um vier Jahre für insgesamt 300 Mio Pfund.

    Das CL-Finale hatte dort 1.2 Mio Zuschauer, das Heineken Cup Finale eigentlich lächerliche 140.000 Zuschauer. Der letzte Spieltag der Premier League fuhr insgesamt 1.2 Mio und 400.000 Zuschauer ein.

    Und zu Sky Sports News gibt’s auch Zahlen (hier exemplarisch aus der letzten Saisonwoche), ein Marktanteil von 0.6% entfällt auf den Sender, damit macht man fast ein Viertel des gesamten Marktanteils der Sky Sports Sender (2.7%) aus.

  • 20 RealityCheck // 1. Aug 2008 um 20:06

    ist das dann vielleicht sogar der vermeintlich letzte versuch? zu sagen wir hauen jetzt noch mal40mio. raus (meine gelesen zu haben das ist der gesamtetat der kampagne) und wenn das nicht funzt, dann ende, aus und zu den laden?

    Das nicht, aber für das jetzige Management vielleicht.

    Nur wenn man ehrlich ist - was soll PREMIERE denn sonst bewerben? Außerdem ist PREMIEREs USP, der sie von arenaSAT und anderen Bundesliga-Anbietern abgrenzt, eben CL und DFB-Pokal. Das hätte man noch deutlicher rausstreichen können. Nach dem Motto “Andere schenken ihnen die Bundesliga zu Kanälen, die sie nicht wirklich wollen, wir schenken Ihnen die Bundesliga zu CL und Pokal”.

  • 21 dogfood // 1. Aug 2008 um 20:36

    Das ist natürlich ein eher suboptimaler USP, macht auch das Problem deutlich, das PREMIERE inzwischen so gut wie keine USPs hat, die sich nicht nur an eine spitzen Zielgruppe richtet (”F1 ohne Werbeunterbrechung”, “Golf” statt “Sport an und für sich”).

    (In dem Zusammenhang interessant wie massiv und zielstrebig SKY zum Beispiel SKY+ beworben hat und zumindest teilweise Awareness für geschaffen hat, während bei PREMIERE …)

    Das zweite Problem ist das PREMIERE keine Vorstellung hat, wen sie wie ansprechen sollen. Das Geseiere in Form des “Konzeptes” zum “Energiepuls” sind die handelsüblichen 08/15-Füllwörter aus dem Marketingbereich, aber keine strategische Ausrichtung, aus der man Personae, Zielgruppen und Auftritte durchdeklinieren kann.

    Es ist Werbung mit der Schrotflinte und das ist auch der Grund für das Rekordbudget von 40 Mio EUR. Diffus, nicht zielgenau. Da muss man eben tüchtig Schrot nachladen, damit es überhaupt jemanden trifft.

    Re: SKY
    Da muss man auch gucken wieviele Einnahmen SKY durch “Kollateralschäden” wie Sky Bet und den Rückkanal-Diensten einnimmt. Keine Ahnung wie hoch da die Einnahmen sind, aber da sind PREMIERE teils technisch, teils rechtlich die Hände gebunden.

  • 22 FAN ! // 2. Aug 2008 um 11:07

    In England ist es gang und gebe das es Vorberichte zu der Übertragung gibt. Siehe Channel 5, die mache das sogar bei der MLB da sitzen auch 2 im Studio, die betreiben schon da einen größeren Aufwand als Premiere. Diese 40 Mio Euro die man jetzt für eine neue Werbung ausgibt hätte meiner Meinung besser ins Programm stecken sollen. Und für Abonnenten aus Österreich ist nach dieser Kürzung die Premiere jetzt macht noch weniger drin. Die Deutsche Bundesliga ist immer noch nicht in AUT zu abonnieren, sogar in der Schweiz hat Teleclub (via Kabel oder IPTV) die deutsche Bundesliga im Programm. Für Premiere Austria sind anscheinend die Rechte zu hoch, nur dann frag ich mich wie das ATV macht? und die schwimmen auch nicht so im Geld.

  • 23 Imaginary Animals » Seitenblick (02.08.2008) // 2. Aug 2008 um 12:01

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  • 24 DonDahlmann // 2. Aug 2008 um 18:15

    Sky funktionierte auch nicht so wirklich, bis man die Premier League Rechte 1992 komplett erworben hatte. FreeTV Ausstrahlungen wie in Deutschland mit der “Lex Sportschau” gab es nicht. Das hat natürlich geholfen.

