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Die Super League wird zur geschlossenen Gesellschaft

22. Juli 2008, 18:54 · 1 Kommentar

Die höchste Spielklasse im europäischen Rugby League, die Super League, wird nun endgültig zur geschlossenen Gesellschaft. Nachdem die Einführung des franchise system und damit die Abschaffung von Auf- und Abstieg schon zuvor beschlossen wurde, wurden nun mit den Celtic Crusaders und den Salford City Reds die letzten zwei Teams bestimmt, die bis 2011 an der Super League teilnehmen dürfen.

Wie BBC SPORT berichtet, haben sich diese zwei Teams gegen fünf andere Mannschaften durchgesetzt. Nicht teilnehmen dürfen u.a. die Teams aus Halifax, Leigh und Toulouse. Besonders die Leigh Centurions und die Widnes Vikings waren bitter enttäuscht frühestens 2012 eine Chance auf den Beitritt zur Super League zu erhalten.

Den Ausschlag dürfte - und daraus macht die Super League auch kein Geheimnis - die geographische Ansiedlung der beiden Glücklichen sein. Während die City Reds aus Greater Manchester kommen und damit einen dicht besiedelten, aber nach ihrem Abstieg mit wenig Rugby League beglückten aber wichtigen Bezirk (das Finale der Super League findet in Old Trafford statt) versorgen, ein neues Stadion im Bau vorweisen können und derzeit Tabellenführer der National League Division One sind, erschließen die Celtic Crusaders beinahe vollkommenes Neuland - Wales.

Bisher war Wales nicht gerade als Rugby League country bekannt. Außer dem inzwischen alljährlichen Millenium Magic der Super League (eine Wochenend-Veranstaltung im Millenium Stadium in Cardiff, bei dem mehrere reguläre Saisonspiele der Super League Klubs kurz hintereinander ausgetragen werden), kennt man dort Rugby League fast nur aus dem Fernsehen.
Nicht zu vergessen, dass Rugby League sowieso eher im Norden Englands angesiedelt ist. Bis auf zwei Teams der derzeitigen Super League Besetzung befinden sich alle im flächenmäßig gesehenem nördlichen Viertel Englands - eines in London (ebenfalls dort künstlich angesiedelt) und eines im französischen Perpignan. Die Bestrebungen und Probleme der Super League sind in etwa - allerdings in stärkerem Maße - mit der Handball-Bundesliga vergleichbar. Es gibt einige Hochburgen, in denen hochklassiger Sport geboten wird und die Spieler household names sind. Außerhalb dieser sieht es aber eher dürftig aus. Noch dazu spielt man eher in Kleinstädten und selten in Metropolen (Wigan, St Helens und Salford statt Manchester oder Liverpool).

Diese Entscheidung traf die Super League anhand von diversen vorher festgelegten Kriterien (etwa das Stadion, sportliche Erfolge), die aber durch reichlich weiche Kriterien bereichert wurden, die etwa so nachvollziehbar wie die Fair Play Wertung der Bundesliga sind.

Die von Rupert Murdoch initiierte und finanzierte Super League hat sich also Expansion auf die Fahne geschrieben. Und damit Traditionsklubs aus dem Norden wie Widnes und Leigh vor den Kopf gestoßen. Eine Entwicklung, die viele auch im deutschen Sport fürchten und die man auch in manchen - besonders kleineren - Ligen schon sehen konnte.

Tags: Rugby League · Sport

Bisher 1 Kommentar ↓

  • 1 Jens // 24. Jul 2008 um 18:45

    Schöner Artikel über ein interessantes Thema, von dem man sonst kaum mal irgendwo was liest.
    Danke.
    Jens

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