    Die Stagnation bei Premiere in den letzten zwei Jahren hat sicher etwas mit der Haltung der Geschäftsführung zu tun. Man hat in den letzten Jahren wirklich alles unternommen, um Premiere Kunden zu vertreiben. Wer Kunden mit Sportarten wie NFL, NHL, NASCAR etc. anlockt und die im Regen, bzw. auf ihrem Abo sitzen lässt, wer Kunden in unfreundlichen Call-Center auflaufen läßt, wer in seiner Pressearbeit schlichtweg schlecht ist und Journalisten zumindest nicht alle Informationen in bestimmten Fragen weiterreicht und wer schließlich teilweise seine Kunden nach Beendigung des Abos mit weiteren Gebühren belasten möchte, weil die Smartcard angeblich nicht angekommen ist und der Verbraucherschutz eingreifen muss, der muss sich auch nicht wundern, wenn sich das irgendwann rumspricht. Premiere steht mittlerweile für schlechten Service, unübersichtliches Sportportal und, was wohl am schlimmsten ist, man hat bei vielen ehemaligen und auch möglichen Neukunden fast das komplette Vertrauen verloren, weil man nie weiß, wie lange eine Sportart oder eine Serie auf dem Sender bleibt.

    Die jetzige Geschäftsführung kümmert das alles nicht, denn am Ende geht es halt nur um Zahlen. Ich habe sowieso die Vermutung, dass vor der Übernahme durch Murdoch und der danach vermutlich folgenden Entlassung, einfach noch mal den Laden ausquetscht. Umsatz halten, Gewinn nach oben, Aktienkurs steigen lassen, damit man am Ende mit einer netten Abfindung nach Hause gehen kann. Wen kümmert da der Zuschauer.

  • 25 forlan // 2. Aug 2008 um 20:08

    Ich habe sowieso die Vermutung, dass vor der Übernahme durch Murdoch und der danach vermutlich folgenden Entlassung, einfach noch mal den Laden ausquetscht. Umsatz halten, Gewinn nach oben, Aktienkurs steigen lassen, damit man am Ende mit einer netten Abfindung nach Hause gehen kann. Wen kümmert da der Zuschauer.

    das kann einem echt so vorkommen. aber ich meine letzthin irgendwo in einem interview des premiere-chefs gelesen zu haben, dass wichtige entscheidungen immer mit den murdoch-leuten abgestimmt werden. das lässt dann ja drauf schließen, dass die aktuelle geschäftsführung eh nicht mehr viel zu sagen hat. das würde dann aber nicht auf das von dir geschilderte szenario hindeuten, oder?

  • 26 dogfood // 2. Aug 2008 um 23:31

    Ein Teil des Aberwitzes der Situation ist die völlige Undurchsichtigkeit der Situation.

    Beispiel: Warum fährt PREMIERE derzeit diesen massiven Sparkurs?

    Das Interview mit NASCAR-Offiziellen in motorsport-total.com stellt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ende der NASCAR-Übertragungen und den Bundesliga-TV-Rechten her. Sinngemäß: solange die Bundesliga-Rechte nicht unter Dach und Fach sind, will PREMIERE keinen Cent investieren.

    Gleichzeitig geht Börnicke in die Medien um zu verkünden wieviel Geld man derzeit im Rücken habe — auch ohne Murdoch — um später in die Medien zu gehen und zu betonen wieviel Geld man im Rücken habe — mit Murdoch.

    Beispiel: Man fährt einerseits einen Sparkurs der Stammkunden verprellt. Andererseits geht Börnicke in die Medien und protzt damit SAT.1 kaufen zu können/wollen und bläst Monate später 40 Mio EUR an Marketing-Budget raus, obwohl nach Stand der Dinge man die nächsten 6-12 Monate weiterhin das Programm auf Sparflamme halten wird. Warum macht man soviel Werbung für ein Produkt, das bis auf den DFB-Pokal keinen USP besitzt, der nicht schon in den letzten Jahren mit großem Budget in die Köpfe der Leute gehämmert wurde. Wer soll sich PREMIERE wegen der CL abonnieren, der es nicht schon die letzten Jahre getan hätte?

    Beispiel: Wozu fährt man diesen Sparkurs, der mittelfristig keinerlei Perspektiven bietet und die Wende bei PREMIERE nur noch länger hinauszögert? Die Hypothese dass die Verschlüsselung derzeit so schwach sei, das kein Geld in das Programm reingepackt wird, wurde durch das Werbebudget konterkariert. Die neuer Verschlüsselung dürfte binnen 3 Monaten durchgezogen sein, während das Programm für 6-12 Monate auf dem Boden liegt.

    Beispiel: Murdoch sitzt zwar an den Schaltstellen, tatsächlich ist aber von seinem Einfluß nicht viel zu merken. Es ist eigentlich gemeinhin für Außenstehende deutlich, dass PREMIERE sich tiefer in eine Sackgasse reinbewegt. Warum schreitet Murdoch nicht ein, wenn er schon entsprechende Leute wie Tellenbach in Position gebracht hat?

    Das was in Sachen NASCAR durchklingt, das PREMIERE kein Interesse hat auch nur annähernd marktgerechte Preise für die Übertragungen zu zahlen, habe ich die letzten Tage von einer weiteren Sportart gehört, die strategisch in der absolut identischen Klemme steckt wie die NASCAR. Von einer dritten Sportart weiß ich, dass diese diesen Frühjahr for free zu haben war.

    *** PREMIERE ist derzeit an einem Punkt angelangt, wo man nicht mehr die Rechtekosten scheut, sondern schon bei den bloßen Übertragungs- und Produktionskosten zurückschreckt ***

    Die Gründe warum die PREMIERE-Führung so reagiert wie sie reagiert, kann ich nicht nachvollziehen, nicht erklären.

    Was Murdoch angeht, kann ich es mir derzeit nur damit erklären, dass da noch eine andere Agenda mitspielt. Deswegen kann ich der These das Murdoch über die Bundesliga-Rechte versucht bei einem Free-TV-Sender einzusteigen und mit PREMIERE zu verzahnen, einiges abgewinnen. Artverwandtes hat es ja damals mit TM3 und der Champions League gegeben.

    Aber es ist so viel Frust.

  • 27 RealityCheck // 2. Aug 2008 um 23:50

    Es ist nur ‘ne Kleinigkeit gegenüber dem big picture, das schon ‘ne ganze Weile bei PREMIERE nicht mehr stimmt.

    Aber man bekommt seit einigen Monaten auf Beschwerden bzw. Anfragen per Internet in vielen Fällen nicht mal mehr ‘ne Standardmail. Da kommt man zwangsläufig zu der Vermutung, dass diese gar nicht mehr gelesen werden. Nach dem Motto, dass ernsthafte Beschwerden wohl über andere Kanäle vorgebracht werden.

    Aber das wirklich Schlimme ist ja, wie DonDahlmann schon schrieb - PREMIERE verhagelt sich die Stimmung selbst bei den treuesten Kunden. Ich merke das an mir selbst, ich habe lange Jahre nur den Kopf geschüttelt über die “Meckerhanseln” ist diversen Foren, die wegen Kleinigkeiten die PREMIERE-Zentrale stürmen wollen.
    Aber in den letzten Monaten kann ich da nicht mehr widersprechen. Es geht einfach in durchweg allen Bereichen bergab. Und da täuschen auch nicht so Placebos wie der Pokal drüber hinweg.
    PREMIERE STAR kommt nicht vom Fleck, das Serienprogramm ist ein Witz, das Filmangebot wird Monat für Monat ausgedünnt, und die Kürzungen im Sport kann sowieso jeder herunterbeten.

    Deswegen bin ich mir sicher, dass PREMIERE ein ganz gewaltiges Problem hat.

    Das Zögern von Murdoch kann ich mir auch nicht recht erklären, auch wenn ich nicht an eine hidden agenda glaube. Ja, der Kauf von Sat 1 dürfte noch auf dem Plan stehen. Aber trotzdem, das sind dann zwei Sanierungsfälle, die man angehen muss. Und, wenn man ehrlich ist, was, außer den zweieinhalb Murdoch-Leuten im Aufsichtsrat und dem Wechsel zu NDS ist bei PREMIERE seit Anfang des Jahres passiert, was Murdochs Handschrift trägt? Nichts. Das trägt alles die Handschrift von Börnicke, der nur stur auf die Zahlen und den Fußball schaut.

  • 28 [ BENJAMIN NICKEL ] · // 3. Aug 2008 um 11:34

    [...] sportmedienblog: Sky Sports als Vorbild? [...]

  • 29 medienlese.com » Blog Archiv » 6 vor 9 // 4. Aug 2008 um 8:55

    [...] “Sky Sports als Vorbild?” (sportmedienblog.de) “Oftmals, wenn die Diskussion darüber geführt wird, was PREMIERE im Sportbereich falsch macht, kommt das Gespräch auf den britischen Pay-Anbieter Sky und seine Sportkanäle. Sollte Sky Sports - erst Recht, nachdem nun Murdochs News Corporation Anteile an PREMIERE gehören - als Vorbild für eine Umorientierung, ja sogar einen Relaunch des PREMIERE Sportprogramms herhalten?” [...]

  • 30 FAN ! // 9. Aug 2008 um 11:03

    @alle Momentan sind SKY Sport1-3 offen Frequenz 12110 H 27500 aber funktioniert nicht mit der skydigiBox!

  • 31 Recent Links Tagged With "thematische" - JabberTags // 31. Jan 2009 um 7:49

    [...] on Sun 25-1-2009 dopcast.de macht Podcasts mobil Saved by HouseholdOpera on Wed 21-1-2009 Sky Sports als Vorbild? Saved by yukotan on Mon 19-1-2009 Geschmackssache? Frankfurter Buchmesse stellt Buch-Kanon rund [...]

  • 32 MickeyK // 9. Mrz 2009 um 12:18

    Premiere begeht Woche für Woche Vertragsbruch!
    Man kürzt die Premier-League und die Primera Division um insgesamt 50% innerhalb 2 Jahren!
    Andere Ligen wie Serie A, Ligue 1 oder die portugiesische Liga werden komplett weggespart!
    Dafür zeigt man den DFB-Pokal komplett LIVE und den UEFA-Cup ab dem Viertelfinale.
    Nur wen interessiert denn ein Erstrundenspiel zwischen Duisburg und Jahn Regensburg?
    Und ganz klangheimlich wird der Copa del Rey und der Carling-Cup fast komplett geggespart. Zum Glüch läuft der FA-Cup auf DSF!

    Soweit zum LIVE-Fußball Programm!
    Was total fehlt sind kompetente Kommentatoren! Während bei Sky immer Top-Leute am Mikro sind lässt Premiere Amateure wie Turn und Taxis auflaufen, die weder Ahnung von Fußball noch von ansprechendem und aufregendem “kommentieren” haben!
    Es fehlen auch Experten Studios bei den internationalen Spielen!
    Keine Länderspiele!
    Einfach ne Frechheit, was dieser Sender sich leistet!

  • 33 MickeyK // 9. Mrz 2009 um 12:45

    Premiere begeht Woche für Woche Vertragsbruch!
    Man kürzt die Premier-League und die Primera Division um insgesamt 50% innerhalb 2 Jahren!
    Andere Ligen wie Serie A, Ligue 1 oder die portugiesische Liga werden komplett weggespart!
    Dafür zeigt man den DFB-Pokal komplett LIVE und den UEFA-Cup ab dem Viertelfinale.
    Nur wen interessiert denn ein Erstrundenspiel zwischen Duisburg und Jahn Regensburg?
    Und ganz klangheimlich wird der Copa del Rey und der Carling-Cup fast komplett geggespart. Zum Glüch läuft der FA-Cup auf DSF!

    Soweit zum LIVE-Fußball Programm!
    Was total fehlt sind kompetente Kommentatoren! Während bei Sky immer Top-Leute am Mikro sind lässt Premiere Amateure wie Turn und Taxis auflaufen, die weder Ahnung von Fußball noch von ansprechendem und aufregendem “kommentieren” haben!
    Es fehlen auch Experten Studios bei den internationalen Spielen (PL, PD)!
    Die Länderspiele wurden auch weggespart (Argentinien, Brasilien)

    Einfach ne Frechheit, was dieser Sender sich leistet!

    Frage in die Runde:
    Wieso ist so ein Programm nicht möglich:
    - 7 von 9 Spielen LIVE + Live Studios + Zusammenfassungen + Magazin
    - 4 Spitzenspiele der 2. Buli LIVE + Live Studios + Zusammenfassungen
    - DFB-Pokal (4 Spiele pro Runde Live, ab dem Viertelfinale alle Spiele Live) + Zusammenfassungen und LIVE Studios
    - CL Vorrunde: Pro Spieltag 4 Spiele LIVE, ab dem Achtelfinale alle Spiele LIVE + Magazin und Zusammenfassungen
    - UEFA Cup ab Viertelfinale komplett LIVE + ausgewählte Spiele wie z.B Milan vs. Bremen oder HSV gegen Aston Villa + LIVE Studios + Zusammenfassungen
    - Premier League: 4 Spiele pro Woche LIVE + Live-Studios + Zusammenfassungen + Carling Cup (ausgewählte Spiele LIVE)
    - Primera Division: 3 Spiele pro Woche LIVE + Live-Studios + Zusammenfassungen + Copa del Rey (ausgewählte Spiele LIVE) –> WICHTIG!: Nicht immer nur Barca und Real. Denn Atletico gegen Sevilla ist interessanter als Real Madrid gegen Numancia!
    - Internationaler Fußball: Ausgewählte Spitzenspiele aus Europa wie Lyon gegen Marseille oder Milan gegen Inter LIVE
    - Dazu noch die Einführung von Konferenzschaltungen, wenns sich anbietet. (Premier League Titelkampf,…)
    - Ausgewählte Länderspiele LIVE (z.B England vs. Spanien,…)

    Macht entwa rund 770 LIVE Spiele pro Saison!

    Derzeit sind es etwa 1100 LIVE Spiele pro Saison (ausschlaggebend sind sportlich uniteresante Spiele aus 2 Liga und dem DFB Pokal!)

    Mein vorgeschlagenes Angebot ist leider reine Utopie! Aber für ein solches Angebot würde ich monatlich 50 Euro ausgeben!

  • 34 Armani // 9. Apr 2009 um 16:01

    Schade das man es Abonieren muss. Nur Skinews gibt es umsonst

  • 35 Stif // 16. Mai 2009 um 15:28

    Ich möchte hier als einer der ersten Premiere-Kunden mal ein paar Dinge einwerfen, die offenbar vergessen wurden. Als Premiere am Anfang noch Premiere World hieß, war das Programm schon ungefähr so, wie das hier gewünscht wird. Fußball: 3 Spiele aus Deutschland, 3 aus ESP, 3 aus ENG, 3 aus ITA, Old Firm, eins aus FRA, sowie eins aus Brasilien und eins aus Argentinien, sowie jedes Spiel der NewYork MetroStars, wo gerade Lothar Matthäus hingewechselt war. Hierzu gab es sogar nach Mitternacht Studio-Anmoderation mit Expertem (kann mich erinnern, wie Alex Zickler fast eingepennt wäre). Auch anderer Sport (insbesondere auch US-Sport) kam nicht zu kurz, kann mich aber nicht an Details erinnern. Es gab kein Portal sondern 5 Sportsender, von denen 2 rund um die Uhr gesendet haben. Später kam CL (alle Spiele ohne Konferenz) und BL-Konferenz (extra buchbar) dazu.

    Gut geklappt oder profitabel war das aber offenbar auch nicht.

  • 36 bambergforever // 16. Mai 2009 um 20:25

    SkySports ist auch nicht immer das wahre, z. B. gab es das gerade zuende gehende Halbfinale Nadal - Djo. des ATP 1000 Turniers nicht in UK live, obwohl SkySports die Rechte eigentlich dafür hat.

  • 37 dogfood // 17. Mai 2009 um 13:28

    @Stif: Du sprichst die Kirch-Ära an, wo die ganze Geschichte völlig anders strukturiert war!

    PREMIERE gehörte mit SAT.1 (und DSF und P7) zum Kirch-Konzern. Kirch hortete für sehr, sehr teures Geld TV-Rechte. Die Bundesligarechte gingen damals für über 300 Mio EUR an Kirch (und damit an PREMIERE und SAT.1). Kirch versuchte die Rechte mit der Brechstange zu rentabilisieren. So war es Kirch der auf Samstag-20h-Spiele in der Bundesliga bestand und versuchte SAT.1-RAN auf Samstag 20h15 zu setzen, um die Exklusivität von PREMIERE zu stärken.

    Es war auch die Phase in der viele TV-Rechte vom DSF verschwanden, um sie exklusiv auf PREMIERE zu versenden (NFL, NBA).

    Bis auf wenige Kernrechte ist aber z.B. Murdoch derzeit gar nicht auf Exklusivrechte aus.

    PREMIERE von anno 2000 mit SKY Deutschland zu vergleichen, ist wie Apfel und Birne.

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